Börse am Mittag Dax verteidigt seine Gewinne

Chemiewerte im Dax sind gefragt, DaimlerChrysler und Volkswagen können zulegen. Am Neuen Markt steht Consors unter Druck: Der Mehrheitsaktionär des Direkt-Brokers steckt offenbar in Schwierigkeiten.


Frankfurt am Main – Die deutschen Aktien haben bis Mittag ihre Gewinne halten können. Der Dax notierte gegen 13 Uhr 1,2 Prozent fester bei 5067 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax 50 standen mit rund einem Prozent bei 1249 Punkten im grünen Bereich.

Neue US-Konjunkturdaten könnten heute für Bewgung sorgen. Vor Börsenstart in New York werden die Verbraucherpreise, Daten zur Industrieproduktion, zu den Realeinkommen und zur Kapazitätsauslastung im Monat Oktober erwartet.

Chemietitel im Dax zogen kräftig an. Mit zuletzt 4,7 Prozent auf 27,50 Euro verteuerten sich Degussa Chart zeigen -Papiere und profitierten damit unter anderem von einer Studie von Goldman Sachs, sagte ein Händler. Die Bank habe ihre Einschätzung "Market Performer" beibehalten. Bayer stiegen um 3,6 Prozent auf 35,40 Euro.

Bayer will seinen potenziellen Blockbuster Vardenafil zusammen mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline vermarkten. Damit hat der in den USA vertriebsschwache Pharmakonzern einen starken Partner gefunden. Das weltweite Abkommen für das Medikament gegen erektile Dysfunktionen sieht vor, dass alle Entwicklungs- und Marketingkosten, ebenso wie die Gewinne geteilt werden.

Ein Pluszeichen stand auch vor der Eon Chart zeigen -Aktie. Der Titel verbesserte sich um 1,2 Prozent auf knapp 58 Euro. Der Versorger kann einem Pressebericht zufolge bei der angestrebten Mehrheitsübernahme des Essener Ruhrgas-Konzerns auf weitgehende Rückendeckung der Bundesregierung zählen. Goldman Sachs will die Aktie nach gestriger Vorlage der Geschäftszahlen auf seiner Empfehlungsliste behalten. Das Unternehmen verspreche überdurchschnittliches Wachstum bei "aggressiven" Spar- und Restrukturierungs-Maßnahmen, heißt es in der Analyse vom Freitag.

DaimlerChrysler Chart zeigen kletterten ohne neue Nachrichten an die Dax-Spitze mit einm Plus von 2,9 Prozent auf 45,47 Euro. Volkswagen Chart zeigen zeigten sich mit plus 2,6 Prozent auf 49,90 Euro ebenfalls fester. BMW Chart zeigen dagegen notierten nahezu unverändert auf ihrem Vortagesniveau bei 38,75 Euro.

Unter den Technologiewerten verzeichneten Siemens Chart zeigen mit 2,8 Prozent auf 68,37 Euro die größten Zuwächse. Schwächster Technologiewert waren die Aktien von SAP Chart zeigen mit Verlusten von 1,3 Prozent auf 128,35 Euro. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte das SAP-Papier am Vortag von "Buy" auf "Acumulate" herabgestuft. Analyst Daud Khan erwartet, dass die Lizenzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent auf 686 Millionen Euro sinken werden. Unter Verkaufsdruck standen ebenso Infineon Chart zeigen , die 1,75 Prozent auf 23,04 Euro nachgaben. Der Wert gehörte am Vortag mit plus 6,6 Prozent zu den größten Gewinnern im Dax.

Am Neuen Markt gehörten die Aktien des Online-Broker comdirect Chart zeigen zu den größeren Gewinnern mit Kursaufschlägen von zuletzt 4,2 Prozent auf 11 Euro.

Comdirect will wie erwartet seine Auslandstöchter in Italien und Frankreich noch 2001 verkaufen und hat im dritten Quartal einen geringeren Verlust als von Analysten prognostiziert erlitten. Der Geschäftsverlauf in Italien und Frankreich habe nicht den Erwartungen entsprochen, teilte die Bank am Freitag in Frankfurt mit.

Positiv auf die Zahlen reagierte die WestLB Panmure. Analyst Johannes Thormann stufte die comdirect-Aktie von "Neutral" auf "Outperform" hoch.

Der Aktienkurs von EM.TV Chart zeigen hat nach Händlerangaben unter dem Verkauf eines größeren Aktienpakets gelitten. Die Aktie sank nach dem Verkauf von 50.000 Aktien um mehr als fünf Prozent auf zwei Euro.

Schwächster Wert im Nemax 50 waren die Aktien des Direkt-Brokers Consors Chart zeigen , die mehr als acht Prozent auf 12,40 Euro nachgaben. Der Mehrheitsanteilseigener von Consors, die SchmidtBank, gerät einem Zeitungsbericht zufolge offenbar immer mehr unter Druck. Wie die FTD am Freitag berichtete, hat das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen dem Institut bis Freitag ein Ultimatum gestellt, ihre Bilanzprobleme zu bereinigen oder einen Käufer zu finden. Sowohl die SchmidtBank als auch das Aufsichtsamt wollten die Angaben allerdings nicht kommentieren. Die SchmidtBank habe nach dem Bericht ihre Beteiligung am Direkt-Broker mit mehreren Millionen Euro zu hoch bewertet.



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