Börse am Mittag Die Kurse bröckeln wieder

Autotitel geraten stärker unter Druck, und auch die Gewinne bei Technologietiteln bröckeln. Am Neuen Markt ist Senator gefragt.


Frankfurt am Main –Der Dax baute bis zum Mittag seine Verluste auf 0,7 Prozent aus und notierte bei 5353 Zählern. Am Neuen Markt pendelte der Nemax 50 knapp unter seinem Vortagesschluss von 1024 Punkten.

Bei dünnen Umsätzen kurz vor den Osterfeiertagen behalten die Skeptiker die Oberhand. Der deutliche Anstieg des US-Verbrauchervertrauens hat bei einigen Börsianern erneut die Angst ausgelöst, die Fed könne die Zinsen früher als erwartet erhöhen. Das Plus an den US-Börsen war am Vortag trotz der guten Wirtschaftsdaten bescheiden ausgefallen.

Techtitel: Gewinne bröckeln

Der Softwarehersteller SAP Chart zeigen hielt sich als einziger Technologiewert nennenswert im Plus. Der Chiphersteller Infineon Chart zeigen und der Bauelemente-Produzent Epcos Chart zeigen drehten am Vormittag leicht ins Minus. Die Deutsche Telekom Chart zeigen baute ihre Verluste auf 0,8 Prozent aus.

Die Aktien des Wiesbadener Industriegas-Hersteller Linde Chart zeigen tendierten kurz vor Erläuterung der Jahresbilanz ein Prozent schwächer. Trotz eines schwächeren Ergebnisses im Jahr 2001 hält der Konzern an seiner Dividende von 1,13 Euro fest. Analysten erwarten für das Jahr 2002 einen positiven Ausblick.

Autotitel unter Druck

Der Autobauer DaimlerChrysler Chart zeigen baute nach dem deutlichen Anstieg der vergangenen Tage seine Verluste auf 1,4 Prozent aus. Auch Volkswagen Chart zeigen gab deutlich nach. Nach japanischen Zeitungsberichten prüft der japanische Automobilkonzern Mitsubishi Motors, sein Lkw- und Bus-Geschäft in ein Joint Venture mit DaimlerChrysler An dem Gemeinschaftsunternehmen könnte DaimlerChrysler, das bereits mit 37 Prozent an Mitsubishi beteiligt ist, 30 Prozent übernehmen, hieß es.

Die Aktie der Lufthansa Chart zeigen war bereits gestern stark unter Druck geraten und setzte am Mittwoch den Sinkflug fort. Die Commerzbank hält die Aktie für deutlich überbewertet und hat die Aktie herabgestuft.

Neuer Markt: Senator nach Zahlen sehr fest

Der Medienkonzern Senator Entertainment Chart zeigen erwartet nach roten Zahlen für 2001 für das laufende Geschäftsjahr ein positives Ergebnis. Der positive Ausblick verhalf der Aktie um knapp zehn Prozent ins Plus. Das Ebit ist im Jahr 2001 allerdings auf 5,7 Mio Euro gegenüber 18,1 Millionen Euro im Vorjahr gesunken, das Jahresergebnis lag 2001 bei minus 4,2 Millionen Euro. Grund ist die Beteiligung an der defizitären CinemaxX AG.

Ebenfalls deutlich zulegen konnte der Logistik-Dienstleister Thiel Logistik. Das Unternehmen stehe vor dem Abschluss von Neuverträgen mit einem Volumen von mehreren Milliarden Euro. Derzeit werde konkret mit vier Kunden verhandelt, deren Logistik zu übernehmen, sagte der Unternehmenslenker Günter Thiel der "Financial Times Deutschland".

ConSors schwächer

Der zweitgrößte deutsche Online-Broker ConSors Chart zeigen hat 2001 einen Konzern-Verlust von 125,5 Millionen Euro verbucht. Beim Vorsteuer-Ergebnis lief ein Fehlbetrag von 212,83 Millionen Euro auf, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 28,3 Millionen Euro erwirtschaftet wurde. Angesichts der hohen Verluste will Consors für 2001 keine Dividende zahlen. Consors soll wie geplant Ende März in einem Bieterverfahren verkauft werden, heißt es. Die Aktie gab am Vormittag rund drei Prozent nach.

Mobilcom: Nur der Chef kassiert

Die Aktie des Büdelsdorfer Mobilfunkbetreibers MobilCom verlor am Mittwoch weitere 3,2 Prozent und fiel zeitweise unter 13 Euro. Am Dienstag hatte das Unternehmen mitgeteilt, Konzernchef Gerhard Schmid werde seine Anteile an eine Gruppe von Finanzdienstleistern verkaufen. Spekulative Anleger seien daraufhin ausgestiegen, "weil sie sich darüber im Klaren sind, dass France Telecom MobilCom in nächster Zukunft nicht konsolidieren wird", sagte ein Händler. Viele hätten darauf gesetzt, dass es zu einem Pflichtangebot an die freien Aktionäre kommen wird. "In den nächsten ein bis zwei Jahren wird das nicht passieren", sagte der Händler. Der DVD-Anlagenbauer Singulus Chart zeigen hat 2001 sinkende Umsätze in allen Bereichen hinnehmen müssen. Insgesamt sei der Umsatz im abgelaufenen Jahr auf 225,5 Millionen Euro von 375,7 Millionen Euro im Jahr zuvor gefallen. Einen Einblick in die Bilanz gewährt auch das biopharmazeutische Unternehmen MediGene . In den Zahlenreigen stimmt auch PrimaCom mit ein.

Nikkei fest

Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch fest geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte verbesserte sich deutlich um 115,76 Punkte oder 1,03 Prozent und ging mit 11 323,68 Punkten aus dem Handel. Mitsubishi gehörte mit einem Plus von knapp elf Prozent zu den größten Gewinnern: Offenbar versprechen sich die Anleger viel von der deutsch-japanischen Zusammenarbeit mit DaimlerChrysler.

Der Euro notierte am Morgen mit 0,8758 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte am Dienstag den Referenzkurs bei 0,8737 Dollar festgesetzt. Es gelinge dem Euro nicht, den Widerstand bei 0,88 US-Dollar zu brechen, hieß es. Der leide gegenwärtig unter neuen Inflationsängsten, die hervorgerufen würden durch die Ölteuerung und die mit der Euro-Einführung beobachteten Preissteigerungen.



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