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Automobile BMW trickste Mercedes aus

aus DER SPIEGEL 2/1995

Der spektakuläre Einstieg von BMW als Motorenlieferant von Rolls-Royce kam auf ganz anderem Wege zustande als bislang bekannt. Nicht bessere Motoren verhalfen den Bayern dazu, Konkurrent Mercedes-Benz auszustechen, sondern ein Druckmittel. Als der Triebwerk- und Automobilhersteller Rolls-Royce sich 1971 in zwei selbständige Firmen spaltete, behielten die Flugzeugbauer vertraglich alle Namensrechte. Später gingen sie eine Partnerschaft mit BMW zur Produktion eines Flugzeugtriebwerks ein. In der Konkurrenz darum, wer der Autofirma Rolls-Royce, die inzwischen zu Vickers gehört, Motoren liefert, hatte Mercedes bis zum 30. November einen deutlichen Vorsprung. An diesem Tag hatte Mercedes-Chef Helmut Werner mit dem Eigentümer Vickers und der Autofirma in Paris einen unterschriftsreifen Vertrag ausgehandelt. Völlig überraschend erklärte Vickers den Stuttgartern im letzten Dezember, daß doch BMW zum Zug komme. Der BMW-Partner im Flugzeugbau, die Triebwerkfirma Rolls-Royce, hatte damit gedroht, der Autofirma Rolls-Royce das Recht an dem Namen zu nehmen, wenn sie nicht mit BMW zusammenarbeitet. Da blieb den Briten keine andere Wahl.

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