Börse am Morgen Auftrieb für Infineon

Die deutschen Aktienmärkte sind uneinheitlich in den Handel gestartet. Im Dax gewinnt Infineon. Händler blicken auf die Finanztitel, weil sich immer mehr Geldinstitute in die Gespräche um Leo Kirchs Zukunft einschalten.


Frankfurt am Main - Der Dax präsentierte sich im frühen Handel sehr schwankungsanfällig, hielt sich dabei aber im Plus. Gegen 9.40 Uhr notierte der Blue-Chip-Index auf 4899 Punkten, ein Plus von 0,3 Prozent. Am Neuen Markt verlor der Nemax 50 rund 0,3 Prozent auf 1073 Zähler.

Die Infineon-Aktie Chart zeigen stand wieder im Mittelpunkt der Anleger und gewann im frühen Handel 1,4 Prozent auf 25,17 Euro. Die Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen dem Münchener Halbleiter-Hersteller und dem südkoreanischen Mitbewerber Hynix dürften ein Ende gefunden haben. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf das "Topmanagement" berichtet, schließt Infineon eine Zusammenarbeit aus. Es gebe kein Gebiet, wo Hynix technologisch oder in der Entwicklung helfen könne.

Die Aktie der Allianz Chart zeigen gewann 0,8 Prozent auf 254,80 Euro. Die zum Versicherungskonzern gehörende Dresdner Bank will nach Medienberichten mit einem Gegenangebot für die von der KirchGruppe gehaltenen Anteile am Axel Springer Verlag das Milliardenangebot der HypoVereinsbank Chart zeigen übertreffen. Deutsch-eBank-Vorstandssprecher Rolf Breuer bezeichnete unterdessen Gerüchte als "Unsinn", auch sein Haus sei an den Springer-Aktien interessiert. Während die Titel der HypoVereinsbank leicht zulegten, gaben die der Deutschen Bank Chart zeigen leicht ab.

Größter Verlierer war das Papier von Fresenius Medical Care. Der Konzern hat für das 4. Quartal 2001 Rückstellungen in einer Gesamthöhe von 258 Millionen Dollar vor Steuern beziehungsweise 177 Millionen Dollar nach Steuern gebildet. Diese Rückstellungen umfassen die Aufwendungen für US-Rechtsangelegenheiten, die erstens im Zusammenhang mit dem laufenden Insolvenzverfahren von W.R. Grace stehen und zweitens für die Beilegung der Auseinandersetzungen mit privaten amerikanischen Krankenversicherungen dienen, hieß es. Die Aktie rauschte um mehr als zwei Prozent auf 66,75 Euro nach unten.

Ebenfalls schwächer notierte die T-Aktie Chart zeigen , die 1,1 Prozent auf 15,57 Euro verlor.

Uneinheitliche Vorgaben aus Tokio und New York

Die Wall Street hat nach einer zweitägigen kräftigen Erholung am Dienstag wieder leichte Verluste verbucht. Der Dow Jones fiel um 21,04 auf 9863 Punkte. Die Nasdaq verlor um 12,45 auf 1834 Punkte. In der Liste überwogen bei schwachem Umsatz die mit Verlust gehandelten Werte die mit Gewinn notierten Titel im Verhältnis von 15 zu 14. Der kanadische Netzwerkausrüster Nortel Networks verunsicherte die Anleger mit einem Hinweis auf einen weiteren Umsatzrückgang im laufenden Quartal und eine schlechte Kundennachfrage. Außerdem ist der Finanzchef der Gesellschaft wegen umstrittener persönlicher Investmentaktivitäten zurückgetreten. Dies setzte einen negativen Grundton.

Die Aktienbörse in Tokio hat auch am Mittwoch fest geschlossen. Der breit angelegte Topix legte um 0,9 Prozent auf 983 Punkte zu. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stieg um 0,9 Prozent auf 9968 Punkte. Zwischenzeitlich hatte das fernöstliche Börsenbarometer wieder die psychologisch wichtige Kursmarke von 10.000 Punkten getestet.

Kurs des Euro leicht gestiegen

Gegen 9.30 Uhr notierte die europäische Gemeinschaftswährung mit 0,8761 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch bei 0,8753 (Dienstag: 0,8794) Dollar festgesetzt. Die Entscheidung der EU-Finanzminister, Deutschland und Portugal von einem "Blauen Brief" zu verschonen, hatte am Vortag den Euro nicht nachhaltig belastet. "Nach der Entscheidung wird nun erwartet, dass diese Frage aus den Augen der Öffentlichkeit verschwindet", sagte ein Devisenhändler.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.