Börse am Mittag Dax dreht ins Minus

Der Nasdaq Future zeigt nach unten, und schon dreht die Stimmung an den deutschen Aktienmärkten. Gegen den Trend stemmen sich die Aktien der Deutschen Telekom.


Frankfurt am Main - Die vorbörslichen Barometer in New York zeigen nach unten. Der Nasdaq Future steht gegen mit 0,7 Prozent im Minus. Dies belastet die Stimmung an den deutschen Aktienmärkten. Der Dax gibt seine Zugewinne vom Vormittag wieder ab und dreht mit 0,3 Prozent ins Minus. Vor allem Technologietitel präsentieren sich schwächer. Die Investoren am Neuen Markt halten sich zurück. Bei geringen Umsätzen rutscht der Nemax 50 mit 1,9 Prozent ins Minus.

Die T-Aktie steht mit einem Plus von zuletzt 2,6 Prozent auf rund 26 Euro an der Dax-Spitze. Händler René Parmantier von der Gontard & Metallbank erklärte die Zugewinne als technische Reaktion auf die Verluste der vergangenen Tage. Zudem würde der geplante Verkauf der Mehrheit an den restlichen Kabelregionen dringend benötigtes Geld in die Kassen spülen. Die Telekom baut damit ihren Schuldenberg von rund 60 Milliarden Euro ab und verringert die Gefahr einer Abwertung durch Ratingagenturen.

Gut standen weiter die Bankenwerte im Dax. Commerzbank-Titel waren mit einem Kursplus von 1,1 Prozent auf 29,18 Euro dabei der stärkste Wert. HypoVereinsbank verzeichneten zuletzt noch Zuwächse von 0,6 Prozent. Die Aktien des Branchenprimus Deutsche Bank fielen auf plus 0,3 Prozent bei 90,70 Euro zurück.

DaimlerChrysler-Aktien verloren 3,3 Prozent auf 52,90 Euro. Händler begründeten die Abschläge mit fortgesetzten Gewinnmitnahmen. Der Aufschwung sei zu schnell gewesen, um ohne Rückschläge weiterzugehen, heißt es. Am Vormittag hatte zudem das Investmenthaus UBS Warburg sich negativ zu den Gewinnaussichten des Konzerns geäußert.

Technologietitel leiden unter einer Studie des Investmenthauses Goldman Sachs, das sich negativ zu Telekommunikations-Aktien geäußert hat. Siemens gab 1,8 Prozent nach. Epcos fiel um ebenfalls um 1,8 Prozent zurück. Auch SAP zeigte sich um 0,9 Prozent schwächer.

Unter den M-Dax-Werten hatten die Papiere von Rheinmtall die Nase vorn mit Kursaufschlägen von rund zehn Prozent auf 9,65 Euro. Rheinmetall erhält überraschend einen neuen Aktionär: Der amerikanische Finanzexperte Guy Wyser-Pratte hat rund fünf Prozent der Stammaktien des Mischkonzerns gekauft. Er gilt als aktiver Aktionär, der den Börsenwert des Konzerns durch massiven Einfluss auf die Firmenpolitik steigern will, vermeldete das "Handelsblatt".

Von der guten Performance der T-Aktie profitierten auch die Papiere der Tochter T-Online. Der Titel verbesserte sich um 3,4 Prozent auf 12,31 Euro und belegte damit einen Spitzenplatz im Nemax 50.

IM Internationalmedia gaben ihre Gewinne vom Vormittag wieder gänzlich ab und fielen mit 0,6 Prozent auf 22,80 Euro ins Minus, nachdem der Wert mit mehr als sechs Prozent im Plus gestanden hatte.

Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2000 nach bisher noch vorläufigen Zahlen beim Ergebnis vor Steuern um mehr als 40 Prozent gegenüber der Planzahl von 18,96 Millionen Euro zugelegt. Auch der Jahresumsatz könnte besser ausfallen als erwartet, stehe aber nach Unternehmensangaben noch nicht fest, hieß es. Nach diesen positiven Nachrichten nahmen die Investoren die Kursgewinne aber gleich wieder mit und verkauften das Papier.

Zum letzten Mal stehen die Aktien von Gigabell unter Druck, denn sie dürfen ab Montag nicht mehr am Frankfurter Neuen Markt gehandelt werden. Die Deutsche Börse hatte die Zulassung auf Notierung am Wachstumssegment am Donnerstag entzogen. Die Wertpapiere rutschten zuletzt um 19 Prozent in den Keller und kosteten noch 0,30 Euro.

Derweil beginnt bei Gigabell eine Schlammschlacht. Die Aktie hätte nach den Worten des ehemaligen Firmenchefs Daniel David am Neuen Markt notiert bleiben können. David erklärte, der Insolvenzverwalter Dirk Pfeil und der formal noch als Gigabell-Finanzchef fungierende Johannes Funke hätten Unterlagen nicht zur Verfügung gestellt. Pfeil wies den Vorwurf zurück. David machte Pfeil und Funke dafür verantwortlich, dass kein Quartalsbericht für das dritte Jahresviertel erstellt worden sei. Die Börse hatte daraufhin der Aktie die Zulassung zum Neuen Markt entzogen.



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