Börse am Abend Dow Jones unter 10.000 Punkten

Im Gefolge einer nachgebenden Wall Street haben die deutschen Aktienmärkte ihre Verluste wieder ausgebaut. Die Technologiewerte sind tief ins Minus gerutscht. Nach den Äußerungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder legt die Lufthansa zu.


Frankfurt am Main - Bei schwachen Umsätzen ist der Dax am Abend wieder tiefer in die Verlustzone gefallen. Gegen 19 Uhr notierte der Blue-Chip-Index auf einem Indexstand von 5132 Punkten, ein Minus von 1,3 Prozent. Der Nemax 50 rutschte um 2,1 Prozent auf 1275 Zähler.

In den USA konnten die Börsen ihre Gewinne vom Vormittag nicht halten und trugen gegen 13 Uhr Ortszeit ebenfalls rote Vorzeichen. Der Dow Jones rutschte wieder unter die 10.000-Punkte-Marke und notierte bei 9978 Zählern, rund 0,7 Prozent schwächer als zum Freitagsschlussstand. Das wichtigste US-Börsenbarometer hatte am vergangenen Mittwoch erstmals seit dem 5. September wieder über der psychologisch wichtigen Marke geschlossen. Die Nasdaq gab um 0,4 Prozent auf 2012 Punkte nach. nach.

Die nachgebenden Kurse seien auf Gewinnmitnahmen nach dem Höhenflug der vergangenen Wochen zurückzuführen, hieß es auf dem Parkett. Noch sei keine rasche Erholung der US-Konjunktur zu sehen, deshalb warteten die meisten Händler auf die morgige Sitzung der US-Notenbank. Zwar würden die meisten Marktteilnehmer eine Zinssenkung von 25 Basispunkten erwarten, wichtiger sei jedoch der Ausblick, den Fed-Chef Alan Greenspan geben wird.

Tech-Titel auf Talfahrt

Die Technologiewerte führten die Verliererliste im Dax an. Die Aktien von Infineon Chart zeigen verbilligten sich um 5,8 Prozent auf 25,72 Euro. Händler machten für die Verluste Gewinnmitnahmen und eine Wandelanleihe des Rivalen STMicroelectronics verantwortlich. "Die Technologieaktien sind in der vergangenen Woche sehr gut gelaufen und die Anleger nehmen nun Gewinne mit", sagte ein Broker. Zudem belaste eine Wandelanleihe von Europas größten Chip-Produzenten STMicroelectronics die gesamte Branche.

Aber auch die anderen Tech-Titel ließen Federn. Deutlich im roten Bereich notierten die Aktien von Siemens Chart zeigen (minus 3,1 Prozent auf 69,90 Euro), SAP Chart zeigen (minus 1,9 Prozent auf 146,80 Euro) und Epcos Chart zeigen (minus 1,3 Prozent auf 57,17 Euro).

Die kurze Gewinnerliste wurde angeführt von der Aktie der Lufthansa Chart zeigen , die 1,9 Prozent auf 15,86 Euro gewann. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte der Fluggesellschaft zugesichert, dass der Staat für den Versicherungsschutz der Flugzeuge keine Bürgschaftsgebühren erheben wird. Es müssten schnell neue Versicherungsverträge abgeschlossen werden, sagte der Kanzler am Montag auf einer Lufthansa-Betriebsversammlung in Frankfurt. Aber auch MAN Chart zeigen , MLP Chart zeigen und BMW Chart zeigen liefen gut.

Die Finanztitel tendierten zum Wochenstart schwächer. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will nach Medienberichten gegen vier deutsche Banken ein Bußgeld wegen Preisabsprachen im Sortengeschäft verhängen. Monti werde voraussichtlich an diesem Dienstag die Commerzbank Chart zeigen , die Dresdner Bank, die HypoVereinsbank Chart zeigen und die Deutsche Verkehrsbank mit einer Strafe von insgesamt rund 100 Millionen Euro belegen, berichtet die "Financial Times Deutschland". Die Banken hätten sich 1997 zusammengetan, um ihre Preispolitik für Sortengeschäfte abzusprechen. Die Commerzbank-Aktie gab zuletzt 1,3 Prozent nach. Die Anteilsscheine der HypoVereinsbank verloren 0,4 Prozent, Deutsche-Bank-Titel Chart zeigen gaben 0,5 Prozent nach.

Neuer Markt: Übernahmefantasien treiben Primacon

Die Primacom-Aktie Chart zeigen führte mit einem Kursaufschlag von 8,2 Prozent auf 4,22 Euro die Gewinnerliste im Nemax 50 an. Ein Bericht in der "Euro am Sonntag" soll Händlern zufolge wieder Übernahmespekulationen entfacht haben.

Auch Consors Chart zeigen stand wieder im Mittelpunkt der Gerüchteküche. Erst vorigen Freitag hatte der Online-Broker steigende Abwicklungszahlen bekannt gegeben, am Montag sagte Paul Wieandt, Chef-Sanierer des angeschlagenen Mutterhauses Schmidt-Bank, dass der Consors-Verkauf sofort eingeleitet werden soll. An der Börse stieg die Aktie im frühen Handel deutlich, am Abend notierte das Papier nur noch mit 1,9 Prozent im Plus auf 11,57 Euro.

Die Titel des Filmrechtehändlers Highlight Chart zeigen gaben ihre frühen Gewinne ab und rutschten mit über sechs Prozent ins Minus auf 5,51 Euro. Spekulationen um die Champions-League-Rechte haben der Aktie seit Ende November zu einem Höhenflug verholfen.

Größter Verlierer im Auswahlindex war das Papier von AT&S , das 6,5 Prozent auf 16,19 Euro abgab. Aber auch T-Online Chart zeigen gaben mit rund sechs Prozent stark nach.

Kurs des Euro deutlich gefallen

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro bei 0,8850 (Freitag: 0,8911) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2100 (2,1948) Mark. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6198 (0,6241) Pfund, 111,82 (111,50) Yen und 1,4806 (1,4787) Schweizer Franken fest.



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