Börse am Mittag Aktien orientierungslos

"Zwei gegen alle" heißt es derzeit im Dax: DaimlerChrysler und Deutsche Telekom halten im Index die Fahne hoch. Die Wachstumswerte am Neuen Markt wissen derzeit nicht wohin und pendeln ständig zwischen Plus und Minus.


Frankfurt am Main - Schwacher Auftakt, kurzer aber weiter Satz in die Plus-Zone und dann wieder zurück. Der Dax notierte zuletzt mit 0,7 Prozent im Minus. Die Wachstumswerte im Nemax-50 verlieren ihre Zugewinne, fallen in etwa auf ihre Vortagsniveau zurück, um dann wieder leicht um 0,5 Prozent zuzulegen. Es kann ja nicht jeden Tag eine Rallye geben. Der Blick auf die Wall Street verspricht zunächst wenig Besserung. Der Nasdaq Future steht leicht im Minus.

Bei den Standardwerten hieß es gegen Mittag: "Zwei gegen alle". Lediglich Deutsche Telekom (plus 2,64 Prozent) und DaimlerChrysler (plus 2,22 Prozent) verzeichnen nennenswerte Kursaufschläge. Die Papiere des Telefonriesen profitieren von einem verstärkten Kaufinteresse vor allem bei Fondsmanagern, erklären Händler. DaimlerChrysler konnten sich trotz der Klassifizierung "Bärenaktie" durch das Investmenthaus Merrill Lynch verbessern. Vielmehr schienen die Anleger den Worten des Deutsche Bank-Chefs Breuer Glauben zu schenken, der Jornalisten folgendes in den Block diktitierte: ""Wir stehen zu DaimlerChrysler und sind weiterhin von der Strategie überzeugt".

Das Bekenntnis ist ja im Grunde erfreulich. Doch riecht das Ganze nach einem abgekarteten Spiel. Denn quasi im gleichen Atemzug senkte die Deutsche Bank als Großaktionär von DaimlerChrysler die Gewinnerwartung für Volkswagen und BMW. Die Bank begründete dies mit zu erwartenden Schwächen im Exportgeschäft aufgrund des starken Euro. Auch so werden Kurse an der Börse bewegt: VW verloren zuletzt 1,55 Prozent auf 56,60 Euro. BMW-Papiere gaben um 0,96 Prozent nach.

Schwach notierten gegen Mittag Chemietitel. "Nach einer hervorragenden Performance der Werte im vierten Quartal 2000 glaubt der Markt, dass diese Aktien vorerst ausgespielt haben", sagte Andreas Theisen, Analyst bei der WGZ-Bank. BASF büßten zuletzt um 2,71 Prozent auf 45,52 Euro ein, Bayer gaben 2,13 Prozent auf 50,89 Euro ab. Schering verloren 1,65 Prozent auf 55,57 Euro.

Technologie-Aktien notierten ebenfalls schwach. Infineon verloren 0,55 Prozent. Siemens und Epcos gaben jeweils rund 0,75 Prozent ab. Unter starkem Verkaufsdruck litten die Papiere der Softwareschmiede SAP. Der Wert verlor zuletzt 4,38 Prozent und notierte bei rund 181 Euro damit am Ende des Dax.

Unter den Wachstumswerten am Neuen Markt treiben weiter institutionelle Anleger durch Zukäufe die Papiere von Intertainment hoch. Zuletzt notierte die Aktie mit Zugewinnen von rund 23 Prozent auf 17,72 Euro. Stark notierte auch ein zweiter Medienwert. Die Papiere von Edel Music belegten mit Kursaufschlägen von zuletzt rund 20 Prozent auf 8,30 Euro Platz zwei im Nemax-50. Constantin-Film lieferten mit Zuwächsen von 14,53 Prozent einen weiteren Beweise für die seit Tagen anhaltende Renaissance der Medienwerte.

Die Softwaretitel Intershop (plus 15 Prozent) und Brokat (plus 13,80 Prozent) konnten sich ebenfalls in die Gewinnerliste des Index eintragen. Konkurrent Broadvision hingegen gaben um rund vier Prozent nach und notierten damit zu den Verlierern.



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