Börse am Morgen Dax rutscht steil auf 3700 Punkte zu

Der Ölpreis dramatisch hoch, die Vorgaben schlecht - diesem Druck hielt der Dax am Morgen nicht stand. Im frühen Handel verlor der Index über zwei Prozent. Besonders schwach: Finanztitel wie Allianz und Münchner Rück.


Frankfurt am Main - Der Index gab um 85 auf 3717 Punkte nach. Damit falle der Index unter die 200-Tage-Linie bei 3790 Zählern und unter das Tief der Vorwoche bei 3770. Neben dem hohen Ölpreis und den schwachen Vorgaben der asiatischen Börsen belasteten die Terroranschläge in der Türkei und der Schwächeanfall des Dollar, heißt es aus dem Handel.

Allianz Chart zeigen-Titel fielen um gut 3,6 Prozent auf 79 Euro. Händler verweisen neben dem schwachen Kapitalmarktumfeld auch auf eine Senkung des Kursziels durch die Deutsche Bank Chart zeigen auf 93 von zuvor 105 Euro. Münchener Rück Chart zeigen -Aktien sanken um 2,9 Prozent auf 81,50 Euro. Im Zuge des schwachen Aktienmarktes geben auch ThyssenKrupp Chart zeigen nach. Die Titel des Stahlkonzerns fielen auf 12,67 Euro. Das Unternehmen hat am Morgen mitgeteilt, sein Werftgeschäft im Zuge einer Fusion mit OEP ausgliedern zu wollen. Analysten raten zunächst abzuwarten.

Karstadt: Urban geht, Börse jubiliert

Die Neuorganisation des Werften-Geschäfts komme nicht überraschend, heißt es. Thyssen habe bereits seit längerem mit OEP gesprochen, OEP habe die HDW aus Babcock herausgekauft. Die Barabfindung sei für ThyssenKrupp "kein großer Happen", so der Analyst. Anleger sollten auf Aussagen zur Strategie im Werftengeschäft warten. ThyssenKrupp stelle sich am Mittag im Rahmen einer "Stahl-Konferenz" in London den Analysten.

In der zweiten Reihe brechen Hannover Rück Chart zeigen nach Vorlage der Quartalszahlen ein. Die Titel verlieren 5,6 Prozent auf 26,21 Euro. "Das Ebit enttäuscht", sagt ein Händler in einer ersten Einschätzung. Der etwas höhere Nettogewinn dürfte das Ebit nicht wettmachen. Gegen den Trend stemmen sich dagegen KarstadtQuelle Chart zeigen-Titel, die um 5,2 Prozent auf 16,95 Euro steigen. Die Titel profitieren von Spekulationen über eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrates.

Zeitungen berichten, Konzernchef Wolfgang Urban könne abgelöst werden. Die "Frankfurter Allgemeine" schreibt, Nachfolger werde Christoph Achenbach, bisher zuständig für das Versandgeschäft. Marktteilnehmer sagen, ein Wechsel an der Spitze biete die "Chance für einen strategischen Neuanfang".



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