BMW Rover-75-Produktion wird vorerst stillgelegt

BMW tritt bei Rover immer mehr auf die Bremse. Jetzt will die Münchner Konzernzentrale die Produktion der Rover Limousine 75 zeitweise aussetzen. Unterdessen hat der BMW-Hauptaktionär, die Quandt-Familie, den "Stern" verklagt.


Ab Ostern wird er vorerst nicht mehr produziert: Rover 75
ROVER DEUTSCHLAND

Ab Ostern wird er vorerst nicht mehr produziert: Rover 75

Hamburg - Die Industriellen-Familie aus Bad Homburg erwirkte beim Hamburger Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen das Magazin. Dem "Stern" wird damit vorerst untersagt, dass die Quandts die Absetzung von BMW-Chef Joachim Milberg vorantrieben. Vor einer Woche hatte die Zeitschrift das in einem Artikel behauptet.

Der britische Autohersteller Rover wird die Produktion seines Flaggschiffs, des Rover 75, nach den Osterferien für vier Wochen unterbrechen. Dies habe der Noch-Eigentümer BMW den Rover-Händlern mitgeteilt, berichtete die "Financial Times". Die Wiederaufnahme der Produktion werde vom Bedarf abhängen, den der künftige Eigentümer, der Risikokapital-Fonds Alchemy, für den Rover 75 haben. Rover hatte vor wenigen Tagen angekündigt, dass bis auf weiteres nur 750 anstatt 1750 Limousinen vom Typ 75 vom Band laufen sollen.

Trotz der Produktionsunterbrechung und der Trennung von Rover hat BMW keine Furcht vor einem Absatzeinbruch in Großbritannien. "Wir haben keinen Zweifel, dass das traditionell gute deutsch-englische Verhältnis auch weiterhin besteht", so Konzernchef Joachim Milberg zum "Focus".

BMW-Personalchef Ernst Baumann sagte der Münchner "Abendzeitung", noch im Januar habe BMW gehofft, die Trennung von Rover zu vermeiden. Damals seien die Verkaufszahlen gestiegen. "Doch im Februar kam ein starker Einbruch, und die Prognosen waren negativ. Das war der Grund für uns zu sagen: Das ist betriebswirtschaftlich nicht mehr vertretbar." Ein Ausstiegs-Szenario sei bereits seit Herbst 1999 entwickelt worden.



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