Börse am Mittag Dax pendelt um 5000er Marke

Deutliche Kurszuwächse bei den Autowerten helfen dem Dax auf die Beine. Der Index schwankt um die 5000 Punkte. Die T-Aktie kann ihre Verluste reduzieren, notiert aber deutlich unter 14 Euro.


Hamburg – Vor den mit Spannung erwarteten Konjunkturdaten aus den USA tendierten die deutschen Aktienmärkte am Freitag Mittag uneinheitlich. Der Dax gewann nach einem schwachen Auftakt bis zwölf Uhr rund ein Prozent hinzu und durchbrach damit die Marke von 5000 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax 50 präsentierten sich weiter schwach und verbuchten Abschlägen von 0,9 Prozent auf 836 Zähler. Die vorbörslichen Barometer an der Wall Street stehen leicht im Plus.

Die Aktie von Volkswagen Chart zeigen gewann rund 3,70 Prozent auf 55,78 euro hinzu und führte damit den Dax an. "Die Zahlen sind sehr gut ausgefallen", urteilte Aktienhändler Chris Göttlicher von der Citibank, obwohl Volkswagen im ersten Quartal einen zweistelligen Ergebnis-Rückgang verbucht hatte. Im Sog von VW kletterten DaimlerChrysler Chart zeigen um 3,3 Prozent auf knapp 54 Euro. BMW Chart zeigen steigerten sich 1,6 Prozent.

Die Aktien der Deutsche Bank Chart zeigen gewannen 2,56 Prozent auf 76,41 Euro hinzu. "Es ist neue Fantasie in den Wert gelangt", sagte Aktienhändler Marc Treibisch von der UBS Private Banking in Frankfurt. Vorstand Josef Ackermann wolle sich mit der Wiedereinbeziehung der Privatkundensparte Deutsche Bank 24 gegen eine Übernahme durch die US-Bank Citibank wappnen: "Die Amerikaner sind nur am Investmentgeschäft interessiert. Mit der Bank 24 zusammmen will sie keiner mehr haben", sagte der Händler.

Der Aktienkurs werde nun von solchen Überlegungen getrieben, wobei auch der Eigenhandel der Deutschen Bank eine gewichtige Rolle spielen könne, erklärte Treibisch, und fügte an: "Daher gibt es Fantasie für die Aktie, die den Kurs bis auf 80 Euro ziehen könnte".

Schering Chart zeigen -Aktien haben am Freitag freundlich tendiert. Vor Börseneröffnung hatte das Berliner Pharmaunternehmen den Kauf des Krebsmittels Leukine von dem US-Konkurrenten Immunex bekannt gegeben. Schering zahlt nach eignener Auskunft für die Transaktion 380 Millionen US-Dollar. Das Papier stieg zuletzt um 1,75 Prozent auf 67,36 Euro.

Die Aktie der Deutsche Telekom Chart zeigen konnte ihre Verluste auf zuletzt rund ein Prozent oder 13,58 Euro begrenzen. Die Aktie war zu Handelsbeginn zunächst um mehr als drei Prozent abgerutscht, nachdem sie bereits am Vortag rund sieben Prozent verloren hatte. Nach Goldman Sachs und Merrill Lynch hatte am Morgen auch die Investmentbank Lehmann Brothers die Aktie abgestuft.

"Dass einflussreiche Banken ihre Ratings noch auf einem solch niedrigen Kursniveau zurücknehmen, spricht Bände", zitiert die "Welt" einen besorgten Analysten von M.M. Warburg. Sollte die Aktie das Allzeittief von 13,12 Euro nach unten durchbrechen, seien bald auch einstellige Kurse der T-Aktie vorstellbar, zumal die ganze Branche sich in einem gleichgerichteten Abwärtstrend befinde, sagte der Analyst weiter.

Der Softwarehersteller SAP Chart zeigen hat seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das Gesamtjahr bestätigt. SAP gehe von einer Erholung der Umsätze aus dem Software-Lizenzgeschäft im zweiten Halbjahr aus, sagte Vorstandssprecher Henning Kagermann am Freitag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Mannheim. Die Aktie drehte ins Plus und verbuchte zuletzt Kursgewinne von 0,81 Prozent auf 135 Euro.

Die Walldorfer rechnen weiterhin damit, dass die operativen Margen vor Sonderposten im laufenden Jahr das Vorjahresniveau von 20 Prozent um einen Prozentpunkt übertreffen werden. Nicht miteinbezogen seien Kosten im Zusammenhang mit den aktienbezogenen Vergütungsprogrammen STAR und LTI sowie die durch die Übernahme von TopTier entstandenen Aufwendungen. Der Umsatz soll um 15 Prozent steigen.

Während auch Siemens Chart zeigen leicht ins Plus drehen konnten, notierten die Papiere von Epcos Chart zeigen (minus 0,88 Prozent auf 43,85 Euro) und Infineon Chart zeigen (minus 2,87 Prozent auf 19,28 Euro) weiter in der Verlustzone.

Daten von der Wall Street

Wenig Erfreuliches erwarten Börsianer von der Konjunkturfront. Nach Einschätzung von Experten dürfte die US-Arbeitslosenquote im April auf 5,8 Prozent gestiegen sein und damit ihren Höhepunkt erreicht haben. Im März hatte die Arbeitslosenquote bereits überraschend deutlich um 0,2 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent zugelegt. Gleichzeitig wird bei der Vorlage der April-Arbeitsmarktdaten (14.30 Uhr MESZ) im Durchschnitt mit einer Zunahme der Zahl der Beschäftigten ex Agrar um knapp 60.000 gegenüber dem Vormonat gerechnet. Im März war bereits ein entsprechender Anstieg um 58.000 Personen verzeichnet worden.

Allerdings wiesen Börsianer darauf hin, dass der Markt schwache Arbeitsmarktdaten bereits in die Aktienkurse eingepreist habe. Sollte das Zahlenwerk allerdings deutlich von den Erwartungen abweichen, könnte es an der Wall Street weiter bergab gehen. Überdies erwarten die Märkte den Einkaufsmanager-Index für das nicht verarbeitende Gewerbe. Die Daten werden gegen 16 Uhr (MEZ) veröffentlicht.



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