Börse am Mittag Wenig Bewegung

Die T-Aktie baut gegen Mittag ihre Verluste aus. Analysten beurteilen die Zahlen zusehends kritisch und stufen den Wert vereinzelt ab. Am Neuen Markt machen Ixos und Heyde das Rennen. Ansonsten zeigt sich das Bild an den deutschen Aktienmärkten kaum verändert.


Frankfurt am Main – Gegen Mittag zeigten sich die deutschen Aktienindizes wenig verändert. Der Dax lag gegen 12.45 Uhr zuletzt mit 0,1 Prozent auf 5788 Punkte leicht im Minus. Die Wachstumswerte im Nemax 50 standen unverändert mit 0,4 auf 1238 Zähler im Plus. Die vorbörslichen Barometer in New ließen keine klare Tendenz erkennen.

Nach einem freundlichen Start hat die Aktie der Deutschen Telekom deutlich nachgegeben und stand zuletzt mit Abschlägen von 2,25 Prozent auf 25,17 Euro am Dax-Ende. Händler begründeten die Verluste zum Teil mit Gewinnmitnahmen. Der Markt reagiere aber auch auf die Halbjahresbilanz, die der Konzern vorgelegt hat. Negativ wurde der angestiegene Schuldenberg des Konzerns bewertet.

Wie die Telekom mitteilte, sei der Konzernumsatz um gut 17 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro (44,2 Milliarden Mark) gestiegen. Wesentlich verbessert habe sich die Ertragslage im Mobilfunk. Dennoch erwirtschaftete die Telekom in den ersten sechs Monaten einen Konzernverlust nach Sonderposten von 400 Millionen Euro.

Die Schulden der Deutsche Telekom sind auf knapp 69 Milliarden Euro angestiegen. Damit steigt die Zinslast und drückt in Zukunft auf Ergebnis und den Cash Flow. Jenseits aller Bilanzkosmetik muss vor allem dies jedem Investoren missfallen. Die West LB hat die Deutsche Telekom von "Kaufen" auf "Outperformer" zurückgestuft und das Kursziel gesenkt. Die Analysten erwarten in Zukunft geringere Gewinne.

Die Telekom habe nach Ansicht von Werner Stäblein, Analyst bei der BHF-Bank, "lediglich zwei aussagekräftige Zahlen" vorgelegt, nämlich zum Umsatz und zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern, und Abschreibungen (Ebitda) von der Mobilfunk-Sparte T-Mobile. Das Ebitda von T-Mobile sei "sehr gut" ausgefallen, besser als von Stäblein erwartet. Einschränkend meinte der Experte, dass die Bilanz vorläufig sei. Interessanter sei, was die Telekom am 28. August präsentiert, weil dann die Ergebnisse aller Geschäftsbereiche aufgeschlüsselt würden. "Die Zahlen von heute sind nur Stückwerk", gab sich der Analyst vorsichtig. "Man sollte sich da vor Kaffeesatzleserei hüten."

Deutlich positiv bewertete der Markt dagegen die Geschäftszahlen von Metro mit Kursaufschlägen von 3,22 Prozent auf 44,18 Euro. Der Wert führte damit die Gewinnerliste im Dax an. Der Umsatz des Handelskonzerns stieg um 5,8 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro (45,2 Milliarden Mark). Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (Ebit) wuchs um 10,9 Prozent auf 206,4 Millionen Euro. Die Aktie setzte sich an die Dax-Spitze mit Kursaufschlägen von 3,83 Prozent auf 44,44 Euro.

Händler beschrieben die Zahlen für das zweite Quartal als erfreulich. "Sie liegen am oberen Ende der Erwartungen", sagte ein Händler von M.M. Warburg. Entsprechend werde das Ergebnis von den Anlegern honoriert. Zudem hätten die Aktien in den vergangenen Tagen etwas schwächer notiert.

Fresenius Medical Care hat im ersten Halbjahr 2001 das Ergebnis nach Steuern im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf 116 Millionen Dollar gesteigert. Der Umsatz konnte um 16 Prozent auf 2,36 Milliarden Dollar erhöht werden. Die Aktie fiel nach positivem Start zuletzt 0,47 Prozent auf 88,04 Euro ins Minus.

Am Neuen Markt sprangen die Aktien von Heyde unter hohen Umsätzen um zuletzt noch mehr als 17 Prozent auf 2,79 Euro, nachdem das angeschlagene Unternehmen durch den Verlauf von Software-Töchtern 25 Millionen Euro einnehmen wird. "Das können die gut gebrauchen", sagte ein Händler. Wie das Kerngeschäft gelaufen sei, können man aber erst nach den Quartalszahlen sehen.

Nachdem sich die ersten Erfolge der Restrukturierung des Softwareunternehmen Ixos abzeichnen, stiegen die Aktien des ebenfalls im Nemax 50 notierten Unternehmens um mehr als 15,26 Prozent auf 7,78 Euro. Das Unternehmen hatte zuvor die Rückkehr zu schwarzen Zahlen gemeldet.

Nach Bekanntgabe der Zahlen für das erste Halbjahr verloren Singulus zuletzt noch rund ein Prozent auf 23,25 Euro. Der Hersteller von Produktionsanlagen für optische Speichermedien hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verzeichnet und die Analystenerwartungen verfehlt. Allerdings blickt der Vorstand optimistisch in die Zukunft, weshalb sich die Kursabschläge in Grenzen hielten.



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