Boeing Dreamliner kommt 18 Monate später

Neuer Rückschlag bei Boeing: Die Auslieferung des Prestigeprojekts Dreamliner verzögert sich voraussichtlich um 18 Monate. Damit würde der Langstreckenflieger nicht vor Ende 2009 auf den Markt kommen.


London - Kein Traumstart für den Dreamliner: Genau wie Konkurrent Airbus beim Start des Großraumfliegers A380 kämpft Boeing mit Verzögerungen bei der Auslieferung seines neuen Langstreckenfliegers. Der Londoner "Times" zufolge verschiebt sich die Auslieferung des Dreamliner um 18 Monate.

Das Projekt ist vor allem wegen Zulieferproblemen aus dem Ruder gelaufen. Boeing will am Mittwochnachmittag über den Stand der Dinge informieren. Experten und US-Medien haben bereits mehrfach über weitere Verspätungen bei dem neuen Langstreckenflieger spekuliert. Zuletzt hatte der Flugzeugbauer seinen Zeitplan im Januar modifiziert - bereits zum zweiten Mal. Ursprünglich sollte die erste Maschine bereits im Mai dieses Jahres an die japanische All Nippon Airways gehen. Boeing hatte den Termin aber bereits auf Anfang 2009 verschoben.

Die neuerlichen Probleme beim Bau des Dreamliner könnten dazu führen, dass Boeing eine der drei geplanten Varianten der Maschine verschieben oder gar kippen muss, wie die "Times" berichtet. Der erste Flieger würde damit nicht vor Ende 2009 ausgeliefert werden. Branchenkenner schließen nicht aus, dass die 787 sogar mit zweijähriger Verspätung an die Kunden ausgeliefert wird.

Der Druck auf Boeing wächst, denn der Dreamliner ist das bislang am meisten georderte Flugzeug der Konzerngeschichte. Bis jetzt liegen über 850 Bestellungen von 56 Kunden aus aller Welt vor. Die Boeing 787 ist das erste Verkehrsflugzeug der Welt, das zu über 50 Prozent aus Verbundwerkstoffen besteht.

Aber auch Boeing-Konkurrent Airbus ergeht es nicht besser: Sollte es erneut zu Problemen kommen, drohen dem Konzern milliardenschwere Umsatzausfälle und hohe Strafzahlungen.

sil/dpa



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