Boeing contra Airbus Preiskampf der Luftriesen

Der US-Flugzeughersteller Boeing will dem neuen Riesen-Airbus A 380 das Wasser abgraben. Ein eigenes Stretch-Modell der 747 soll schneller auf den Markt kommen und weniger kosten.


Boeing 747 X: Wer kommt schneller in die Luft?
DPA

Boeing 747 X: Wer kommt schneller in die Luft?

Frankfurt am Main - Der US-Flugzeughersteller Boeing erwartet in diesem Jahr erste Bestellungen von Fluggesellschaften für die geplanten neuen Großraum-Jumbos 747 X und 747 X Stretch. Die Entwicklungskosten seien geringer als für das europäische Airbus-Konkurrenzmodell und sollen schon 2005 ausgeliefert werden. Der Airbus A 380, das weltweit größte Verkehrsflugzeug des Erzrivalen , soll von 2006 an ausgeliefert werden. Dafür liegen bereits 50 Bestellungen und mehr als 40 Kaufoptionen vor.

Mit der Boeing 747 X kommt Boeing auf eine ähnliche Kapazität wie der A 380. Sie bietet Platz für bis zu 522 Passagiere auf 14 500 Kilometer langen Direktflügen. Die 747 X sei kleiner und leichter als der Airbus A380, sagte Boeing Vizepräsident Walter Orlowski. Das Boeing-Modell sei daher für viele Fluggesellschaften wirtschaftlicher. Bei der Frachtvariante des Großraum-Jumbos könnten Airlines zudem die Ausrüstung zum Be- und Entladen weiterverwenden, die sie bereits bei den bisher üblichen Jumbo-Jets benutzen.

"Der Markt ist groß", meinte der Boeing-Vize zum Wettbewerb mit Airbus. Ziel sei es, die wachsende Nachfrage nach großen, schnellen Flugzeugen für interkontinentale Nonstop-Verbindungen zu erfüllen. Damit widersprach er indirekt seinem Präsidenten Phil Condit, der noch vor einigen Monaten sagte, es gebe nur einen sehr kleinen Markt für große Langstreckenflieger. Orlowski äußerte die Hoffnung, dass auch die Lufthansa zu den Kunden gehören werde. Der Luftfahrtkonzern hatte angekündigt, sich in diesem Jahr für ein Großraum-Passagierflugzeug zu entscheiden. Geprüft werden die Angebote von Boeing und Airbus.

Für die Passagier- und Frachtluftfahrt sagt Boeing in den kommenden 20 Jahren starke Zuwächse voraus. Die Zahl der weltweit kommerziell genutzten Passagiermaschinen werde von 13700 im Jahr 1999 auf fast 32000 im Jahr 2019 steigen. Zugleich werde es immer mehr Städte-Direktverbindungen von Europa und den USA nach Asien geben. Die Zahl der Frachtflugzeuge werde im selben Zeitraum von 1700 auf 3200 steigen.



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