Börse am Mittag SAP unter Druck

ThyssenKrupp und BMW ziehen an, während SAP auf der Verkaufsliste steht. RWE notiert nach Jahreszahlen fester. Der Nemax 50 baut seine Verluste aus und droht unter 1400 Punkte zu rutschen.


Frankfurt am Main - Der Dax dümpelte bis zum Mittag mit einem Minus von 0,3 Prozent weiter knapp unter 6100 Zählern dahin. Der sogenannte Wachstumsindex Nemax 50 gab weitere 2,2 Prozent nach und drohte unter die 1400 Punkte zu rutschen. Händler erwarten auch für den Rest des Tages einen ruhigen Handel. Da morgen in den USA Independence Day gefeiert wird, schließen die US-Börsen heute bereits um 19 Uhr MEZ.

Defensive Standardwerte gaben im Dax den Ton an. Der Stahlkonzern ThyssenKrupp war mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 15,95 Euro Spitzenreiter im Index. Händler erklärten dies mit der Meldung, dass ThyssenKrupp jetzt auch in Mexiko und Italien lasergeschweißte Feinbleche für die Automobilindustrie herstellt.

Neben ThyssenKrupp und MAN (plus zwei Prozent auf 25,65 Euro) kletterte der Autobauer BMW um 1,6 Prozent auf 40,21 Euro und reagierte damit mit einem Tag Verspätung auf die gestiegenen Autozulassungszahlen in Frankreich. DaimlerChrysler war bereits gestern über 56 Euro geklettert und gab am Dienstag wieder 0,5 Prozent auf 55,75 Euro nach.

RWE steigert Umsatz

Der Energiekonzern RWE hat sein vorläufiges Jahresergebnis vorgestellt. Das Betriebsergebnis habe um mehr als 35 Prozent zugelegt und der Umsatz 2000/01 sei um 29 Prozent auf 62 Milliarden Euro gewachsen, teilte der Konzern am Dienstag bekannt. Die Aktie, die bereits in der Vergangenheit den Versorgerindex übertroffen hat, legte am Vormittag um 0,3 Prozent auf 46,90 Euro zu.

Der Chemiekonzern BASF (minus 0,3 Prozent) blieb von der Gewinnwarnung des US-Chemiekonzerns Dupont zunächst unbeeindruckt. Bayer gab dagegen um 1,2 Prozent auf 46,10 Euro nach. Am Markt kursierten Gerüchte, Merrill Lynch werde Bayer zurückstufen.

SAP erhöht Anteil an SAP SI

Der Chiphersteller Infineon wurde von der Gewinnwarnung von Dialog Semiconductor belastet und notierte 1,5 Prozent schwächer auf 28,06 Euro. Der Softwarehersteller SAP hat seinen Anteil an der im Nemax 50 notierten Tochter SAP SI um sieben auf 60 Prozent erhöht. Dies setzte die SAP-Aktie (minus 2,4 Prozent auf 161,30 Euro) unter Druck, während die Tochter SAP SI um 3,3 Prozent auf 23 Euro zulegen konnte. Die Commerzbank empfahl außerdem SAP-Aktionären, ihre Anteile zu reduzieren.

Gerüchte um Hannover Rück dementiert

Im Nebenwerteindex M-Dax, der bis zum Mittag 0,1 Prozent auf 4809 Punkte zulegte, waren die Aktien des Rückversicherers Hannover Rück mit einem Plus von knapp fünf Prozent Spitzenreiter. Der HDI-Konzern hat die am Züricher Aktienmarkt umlaufenden Gerüchte als "Unsinn" zurückgewiesen, wonach die Schweizer Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Swiss Re), die HDI-Tochter Hannover Rück übernehmen wolle.

Neuer Markt dümpelt weiter

Der Neue Markt ist weiter im Rückwärtsgang. Die Insolvenz von Kabel New Media lastet auf dem Markt. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist der Pennystock in den Händen der Zocker: Am Dienstag legte die Aktie 15 Prozent auf 0,60 Euro zu.

Gewinner im Nemax 50 waren am Dienstag Morgen Comroad (plus 7,6 Prozent auf 10,75 Euro) und Kabel-Konkurrent Pixelpark mit einem Plus von sieben Prozent auf 8,10 Euro. "Der angekündigte Aufbau der Telematik-Netzwerke in China tut der Comroad-Aktie gut", sagte ein Händler. Comroad hatte einen Auftrag über den Aufbau von zunächst sieben Telematik-Netzwerken in China gemeldet.

Heute treffen sich außerdem die Aktionäre der Tomorrow Internet AG in Hamburg und der CE Consumer Electronic in München zur Hauptversammlung. CEC gab am Dienstag bekannt, ab 2002 die Bilanzierungsmethode von IAS auf US-GAAP umzustellen. Diese Änderung würde das Ebit in der Bilanz um rund zehn Millionen Mark erhöhen. Außerdem werde CEC die restlichen Anteile an ihrer Mehrheitsbeteiligung an SND Electronics voraussichtlich günstiger und schneller als geplant übernehmen, hieß es. Die CEC-Aktie stieg um 1,4 Prozent auf 8,10 Euro.

Euro gibt nach

Der Euro hat am Dientag nachgegeben. Gegen 12 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung 0,8461US-Dollar. Vor der EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag rechnen viele Marktteilnehmer mit einer Zinssenkung.



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