Börse Aktienmarkt leidet unter Ausstieg aus Hightech-Titeln

Der Frankfurter Aktienmarkt hat am Dienstag überwiegend mit Verlusten geschlossen. Dabei drehte der Dax erst in der letzten Handelsstunde in die Verlustzone, in der der Neue Markt den ganzen Tag rangierte. Belastet wurde der Markt durch kräftige Verluste der Telekom-Aktie.


Frankfurt am Main - Händler beobachteten den Ausstieg der Investoren aus Technologietiteln der "New Economy" und eine Rückbesinnung auf die "alten" Standardaktien. Die stabile Eröffnung an der US-Börse habe sich kaum auf den Markt ausgewirkt, sagte Markus Maisch, Händler bei der Frankfurter Sparkasse 1822. Die Stimmung am deutschen Markt sei zurzeit eher negativ. Mit einem Crash rechne er allerdings "noch nicht".

Der Kurs des Börsenneulings Infineon stieg weiter. Die am Montag für 35 Euro ausgegebenen Aktienen schlossen bei 78,90 Euro und gewannen damit 12,3 Prozent. Die Gewinne gingen auf Nachkäufe privater Anleger zurück, sagte ein Aktienhändler. Nachdem nur jeder sechste zum Zuge gekommen war, würde nun weiter gekauft.

Hauptgewinner im Dax waren MAN-Aktien. Die Papiere kletterten um 7,47 Prozent auf 34,80 Euro. Händler sahen als Ursache Gerüchte einer Übernahme der Lkw-Sparte des Konzerns.

Zu den größten Gewinnern gehörten VEBA und VIAG. VEBA stiegen um 2,43 Prozent auf 45,05 Euro, VIAG legten 2,29 Prozent auf 17,85 Euro zu. Unterstützend bei VIAG sei das geplante Gemeinschaftsunternehmen für Telefonauskunft mit der norwegischen Telenor. Bei VEBA werde spekuliert, die Stromtochter PreussenElektra könne im Zuge der VIAG/VEBA-Fusion ausgegliedert werden, sagte Carsten Jansing, Analyst bei Hornblower Fischer.

Die Aktien der Deutschen Bank und der Dresdner Bank zogen an, nachdem beide Aufsichtsräte die Fusion gebilligt hatten. Deutsche Bank kletterten leicht auf 72,96 Euro, Dresdner auf 45,90 Euro.

Schlusslicht im Dax war die Aktie der Deutschen Telekom mit einem Verlust von 4,5 Prozent auf 88,10 Euro. Analysten sahen dies als normale Korrektur an. Viele Werte seien durch die Akquisitionsphantasie am Markt in die Höhe getrieben worden. Jetzt seien Anleger enttäuscht, dass die Telekom im Ausland noch nicht zum Zuge gekommen sei.

Der Nemax-50 gab dagegen erneut kräftig nach. Der Index rutschte um 242,16 Zähler oder 2,63 Prozent auf 8968,41 Zähler ab.

Der Rentenmarkt tendierte geschwächt: Der Bund-Future gab zwölf Stellen auf 104,09 ab. Der Rex ging um 0,1 Prozent auf 110,22 Punkte nach unten. Die Umlaufrendite legte drei Stellen auf 5,24 Prozent zu.

Der Euro wurde zuletzt bei 0,9629 Dollar umgesetzt, damit war ein Dollar 2,0312 Mark wert. Der Referenzkurs wurde von der EZB mit 0,9620 (Vortag: 0,9716) Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 2,0331 (2,0130) Mark.



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