Börse am Morgen Epcos gewinnt, Deutsche Bank verliert

Nach der Zinssenkung in den USA sind die deutschen Standardwerte am Donnerstag mit Verlusten in den Handel gestartet.


Frankfurt am Main - Der Dax ging um 0,7 Prozent ins Minus, der Nemax 50 verlor rund zwei Prozent.

Epcos gingen um drei Prozent auf 94,30 Euro nach oben. Der Hersteller von passiven Bauelementen hat bei der Vorlage der Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das Schlusslicht bildete die Deutsche Bank. Nach der Veröffentlichung der erwarteten Rekordergebnisse setzten zunächst Gewinnmitnahmen ein, sagte ein Frankfurter Wertpapierhändler. Die Aktie gab um 3,67 Prozent auf 100,56 Euro nach.

Börsenausblick: Ruhe nach Greenspan

Nun ist endlich eingetroffen, was alle erwartet haben. Alan Greenspan hat den US-Leitzinssatz um 0,5 Basispunkte gesenkt. Und weil es alle erwartet haben, ist der Zinsschritt in den Kursen schon lange eingepreist. Die Folge: In Frankfurt wird mit einer eher schwachen Eröffnung gerechnet. Nachdem in den USA am Vortag bereits Gewinnmitnahmen eingesetzt haben, die den Dow Jones auf die Vortagesschlusslinie zurückwarfen und die Nasdaq auf minus 2,3 Prozent drückten, sollten sich auch Dax und Nemax nur schwer behaupten können.

Auch aus Asien kommen keine guten Vorgaben: In Tokio hat der Nikkei um 0,46 Prozent schwächer geschlossen und notierte zum Handelsschluss bei 13.779 Punkten.

Für eine kleine Überraschung hat der Bauelementehersteller Epcos noch vor Börseneröffnung gesorgt. Die Siemens-Tochter hat im ersten Quartal 2000/01 bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen, ist beim Blick auf das ganze Geschäftsjahr aber zurückhaltender geworden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich mit 127 (1999/00: 55) Millionen Euro mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz stieg um 55 Prozent auf 574 (369) Millionen Euro. Die Zahlen lagen über den Prognosen der Analysten.

Ob sich das gute Ergebnis auch im Aktienkurs niederschlagen wird, bleibt abzuwarten. Bereits am Mittwoch hatte Epcos deutlich zugelegt. Und die Aussichten für das Geschäftsjahr 2000/01 sollten Anleger eher verschrecken. So rechnet das Unternehmen mit einer Abschwächung des Wachstums.

Auch die Deutsche Bank hat bereits vor Börseneröffnung Zahlen vorgelegt und verwöhnt seine Aktionäre mit einer höheren Dividende. Die Ausschüttung soll von 1,15 auf 1,30 Euro je Aktie erhöht werden. Das kann sich die Bank leisten. Der Konzern hat seinen Jahresüberschuss im Jahr 2000 verdoppelt und das beste Ergebnis der Firmengeschichte erzielt. Der Überschuss stieg auf rund 9,6 Milliarden Mark.

Die am Neuen Markt notierte Media AG hat nach eigenen Angaben ebenfalls ein Rekordergebnis erzielt. Nach ersten vorläufigen Zahlen hat das Unternehmen im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein positives Ergebnis erzielt. Erwartet wurde lediglich eine schwarze Null. Der Umsatz soll ganze 53 Prozent über den Erwartungen der Finanzanalysten gelegen haben.



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