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12. Februar 2001, 08:52 Uhr

Börse am Morgen

Durchwachsener Start

Die deutschen Standardwerte sind mit leichten Kursgewinnen in die neue Woche gestartet; der DAX stieg um 0,5 Prozent auf 6527 Zähler. Der Neue Markt begann knapp unter seinem Freitagsstand.

Frankfurt am Main - Bei geringen Umsätzen notierte der NEMAX 50 0,2 Prozent niedriger bei 2467 Zählern. Der NEMAX All Share gab 0,5 Prozent auf 2515 nach. Vorgaben aus Japan gab es heute nicht, da die Börse auf Grund eines Feiertages dort geschlossen war. Auch von der Unternehmensseite gibt es kaum kursbeeinflussende Nachrichten.

Vorerst werden Nemax und Nasdaq noch die herben Verluste der vergangenen Woche verdauen müssen. Besser hielten sich die Blue Chips aus Dax und Dow Jones. Die defensiven Werte werden sich auch am Montag voraussichtlich weiterhin fest präsentieren.

Unter Druck dürften die Aktien von adidas und KarstadtQuelle stehen. Einer dieser beiden Konzerne wird am Mittwochabend erfahren, dass er sich aus dem Club der elitären 30 DAX-Aktien verabschieden muss und fortan nicht mehr im DAX gelistet sein wird. Da die Deutsche Börse ab dem nächsten Monat die Post-Aktie in den Index aufnehmen will, muss ein anderes Unternehmen weichen. Viele Fonds, die sich allein auf DAX-Aktien konzentrieren, werden dann ihre adidas- oder Karstadt-Aktien verkaufen.

Der Handel sollte erst ab Dienstag richtig in Schwung kommen. Dann will die France Telecom ihre britische Mobilfunktochter Orange an die Börse bringen. Bereits im Vorfeld hatte die Neuemission Aufsehen erregt: Nachdem das Interesse institutioneller Investoren schwach war, musste France Telecom in der vergangenen Woche die Bookbuilding-Spanne deutlich herabsetzen. Dadurch wurden europaweit die Telekomwerte unter Druck gesetzt. Sollte der Börsengang morgen enttäuschen, werden Deutsche Telekom & Co. wohl wieder Kursabschläge hinnehmen müssen.

Am Mittwoch muss sich die Allianz beweisen. Der Versicherungsriese legt seine vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Die Erwartungen der Anleger sind hoch, nachdem Vorstandschef Henning Schulte-Noelle ein Gewinnplus von 10 Prozent in Aussicht gestellt hatte.

Die PC-Welt blickt gespannt auf die Zahlen von Dell, die am Donnerstag erwartet werden. Der weltgrößte Direktvertreiber für Computer kämpft mit einer schwächelnden Konjunktur in den USA und nur noch mäßigen Absatzsteigerungen. Ob es sich hier nur um eine kleine Ertragsdelle handelt oder schon um eine Krise, entscheidet sich am Donnerstag. Sollten die Zahlen enttäuschen, ist der Kursverlauf für die deutschen Computerwerte jedoch schon vorgezeichnet: Es wird bergab gehen.

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