Börse am Morgen Frankfurt eröffnet uneinheitlich

Die deutschen Aktienmärkte zeigen sich ohne Richtung -angesichts einer schwachen Nachrichtenlage warten die Investoren auf neue US-Konjunkturdaten. Im Dax können Finanztitel leicht zulegen.


Frankfurt am Main – Die deutschen Aktienmärkte sind uneinheitlich in den Handelstag gestartet. Der Dax eröffnete mit einem hauchzarten Plus und rutschte kurz darauf leicht ins Minus auf rund 5000 Punkte. Die Wachstumswerte im Nemax 50 konnten trotz Gewinnmitnahmen an der Nasdaq ein leichtes Plus von 0,2 Prozent auf 1239 Punkte halten. Die Nachrichtenlage ist schwach. Vermutlich werden erst die Eröffnung der Wall Street und neue US-Konjunkturdaten wieder Schwung in den Handel bringen.

Ohne neue Nachrichten zählten Banken- und Finanztitel im Dax zu den Gewinnern. MLP Chart zeigen , Commerzbank Chart zeigen und HypoVereinsbank Chart zeigen verbuchten leichte Kursaufschläge zwischen 1,6 und rund einem Prozent. Allianz Chart zeigen und Münchener Rück Chart zeigen standen jeweils mit rund einem halben Prozent im grünen Bereich. Die beiden Titel gehörten am Vortag zu den größten Verlierern im Dax.

Nachbörslich gute Nachrichten von Yahoo und Dell konnten die Technologiewerte im Dax nicht beflügeln. Lediglich Siemens verbuchten ein kleines Plus von 0,3 Prozent auf 66,7 Euro. Schwächster Technologiewert waren die Aktien von SAP mit Verlusten von 1,6 Prozent auf 127,90 Euro.

Am Neuen Markt setzen sich die Aktien des Online-Broker comdirect Chart zeigen an die Spitze der Gewinner mit Kursaufschlägen von mehr als fünf Prozent auf 11,10 Euro.

Comdirect will wie erwartet seine Auslandstöchter in Italien und Frankreich noch 2001 verkaufen und hat im dritten Quartal einen geringeren Verlust als von Analysten prognostiziert erlitten. Der Geschäftsverlauf in Italien und Frankreich habe nicht den Erwartungen entsprochen, teilte die Bank am Freitag in Frankfurt mit. Im 3. Quartal wies Comdirect im Konzern einen deutlich niedrigeren Verlust aus als von Analysten erwartet. Der Verlust nach Steuern betrug 9,591 Millionen Euro. Analysten hatten im Durchschnitt einen Fehlbetrag von 14,42 Millionen Euro erwartet. Vor Steuern lag der Fehlbetrag bei 12,866 Millionen Euro. Hier hatten die Experten ein Minus von 19,75 Millionen Euro erwartet.

Da auf deutscher Seite wenig Unternehmensnachrichten anstehen, dürften für den Handelsverlauf neue US-Konjunkturdaten von Bedeutung sein. Vor Börsenstart in New York werden die Verbraucherpreise, Daten zur Industrieproduktion zu den Realeinkommen und zur Kapazitätsauslastung im Monat Oktober erwartet.

Kanzlerfrage lässt Börsianer kalt

Der Kanzler stellt die Vertrauensfrage. An den Aktienmärkten wird der Ausgang der Abstimmung heute allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielen, erklären Marktbeobachter. Sollte Gerhard Schröder scheitern, was eher als unwahrscheinlich gilt, werde es nur kurzfristig zu Kursbewegungen kommen. Der einhellige Tenor lautet: "Politische Börsen haben kurze Beine."

Interessanter ist für die Börsianer vielmehr die Frage, ob das Vertrauen der Investoren in den Aufwärtstrend anhalten wird. In New York zumindest schienen die Investoren zu zweifeln: Trotz erfreulicher Konjunkturdaten unterbrach die Wall Street gestern ihren Höhenflug. Der Dow Jones schloss mit einem kleinen Plus von 0,5 Prozent auf 9872 Zähler. Der Nasdaq Composite rutschte mit 0,1 Prozent auf genau 1900 Zähler geringfügig ins Minus.

"Es war bisher eine großartige Woche, jetzt steht eine Konsolidierung an", sagte John Forellier von Independence Investment.

Nachbörslich hatte es gute Nachrichten von dem US-Internetkonzern Yahoo und dem weltgrößten Computerkonzern Dell gegeben.

Yahoo hat seine Gewinn- und Umsatzprognosen für das vierte Quartal 2001 bekräftigt und einen Umsatzanstieg für 2002 in Aussicht gestellt. Der Umsatz dürfte zwischen 160 Millionen und 180 Millionen Dollar liegen, teilte das Unternehmen mit. Der Gewinn je Aktie dürfte zwischen null und einem Cent je Aktie betragen. Analysten rechnen mit einem Cent je Aktie für das letzte Quartal.

Der Computerhersteller Dell hat trotz des um mehr als einem Drittel niedrigeren Gewinns im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen und zudem Marktanteile gewonnen. Der Nettogewinn habe 429 Millionen Dollar oder 16 Cent je Aktie betragen, nach 674 Millionen Dollar ein Jahr zuvor, teilte das texanische Unternehmen nach US-Börsenschluss mit. Von Thomson Financial/First Call befragte Analysten hatten im Mittel mit 15 Cent je Aktie gerechnet.

Als Erwartung für das vierte Quartal nannte Chef und Firmengründer Michael Dell einen Gewinn von 16 Cent je Aktie. So viel hatten auch Experten prognostiziert. Dell steigere seinen Marktanteil schneller als je zuvor in der Firmengeschichte, sagte der Firmenchef weiter.

Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss erneut im Plus. Der Nikkei kletterte um 1,5 Prozent auf 10.649 Punkte.



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