Börse am Mittag Keine Käufer in Sicht

Die Kauflust der Anleger tendiert gegen Null. Am Neuen Markt rutscht der Nemax-50 zeitweilig unter die Marke von 1600 Punkten. Im M-Dax können die Aktien von Beiersdorf kräftig zulegen.


Frankfurt am Main – Während die Standardwerte im Dax im Schnitt ihre Verluste stabilisieren konnten und lediglich um 0,6 Prozent auf 6125 Punkte nachgaben, ging es am Neuen Markt weiter abwärts. Die Wachstumswerte im Nemax-50 verbilligten sich bis 12.10 Uhr um 3,2 Prozent und fielen deutlich unter die Marke von 1600 Punkten. Letzter Stand: 1589 Zähler.

"Der ganze Markt zeigt sich lustlos, die Umsätze sind relativ dünn und wir befinden uns im Banne des Hexensabbat am Freitag", sagte ein Frankfurter Händler. Vor dem Verfallstermin für Optionsscheine und Futures sei nicht mit großen Marktbewegungen zu rechnen. "Bis dahin halten sich vor allem die institutionellen Anleger zurück", fügte er hinzu.

Die Deutsche Telekom und British Telecom haben ein Bündnis für den neuen Mobilfunkstandard UMTS geschlossen. Die Vereinbarung umfasse den gemeinsamen Aufbau und Betrieb der UMTS-Netze in Deutschland und Großbritannien, teilte Viag Interkom in München mit. Dadurch könnten die Kosten für die Einführung der UMTS-Netze erheblich gesenkt werden. In Deutschland unterzeichneten die Telekom-Tochter T-Mobile und die BT-Tochter Viag Interkom die Absichtserklärung. T-Mobile rechnet mit möglichen Einsparungen für den Netzaufbau von rund 30 Prozent. Die T-Aktie notierte zuletzt noch mit rund 0,93 Prozent im Plus auf punktgenau auf 24 Euro.

Die Aktien der HypoVereinsbank führten den Dax mit plus 2,42 Prozent auf 57,99 Euro an: Die HVB-Gruppe will ihr Privatkundengeschäft künftig einheitlich unter dem Namen HypoVereinsbank über die Filialnetze der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG, der Vereins- und Westbank AG und der Norisbank anbieten.

Unter Kursabschlägen litten erneut die Aktien der Lufthansa. Die Papiere verloren 2,37 Prozent auf 21,38 Euro. Nach dem Tarifabschluss der Piloten befürchten Marktteilnehmer offenbar nun auch Nachverhandlungen des Bodenpersonals.

BMW hat im Monat Mai erstmals in seiner Geschichte mehr als 80.000 Wagen verkauft. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Plus von rund acht Prozent. Der Aktie nützt die Meldung heute wenig. Die Papiere von BMW verloren 1,15 Prozent auf 39,54 Euro. DaimlerChrysler gaben 1,38 Prozent auf rund 53 Euro nach. Volkswagen-Aktien verbilligten sich um 2,11 Prozent auf 56,04 Euro.

Der Kurs der Fraport-Aktie ist auch am zweiten Handelstag des Papiers gesunken. Die Aktie verlor zuletzt 3,16 Prozent auf 33,70 Euro. Am Vortag war das Papier beim Wert von 34,80 Euro aus dem Handel gegangen, der Ausgabepreis hatte 35 Euro betragen.

Die Beiersdorf AG hat die Jahresüberschuss-Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt. Wie der Vorstandsvorsitzende Rolf Kunisch auf der Hauptversammlung am Dienstag in Hamburg sagte, wird der Kosmetik-Hersteller den Überschuss im Jahr 2001 auf 270 Millionen Euro steigern. Die Aktie legte 4,60 Prozent auf 120,50 Euro zu.

Die ebenfalls im M-Dax notierten Aktien von MLP legten um 1,50 Prozent auf 122 Euro zu. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dass die Deutsche Börse noch in diesem Monat über einen Nachfolger für die Dresdner Bank im Dax entscheiden werde. Als Favorit für den Aufstieg in den Kreis der 30 deutschen Top-Titel gilt dem Handelsblatt zufolge seit mehreren Monaten der Finanzdienstleister MLP.

Am Neuen Markt befanden sich die Papiere des Softwareherstellers Brokat auf leichtem Erholungskurs. In einem schwachen Marktumfeld legte die Aktie um 1,13 Prozent auf 6,29 Euro zu, nachdem sie am Vortag 11,52 Prozent verloren hatte. Durch die Neubewertung von Tochtergesellschaften und Beteiligungen sei inzwischen die Hälfte des Grundkapitals des Unternehmens aufgebraucht, meldete Brokat am Vortag. Das Unternehmen will rund 300 Stellen abbauen und mehrere Filialen schließen.

Die Biodata Information Technology AG hat eine Inhaberschuldverschreibung ausgegeben. Aus der privat platzierten Inhaberschuldverschreibung resultieren insgesamt rund 35 Millionen Euro zusätzliche Liquidität. Konnte die Nachricht den Kurs von Biodata zueltzt noch beflügeln, fiel der Wert zuletzt mit 1,75 Prozent auf 24,66 Euro ins Minus.

Die Basler AG hat einen Großauftrag von "einem renommierten Hersteller aus der Flachbildschirmindustrie" über mehrere Inspektionsanlagen "in Euro-Millionenhöhe" gewonnen, teilte das Unternehmen in einer Pflichtveröffentlichung mit. Basler verbesserten sich um 4,65 Prozent auf neun Euro.

Die auf Software für "E-Government" spezialisierte Fabasoft AG hat für das abgelaufene Geschäftsjahr 2000/2001 einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 2,62 Millionen Euro ausgewiesen. Der Umsatz habe um 18,6 Prozent auf 8,98 Millionen Euro zugelegt. Fabasoft stiegen 16,50 Prozent auf 2,40 Euro.



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