Börse am Mittag Lufthansa und Infineon brechen ein

Lufthansa und Infineon testen neue Tiefstände, Münchener Rück gibt nach der neuen Schadenschätzung stark nach. Spekulationen um Leerverkäufe bei Versicherern erhärten sich. SAP, Post und T-Aktie trotzen der Schwäche.


Frankfurt am Main – Die neuen Schadensschätzungen der Münchener Rück und die Gewinnwarnung der Lufthansa wiegen schwerer als die späte Erholung an den US-Märkten gestern. Der Dax rutschte bis zum Mittag um 3,0 Prozent ab und durchschlug die 4000-Punkte-Marke, gegen 13.50 lag er bei 3920 Punkten. Der Nemax 50 zeigte sich 1,5 Prozent schwächer und notierte wieder unter 800 Punkten.

Zu den wenigen Gewinnern zählten SAP Chart zeigen und die Post AGChart zeigen . SAP hat seine Gewinnprognosen erneut bestätigt. Bei der Post dauert die Erholung an, da sie als defensiver Wert gesucht bleibt. Auch die Aktien der Deutschen Telekom Chart zeigen zeigten sich weiter robust.

Die Telekommunikationsbranche ist für Investoren wieder interessant, da mit technologischer Aufrüstung gerechnet wird. Außerdem würden Geschäftsreisen in Zukunft in noch stärkerem Maße durch Videokonferenzen ersetzt. Einem Bericht des "Handelsblattes" zufolge dürften die Deutsche Telekom und DaimlerChrysler außerdem den Zuschlag der Bundesregierung für das elektronisches Mautsystem für LKW erhalten.

Belastung bei Münchener Rück verdoppelt

Die Münchener Rück Chart zeigen rechnet inzwischen mit einer möglichen Belastung aus den Terroranschlägen in den USA von 2,1 Milliarden Euro Euro – doppelt so viel wie bislang geschätzt. Dies wäre die größte Belastung in der Geschichte des Unternehmens. Diese Zahlen belasteten auch die Allianz Chart zeigen.

Das Investmenthaus Merrill Lynch hat den gesamten Versicherungssektor indessen wiederholt mit "Übergewichten" bewertet. Insbesondere durch die "übertriebenen Kursverluste" nach den Anschlägen in den USA hätten Versicherungstitel wieder an Attraktivität gewonnen.

Die Aktien der Münchener Rück stehen ebenso wie die Aktien von US-Fluglinien im Zentrum von Ermittlungen. Der Verdacht, Terroristen könnten an der Börse Tokio Versicherungs- und Airlineaktien im großen Stil leer verkauft haben, erhärtet sich. Der Einsatz könne bis zu 500 Millionen Dollar betragen haben, sagte ein Sicherheitsexperte im Interview mit manager-magazin.de.

Gewinnwarnung von Lufthansa

Einer der größten Verlierer war bis zum Mittag die Aktie der Lufthansa Chart zeigen . Die Fluggesellschaft hat gestern abend eine Gewinnwarnung heraus gegeben und angekündigt, bis zu 15 Airbus-Bestellungen zurückzustellen. Die beiden weltgrößten Fluggesellschaften, American Airlines und United Airlines, wollen jeweils 20.000 Mitarbeiter entlassen. Damit hat sich die Zahl der von amerikanischen Fluggesellschaften nach den Terroristenattacken angekündigten Entlassungen auf rund 70.000 Personen erhöht.

Stark unter Druck war auch die Aktie von Adidas Chart zeigen , die nach dem angekündigten Einstieg beim FC Bayern und aufgrund von Absatzsorgen in den USA weiter verlor und deutlich unter 50 Euro rutschte.

Deutsche Bank in kritischer Verfassung

Die Rezessionsangst hat die Titel der Deutsche Bank Chart zeigen gestern um mehr als neun Prozent abwärts geschickt. Die Talfahrt an den Börsen und die Zurückhaltung von Unternehmen bei Investitionen belasten den Finanzsektor. Die Aktie konnte sich leicht erholen, pendelt aber weiterhin um bescheidene 51 Euro.

Neuer Markt: Morphosys sehr schwach

Die Aktien der Biodata Information Technology Chart zeigen legten weiter zu, obwohl der Kursverlauf seit gestern stark schwankt. Biodata liefert Sicherheitssoftware für Telefone, Faxe und PCs. "Die ganze Sicherheitssoftware-Branche läuft derzeit gut wegen der Anschläge in den USA und Computer-Viren wie dem Virus 'Nimda'", sagte der Analyseleiter der Frankfurter Sparkasse, Andreas Köchling. Bei Biodata könne es nach den starken Zugewinnen aber jederzeit zu Gewinnmitnahmen kommen. Sehr schwach waren das Biotech-Unternehmens MorphoSys Chart zeigen und der Spezialmaschinenbauer Aixtron Chart zeigen.

US-Märkte: Späte Erholung nach tiefem Sturz

Der Dow Jones, der zwischenzeitlich um mehr als vier Prozent gefallen war, konnte sich in der letzten Handelsstunde deutlich erholen und reduzierte seine Verluste auf 1,6 Prozent (8759 Zähler). Der Nasdaq Composite schloss 1,8 Prozent schwächer. Das Beige Book der US Federal Reserve weist in allen zwölf Distrikten der regionalen Notenbanken eine nur mäßige Wirtschaftsentwicklung für August und Anfang September aus – bereits vor den Anschlägen war die Entwicklung schwächer als von Volkswirten erwartet.

Tokio schwächer

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstag wieder nachgegeben. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel um 1,6 Prozent auf 9785 Punkte. Der Euro gab im Handelsverlauf wieder nach. Er wurde zuletzt mit 0,924 Dollar notiert nach 0,9255-58 Dollar am Vortag.



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