Börse am Morgen Consors im Höhenflug

Der Kurs von Consors legt nach einem Übernahmeangebot rasant zu, Finanzwerte werden durch den Rückzug von BHW belastet. Technologiewerte leiden unter dem verhaltenen Ausblick von Dell, Intershop wird zum Pennystock.


Frankfurt am Main - Der Dax gab zum Auftakt 0,7 Prozent auf 4944 Punkte nach, während der Nemax 50 um 1,3 Prozent auf 1053 Punkte fiel. Der verhaltene Ausblick von Dell und die steigenden Schulden des US-Telekomkonzerns Qwest belasten insbesondere Technologiewerte. Die Commerzbank Chart zeigen legt nach dem Angebot für Consors Chart zeigen leicht zu. Für die Deutsche Telekom wird es langsam eng.

Liberty: Frist läuft ab

Heute endet die Frist des Bundeskartellamtes für Änderungsvorschläge des US-Konzerns Liberty Media. Die Kartellwächter lehnen den angestrebten Kauf der Kabelsparte der Deutsche Telekom Chart zeigen in der vorliegenden Form ab. Nach jüngsten Äußerungen des Liberty-Chefs John Malone will der amerikanische Medienkonzern keine neuen Vorschläge unterbreiten. Ein Händler sagte, der Deal werde platzen. Die T-Aktie gab zum Auftakt 1,7 Prozent auf 15,55 Euro ab. Der Kabelverkauf hätte der Telekom 5,5 Milliarden Euro gebracht.

BHW verschiebt Zweitplatzierung

Die im MDax gelisteten Papiere der BHW Holding starteten mit einem Kursplus von 20 Prozent. Im Vorfeld der für heute geplanten Sekundärplatzierung von BHW-Aktien habe es massive Spekulationen auf fallende Kurse gegeben, erklärte ein Händler. Nun sei die Zweitplatzierung geplatzt - die Leerverkäufer müssen nun ihre nun ihre Positionen wieder glattstellen. BHW hatte den Verzicht mit der labilen Marktverfassung begründet. Das Orderbuch habe nicht den Vorstellungen der Verkäufer entsprochen.

Der Rückzug von BHW drückt auf die Stimmung und auf die Finanzwerte. Die Titel der Münchener Rück Chart zeigen und der Deutsche Bank Chart zeigen gaben zum Auftakt minimal nach. Gewinner im frühen Handel waren defensive Werte. MAN Chart zeigen legte 0,7 Prozent zu, und Schering Chart zeigen erholte sich leicht von den Verlusten der Vortage.

Sogar die Aktie von Volkswagen zeigte sich behauptet. Ein Brand in einer Lagerhalle im Volkswagen-Werk Hannover hat nach ersten Schätzungen einen Schaden von rund 50 Millionen Euro verursacht. Die Produktion läuft nach Firmenangaben jedoch unvermindert weiter.

Technologiewerte unter Druck

Nach dem zurückhaltenden Ausblick des PC-Herstellers Dell und angesichts der Herabstufung des US-Telekomkonzerns Tyco starteten Techwerte schwächer, Der Chiphersteller Infineon Chart zeigen, der Elektronikkonzern Siemens und der Softwareanbieter SAP Chart zeigen verloren jeweils rund ein Prozent.

Neuer Markt: Angebote für Consors

Die Aktienindizes am Neuen Markt sind mit Verlusten in den Freitagshandel gestartet und damit den schwachen Vorgaben der Nasdaq gefolgt. Die von den Unternehmen veröffentlichten Geschäftszahlen seien dagegen eher positiv gewesen, sagten Händler. "Aber das kann dem Markt auch nicht helfen."

Die Aktie von ConSors Chart zeigen legte zum Auftakt um knapp zehn Prozent zu. Die Commerzbank hat ein unverbindliches Gebot für die Direktbank abgegeben. Dies bestätigte ein Commerzbank-Sprecher am Freitag auf Anfrage von vwd. Die Zeitung "Die Welt" (Freitagausgabe) hatte unter Berufung auf Frankfurter Finanzkreise berichtet, dass mindestens vier Banken unverbindlich für den Discount-Broker geboten hätten. Nach Informationen der Zeitung zählen dazu auch die BNP-Paribas SA, Paris, und der US-Online-Broker ETrade Group Inc, Menlo Park. Dem Bericht zufolge hat auch die Societe Generale Interesse bekundet, während die Deutsche Bank wieder aus der Auktion ausgestiegen sei.

Intershop bei 1 Euro

Das Telekom-Unternehmen Pandatel Chart zeigen hat für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Gewinn gemeldet. Die Aktie legte rund vier Prozent zu. Außerdem veröffentlichten weitere Unternehmen wie Computec und der Nemax-50 Aufsteiger Nordex Geschäftszahlen, die die Erwartungen erfüllten. Schwächster Wert im Nemax 50 war erneut Intershop Chart zeigen, die um weitere acht Prozent einbrachen und nur noch bei 1 Euro notierten.

Gemischte Vorgaben aus den USA

Positive Konjunkturzahlen haben den Dow Jones am Donnerstag knapp über der Marke von 10.000 Punkten schließen lassen. Der Technologieindex Nasdaq Composite gab dagegen im späten Handel wieder nach und schloss 0,9 Prozent schwächer. Die Finanzierungsprobleme der Telekommunikationsgesellschaft Qwest belasteten. Dagegen traf der weltgrößte PC-Hersteller Dell mit seinen nachbörslichen Zahlen die Erwartungen der Analysten.

Dell im Rahmen, Qwest in Nöten

Dell Computer hat im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2001/2002 einen Umsatzrückgang von 7,1 Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar verbucht. Mit einem Gewinn von 17 (Vorjahresvergleichszeit:16) Cents je Aktie erfüllte Dell die Erwartungen der Wall-Street-Analysten. Der Ausblick ist jedoch recht verhalten: Dell rechnet im laufenden ersten Quartal mit einem Umsatzsatzrückgang in der Computerbranche von rund zehn Prozent, will aber selbst im Vergleich zur Konkurrenz überdurchschnittlich abschneiden und den Rückgang auf drei bis fünf Prozent begrenzen.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat ihre Bonitätsbewertung für den Telekomkonzern Qwest auf BBB gesenkt. Nachdem Qwest 1,1 Milliarden US-Dollar abschreiben musste, weil ein kommerzieller Wechsel nicht verlängert werden konnte, sehen die Experten zudem den Ausblick für Qwest negativ. Nach der Inanspruchnahme eines weiteren Kredits hat Qwest den Angaben nach Schulden von 24,9 Milliarden Dollar. Auch die Aktien des Mischkonzerns Tyco brachen am Donnerstag ein, nachdem das Unternehmen die Ergebnisziele verfehlt hatte. Zudem werde Tyco nicht, wie geplant, den Konzern in fünf unabhängig voneinander agierende Firmen aufspalten. Größter Kreditgeber von Tyco ist nach einem Bericht des Wall Street Journal die Investmentbank JP Morgan Chase.

Konjunktur auf gutem Wege

Die US-Konjunktur ist dagegen weiter auf Erholungskurs. Die Geschäfts-Lagerbestände sanken im Dezember den elften Monat in Folge, während die Geschäfts-Umsätze unverändert blieben. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sank in der Woche zum 9. Februar um 8.000 auf 373.000. Der fortlaufende Vier-Wochen-Durchschnitt der Erstanträge fiel auf 3,42 Millionen - dem niedrigsten Stand seit dem 29. September 2001. Heute folgen in den USA Zahlen zur Industrieproduktion sowie der vorläufige Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan.

Nikkei knapp behauptet

Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag leicht nachgegeben. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte 32 Punkte oder 0,3 Prozent ein und ging beim Endstand von 10.048 Punkten ins Wochenende. Der breit angelegte Topix gab um 1,54 Punkte oder rund 0,2 Prozent nach.

Der Euro notierte fester mit 0,8728-32 Dollar nach 0,8718-21 Dollar zur gleichen Zeit am Vortag.



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