Vor Böller-Einschränkungen Deutsche importieren mehr als 30.000 Tonnen Feuerwerkskörper

Trotz aller Debatten über weiträumige Verbote hat der Import von Böllern und Raketen aus China im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Für Krankenhäuser könnte das an Silvester zum Problem werden.
Feuerwerk über dem Reichstag (Archiv): Empfehlung zum Verzicht

Feuerwerk über dem Reichstag (Archiv): Empfehlung zum Verzicht

Foto: Z1031 Jan Woitas/ dpa

Einen guten Ruf haben Böller und Raketen seit Langem nicht mehr. Sie versetzen Tiere in Angst, schaden der Umwelt und machen dem Krankenhauspersonal an Silvester viel Arbeit. Ungeachtet oder gerade wegen der Diskussionen um mögliche Verbote und Einschränkungen scheinen die Feuerwerkskörper in Deutschland dennoch weiter beliebt zu sein.

Allein von Januar bis September wurden 30.700 Tonnen Feuerwerk im Wert von 75,6 Millionen Euro nach Deutschland importiert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das sind drei Prozent mehr als im selben Zeitraum 2019. Fast alle der eingeführten Feuerwerkskörper kamen dabei aus China, im Vorjahr lag der Anteil bei 97 Prozent.

Verbot auf Straßen und Plätzen

Um mitten in der Corona-Pandemie große Menschenansammlungen und damit Ansteckungen mit dem Virus zu vermeiden, hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, Feuerwerk dieses Jahr »auf belebten Plätzen und Straßen« zu verbieten. Ansonsten wurde nur »empfohlen, auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten«. Nicht zuletzt soll das an Silvester auch die Krankenhäuser entlasten.

Bereits 2019 war es zum Jahreswechsel in einigen Großstädten stiller als in den Jahren zuvor. Grund waren damals lokale Feuerwerksverbote vor dem Hintergrund des Klimawandels und erhöhter Feinstaubbelastung in den Innenstädten. Im gesamten Jahr 2019 wurden fast 42.200 Tonnen Feuerwerkskörper im Wert von 108,4 Millionen Euro nach Deutschland importiert, fast 5200 Tonnen weniger als im Vorjahr (Minus 11 Prozent). 2018 hatte die Importmenge einen Rekordwert von fast 47.400 Tonnen erreicht.

rai/Reuters/dpa