Börse am Morgen Die Angst des Anlegers, den Zug zu verpassen

Viel Liquidität und die vage Hoffnung auf Konjunkturerholung treiben die Kurse, Technologietitel klettern weiter. Auch die Deutsche Bank legt nach Fusionsgerüchten zu. Der Neue Markt wandelt auf gefährlichen Höhen - trotz einer neuen drohenden Pleite.


Frankfurt am Main - Der Dax kletterte zu Handelsbeginn um 1,1 Prozent auf 5201 Zähler, während der Nemax 50 um 1,8 Prozent auf 1338 Zähler zulegte. Der rasante Aufschwung zwinge viele Anleger, die noch nicht investiert sind und auf hohen Geldbeständen sitzen, in den Markt hinein, sagten Händler. Insbesondere Fondsmanager dürften sich nicht nachsagen lassen, eine Hausse verpasst zu haben.

44 Prozent Zuwachs im Dax

Bei der schnellen Klettertour wächst allerdings das Risiko von Gewinnmitnahmen. Seit den Tiefständen im September haben der Dax rund 44 Prozent und der Nemax 50 rund 100 Prozent an Wert gewonnen. Die Börse denkt weit voraus: Obwohl die aktuellen Wirtschaftsdaten bedrückend sind, könnte sich bei den konjunkturellen Frühindikatoren ein Stabilisierungskurs andeuten, meinen Analysten.

Die deutschen Indizes, die den US-Börsen in der Regel treu folgen, könnten bei einer Aufhellung der Konjunktur in den USA ihre Erholung fortsetzen. Beim US-Verbrauchervertrauen, das am Dienstag bekannt gegeben wird, rechnen Experten mit leichten Verbesserungen gegenüber dem Vormonat.

Technologiewerte sehr fest

Die Technologiewerten zählten zum Handelsauftakt zu den größten Gewinnern im Dax. SAP Chart zeigen, Infineon Chart zeigen und Siemens Chart zeigen legten bis 9.30 jeweils mehr als zwei Prozent zu. Die Spitze übernahm die Lufthansa Chart zeigen mit einem Plus von drei Prozent auf 15,86 Euro.

Comeback der Autotitel

DaimlerChrysler Chart zeigen (2 Prozent) und Volkswagen Chart zeigen (1,1 Prozent) legten im frühen Handel weiter zu, obwohl die deutsche Autoindustrie nach Angaben des Branchenverbandes VDA von Montag ein schwieriges erstes Halbjahr 2002 erwartet. Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat erwartungsgemäß die neue Konzernstruktur verabschiedet. DaimlerChrysler könnte von einer Erholung in Nordamerika überproportional profitieren und hat die 50-Euro-Marke inzwischen übersprungen.

Neue Spekulationen um Deutsche Bank

Die Aktie der Deutsche Bank Chart zeigen hatte sich zum Wochenschluss schwächer gezeigt. Erneut aufgeflammte Fusionsgerüchte ließen die Aktie jedoch am Montag um 1,1 Prozent klettern. Nach Berichten des britischen "Independent" könnte Lloyds TSB eine erneute Annäherung an die Deutsche Bank wagen. Dabei setze Lloyds offenbar auf den Deutsche-Bank-Kronprinz Josef Ackermann, der im Gegensatz zu Rolf Breuer einem Umzug der Deutschen Bank von Frankfurt nach London weniger abgeneigt sein soll.

Telekom und T-Online mit Quartalszahlen

Zwei Tage vor Veröffentlichung ihrer Quartalsbilanz zeigte sich die Deutsche Telekom Chart zeigen 1,1 Prozent fester und notierte bei 19,60 Euro. Analysten hatten sich bereits von den Ende Oktober veröffentlichten vorläufigen Zahlen in der Mehrzahl enttäuscht gezeigt. Befürchtungen, ehemalige Voicestream-Aktionäre könnten Anfang Dezember den Markt erneut mit Aktien überschwemmen, hatten die T-Aktie in der Vorwoche belastet.

Nur wenige Verlierer im Dax

Am Donnerstag folgt der Reisekonzern Preussag Chart zeigen mit seiner Neunmonatsbilanz: Das Touristikgeschäft hat seit den Anschlägen am 11. September gelitten, jedoch hoffen Marktteilnehmer auf eine Rückkehr der Reiselust am Jahresende. Auch der Rückversicherer Münchener Rück Chart zeigen veröffentlicht am Donnerstag seine Zahlen. Die Aktie des Rückversicherers zählte gemeinsam mit der Post Chart zeigen zum Wochenauftakt zu den wenigen Verlierern im Index.

Neuer Markt: Auf gefährlichen Höhen

Die Kurse am Neuen Markt klettern unbeirrt weiter. Nach der rasanten Kurserholung könnte ein weiterer Aufschwung allenfalls von der großen Liquidität am Markt getragen sein, sagten Händler. Das Risiko von Gewinnmitnahmen sei groß. Am heutigen Montag legt Viva Media seine Quartalsbilanz vor, am Dienstag folgt unter anderem D.Logistics Chart zeigen . Am Mittwoch veröffentlicht die Telekom-Tochter T-Online Chart zeigen Zahlen. Am Freitag folgen die Neun-Monatszahlen der schwer angeschlagenen Kinowelt Chart zeigen und von Senator Entertainment Chart zeigen .

Kinowelt: Letzte Vorstellung

Dem angeschlagenen Kinowelt-Konzern droht die Pleite, die Aktie brach am Montag zweistellig ein. Die niederländische Bank ABN Amro habe ihre Kredite gekündigt, teilte die Kinowelt Medien AG am Montag mit. Der Kreditbetrag belaufe sich auf mehr als 100 Millionen Mark. Kinowelt ist nach eigenen Abgaben nicht in der Lage, diesen Betrag bis zum 28. November aufzubringen. Wenn keine kurzfristige Einigung mit ABN Amro möglich sei, werde voraussichtlich ein Insolvenzverfahren eingeleitet.

Nikkei über 11.000 Punkten

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat zum Wochenauftakt kräftige Gewinne verbucht. Erstmals seit drei Monaten schloss der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte über der psychologisch wichtigen Marke von 11.000 Punkten. Am Handelsende notierte das fernöstliche Kursbarometer einen deutlichen Gewinn von 367 Punkten oder 3,4 Prozent auf 11.064 Punkte. Besonders exportorientierte Titel profitierten: Händler führten die Abschwächung des Yen zum US-Dollar als Grund für die Erholung der Exporttitel an.

Der Euro ist am Montag Morgen wieder über 0,88 Dollar gestiegen. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 0,8826 Dollar gehandelt.



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