Boeing-Geschäft Chinesen kaufen 42 "Dreamliner"

Chinesische Airlines ordern im großen Stil bei Boeing. Damit punkten die Amerikaner auf dem schnell wachsenden Markt einmal mehr gegen den europäischen Erzrivalen Airbus. Angesichts steigender Nachfrage erhöht der US-Konzern zudem die Preise für seine Passagierflugzeuge.


Boeing 787: Sechs chinesische Airlines planen Bestellungen
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Boeing 787: Sechs chinesische Airlines planen Bestellungen

Peking - Vier chinesische Airlines bestätigten heute den Kauf von insgesamt 42 Boeing-Maschinen vom Typ 787 "Dreamliner", meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Das Geschäft hat demnach ein Volumen von 5,04 Milliarden Dollar.

Air China soll 15 Maschinen bekommen, China Eastern ebenfalls. Shanghai Airlines nimmt 9 Maschinen sowie Xiamen Airlines 3. Die Flugzeuge sollen 2008 ausgeliefert werden.

Mit dem "Dreamliner" reagiert Boeing Chart zeigen auf die drastisch gestiegenen Kerosinpreise: Nach Angaben des Unternehmens verbraucht das Flugzeug mit 217 Sitzen weniger als alle anderen derzeit erhältlichen Maschinen. Die Produktion soll 2006 anlaufen. Der erste Flug ist für 2007 vorgesehen, die Auslieferung der Maschinen im Folgejahr.

Boeing verhandelt nach eigenen Angaben mit zwei weiteren chinesischen Gesellschaften über Aufträge. Der Konzern wollte aber keine Angaben dazu machen, um wie viele Flugzeuge es sich dabei handelt.

Im Konkurrenzkampf mit dem europäischen Flugzeugbauer Airbus hat Boeing in China derzeit mit einem Marktanteil von 60 Prozent die Nase vorn. Die Volksrepublik ist für die Hersteller ein Schlüsselmarkt. Das Land wird sich nach Ansicht von Experten schon bald zum zweitgrößten Markt der Welt hinter den USA entwickeln.

Die Zahl der chinesischen Passagiere ist im vergangenen Jahr auf 122 Millionen gewachsen, ein Sprung von rund 16 Prozent. Damit wächst der chinesische Markt zweimal schneller als der Weltmarkt. Airbus rechnet in den kommenden zwei Jahrzehnten mit 1600 möglichen Verkäufen, Boeing sogar mit rund 2000.

Boeing erhöht Preise

Der US-Konzern hat vor dem Hintergrund der steigenden Flugzeugnachfrage die Listenpreise für sämtliche Passagiermodelle erhöht. Die Maschinen würden im Durchschnitt um 3,5 Prozent teurer, sagte ein Sprecher des Luftfahrtkonzerns der "Financial Times Deutschland". Er begründete die jüngst beschlossene Erhöhung unter anderem mit gestiegenen Einkaufskosten für Bauteile und Vorprodukte.

Die Amerikaner hoffen weiterhin, dass sie 2005 nach mehreren Jahren erstmals wieder mehr Aufträge gewinnen als Airbus. Im Frühjahr hatte Vize-Vetriebschef Scott Carson angekündigt: "Wir werden Airbus in diesem Jahr schlagen." Eine Schlüsselrolle spielt dabei das neue Langstreckenflugzeug 787 Dreamliner, die erste komplette Flugzeugneuentwicklung des größten US-Luftfahrtkonzerns seit rund 15 Jahren.



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