Börse am Mittag US-Futures belasten

Die US-Futures tendieren minimal schwächer. Die Gewinne in Dax und Nemax schmelzen. Thyssen Krupp und Infineon bauen dagegen ihre Gewinne aus. Versorgerwerte und Deutsche Telekom stehen auf der Verkaufsliste.


Frankfurt am Main - Der Dax reduzierte am frühen Nachmittag seine Gewinne auf 0,3 Prozent und notierte bei 5165 Punkten. Das Plus im Nemax 50 verringerte sich auf 1,2 Prozent, der Index notierte bei 1330 Zählern. Die US-Futures deuten auf eine knapp behauptete Eröffnung an der Wall Street hin. Anleger nehmen deshalb erste Gewinne mit.

New and Old Economy Seite an Seite

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Aktie von ThyssenKrupp Chart zeigen auf ihre Empfehlungsliste gesetzt. Der Anteilsschein legte zuletzt mehr als vier Prozent zu und war gemeinsam mit Infineon Chart zeigen Spitzenreiter im Index. Die Aktie des Chipherstellers baute nach festem Start ihre Gewinne bis zum Mittag immer weiter aus.

Auf dünnem Eis

Bei der schnellen Klettertour wächst allerdings das Risiko von Gewinnmitnahmen. Seit den Tiefständen im September haben der Dax rund 44 Prozent und der Nemax 50 rund 100 Prozent an Wert gewonnen. Die Börse denkt weit voraus: Obwohl die aktuellen Wirtschaftsdaten bedrückend sind, könnte sich bei den konjunkturellen Frühindikatoren ein Stabilisierungskurs andeuten, meinen Analysten. Beim US-Verbrauchervertrauen, das am Dienstag bekannt gegeben wird, rechnen Experten mit leichten Verbesserungen gegenüber dem Vormonat.

Comeback der Autotitel

DaimlerChrysler Chart zeigen (plus 2,2 Prozent) und Volkswagen Chart zeigen (plus 1,7 Prozent) tendierten weiterhin fest, nachdem sie bereits am Freitag zu den größten Gewinnern gezählt hatten. Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat erwartungsgemäß die neue Konzernstruktur verabschiedet. DaimlerChrysler könnte von einer Erholung in Nordamerika überproportional profitieren und hat die 50-Euro-Marke inzwischen übersprungen.

Auch die Aktie des Nutzfahrzeug- und Maschinenherstellers MAN Chart zeigen konnte ihr Plus auf 2,7 Prozent vergrößern. MAN-Chef Rudolf Rupprecht sucht laut Presseberichten nach neuen Wegen, um bei der geplanten Übernahme des schwedischen Lkw-Herstellers Scania voranzukommen.

Technologie freundlich - Ausnahme Telekom

Die Technologiewerte konnten bis zum Mittag ihre Gewinne überwiegend verteidigen. Neben Infineon legten SAP Chart zeigen und Siemens Chart zeigen zwischen 2,0 und 2,7 Prozent zu. Lediglich die Aktie der Deutsche Telekom Chart zeigen rutschte zwei Tage vor Veröffentlichung der Quartalszahlen in die Verlustzone. Befürchtungen, ehemalige Voicestream-Aktionäre könnten Anfang Dezember den Markt erneut mit Aktien überschwemmen, hatten die T-Aktie in der Vorwoche belastet. Außerdem wird am Freitag der MSCI-Index umgestellt - dort wird die T-Aktie auf Grund ihres geringen Streubesitzes weniger Gewicht haben.

Auch die Münchener Rück Chart zeigen gehörte am Montag zu den Verlierern. Der Rückversicherer veröffentlicht am Donnerstag seine Zahlen. Weiterhin standen die Versorgerwerte Eon Chart zeigen und RWE Chart zeigen unter Verkaufsdruck.

Neue Spekulationen um Deutsche Bank

Die Aktie der Deutsche Bank Chart zeigen tendierte am Montag um den Vortagesschluss. Nach Berichten des britischen "Independent" könnte Lloyds TSB eine erneute Annäherung an die Deutsche Bank wagen. Dabei setze Lloyds auf den Deutsche-Bank-Kronprinz Josef Ackermann, der im Gegensatz zu Rolf Breuer einem Umzug der Deutschen Bank von Frankfurt nach London weniger abgeneigt sein soll.

Die Kurse am Neuen Markt klettern unbeirrt weiter. Nach der rasanten Kurserholung könnte ein weiterer Aufschwung allenfalls von der großen Liquidität am Markt getragen sein, sagten Händler. Das Risiko von Gewinnmitnahmen sei groß.

T-Online: Für Inhalte zahlen

Der Internet-Dienstleister-Tochter T-Online Chart zeigen veröffentlicht am Mittwoch ebenso wie die Konzernmutter Zahlen, stieg im Gegensatz zur Konzernmutter jedoch um 1,5 Prozent. Der Internet-Provider will mit seinen Unterhaltungsangeboten Gebühren im Internet durchsetzen. Marketing-Vorstand Burkard Graßmann sagte der Zeitung "Die Welt", ab Anfang nächsten Jahres würden Gebühren erhoben.

Online-Banken: Totgesagte leben länger

Die Aktien der Online-Broker kletterten trotz der Äußerung des Deutsche-Bank-Vorstands Hermann Josef Lamberti, das reine Online-Brokerage sei tot. Die Direkt Anlage Bank gehörte mit einem Zuwachs von knapp vier Prozent zu den größten Gewinnern im Index. Comdirect Chart zeigen legten 1,3 Prozent zu. Auch ConSors Chart zeigen , die von den Schwierigkeiten der Schmidt Bank belastet wird, konnte nach zuletzt herben Verlusten am Mittag die Talfahrt zumindest vorläufig stoppen.

Kinowelt: Letzte Vorstellung?

Dem angeschlagenen Kinowelt-Konzern droht die Pleite, die Aktie brach am Montag zweistellig ein. Die niederländische Bank ABN Amro habe ihre Kredite gekündigt, teilte die Kinowelt Medien AG am Montag mit. Der Kreditbetrag belaufe sich auf mehr als 100 Millionen DM. Kinowelt ist nach eigenen Abgaben nicht in der Lage, diesen Betrag bis zum 28. November aufzubringen. Wenn keine kurzfristige Einigung mit ABN Amro möglich sei, werde voraussichtlich ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Am Freitag wird Kinowelt Chart zeigen ebenso wie Senator Entertainment Chart zeigen Zahlen vorlegen.

Euro etwas fester

Der Euro ist am Montag wieder über 0,88 Dollar gestiegen. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 0,8817 Dollar gehandelt.



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