Börse am Morgen EM.TV bricht ein

Nach einem freundlichen Start ging der Dax leicht ins Minus. Die Blue Chips am Neuen Markt setzten zur Talfahrt an.


Frankfurt am Main - Während der Dax mit rund einem halben Prozent nur leicht im Minus notierte, fiel der Nemax 50 am Neuen Markt um knapp dreieinhalb Prozent.

Im Dax führten ThyssenKrupp mit einem Plus von knapp vier Prozent, während Telekom und DaimlerChrysler jeweils rund ein Prozent abgaben.

Am Neuen Markt gerieten die Aktien Filmrechtehändlers EM.TV unter Verkaufsdruck. Die KirchGruppe hat am Dienstagmorgen bestätigt, dass die Gespräche mit EM.TV auf der Kippe stehen und der Einstieg des Medienmoguls bei EM.TV gefährdet sei. Das Papier verbilligte sich daraufhin um mehr als sieben Prozent. Unter Druck standen zunächst auch Comdirect und Girindus, die jeweils mehr als sieben Prozent abgaben.

Was sich gestern bereits an den deutschen Aktienmärkten zeigte, wiederholte sich in der Nacht in Asien. Wenn der "Leithammel" fehlt, halten sich die Anleger mit ihrem Engagement zurück: Die amerikanischen Börsen nehmen nach dem gestrigen Feiertag heute aber wieder den Handel auf.

Und die Woche hat es in sich. Rund 230 US-Unternehmen werden ihre Quartalszahlen vorstellen. Die dürften nach Einschätzung von Analysten bei vielen Großkonzernen nicht rosig ausfallen. Zugleich stehen wichtige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an.

Den Anfang macht heute die Bank of America. Nach der Gewinnwarnung der Super-Bank Ende vergangenen Jahres werden auch die Börsianer in Deutschland sich die Zahlen genau anschauen und daraus ihre Schlüsse für die deutsche Bankenlandschaft ableiten. Nach Börsenschluss rückt der Chipgigant Intel seine Zahlen raus. Intel hatte bereits im vergangenen Dezember die Anleger vor niedrigeren Erträgen gewarnt. Gleichzeitig wird Advanced Micro Devices seine Ergebnisse vorlegen. Bei Apple und Microsoft, die in den Folgetagen Farbe bekennen müssen, sind die Analysten bereits sicher, dass die Konzerne ihre Gewinnziele verfehlen werden.

In den Aktienkursen seien die schlechten Nachrichten bereits eingepreist, heißt es. Zu größeren Kursverwerfungen an der Wall Street und damit auch an den europäischen Börsen werde es wohl nur dann kommen, wenn die Ergebnis-Verfehlungen deutlich tiefer unter den bereits reduzierten Erwartungen der Analysten liegen sollten.

Führende Hochtechnologiewerte an der Börse in Tokio gingen jedenfalls fester aus dem Handel. NEC, TDK und Matsushita Electric legten zu, während Hitachi und Toshiba nachgeben mussten. Bei den Telekomwerten zeigte sich NTT fester. Die Aktien des Internetkonzerns Softbank ging ebenfalls mit einem Plus aus dem Handel. Insgesamt schloss die Börse den dritten Tag in Folge im Plus. Der Nikkei legte um 0,6 Prozent auf 13.584 Punkte zu.

Mit Kursaufschlägen können heute die Papiere der Direkt Anlage Bank rechnen. Das Investmenthaus Hornblower Fischer hat die Titel hochgestuft und den Anlegern empfohlen.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.