Börse am Morgen T-Aktie an der Spitze

Die deutschen Aktienmärkte starten erwartungsgemäß mit Abschlägen. Die Aktie der Deutschen Telekom profitiert von der Bekanntgabe der UMTS-Kooperation.


Frankfurt am Main – Der Dax fiel nach Handelsbeginn um 0,1 Prozent auf 6158 Punkte. Die Wachstumswerte im Nemax 50 verbilligten sich im Schnitt um 1,2 Prozent auf 1624 Punkte und folgten damit den schwachen Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq.

Die Deutsche Telekom und British Telecom haben ein Bündnis für den neuen Mobilfunkstandard UMTS geschlossen. Die Vereinbarung umfasse den gemeinsamen Aufbau und Betrieb der UMTS-Netze in Deutschland und Großbritannien. Die T-Aktie legte zu Handelsbeginn 1,68 Prozent auf 24,18 Euro zu und führte zunächst die Gewinnerliste im Dax an.

Händler begründeten die Kurszuwächse auch mit der am Freitag anstehenden höheren Gewichtung im Dax. Fonds müssten deshalb T-Aktien nachkaufen.

Die Aktien der HypoVereinsbank verteuerten sich um 1,48 Prozent auf 57,46 Euro: Die HVB-Gruppe will ihr Privatkundengeschäft künftig einheitlich unter dem Namen HypoVereinsbank über die Filialnetze der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG, der Vereins- und Westbank AG und der Norisbank anbieten.

Trotz einer leichten Erholung der Auftragslage ist es nach den Worten des Chefs des deutschen Technologieunternehmen Epcos, Gerhard Pegam, noch zu früh, um von einer Erholung des Marktes zu sprechen. Die Auftrags-Stornierungen seien in den letzten vier bis fünf Wochen substanziell zurückgegangen, während die Aufträge angestiegen sind, sagte Pegam der Nachrichtenagentur Reuters. Es seien jedoch stärkere Anzeichen nötig, um von einer Erholung des Marktes sprechen zu können. Epcos als Hersteller von elektronischen Bauelementen hatte wegen der Schwäche im Telekommunikationsmarkt bereits dreimal in diesem Jahr seine Prognosen gesenkt. Die Aktie von Epcos verlor zu Handelsbeginn rund 0,70 Prozent auf 73,20 Euro.

Unter Kursabschlägen litten erneut die Aktien der Lufthansa. Die Papiere verloren 1,37 Prozent. Nach dem Tarifabschluss der Piloten befürchten Marktteilnehmer offenbar nun auch Nachverhandlungen des Bodenpersonals.

Schwache Vorgaben aus New York

Der Dow Jones verlor ein halbes Prozent auf 10.922 Zähler. Die US-Technologiebörse Nasdaq rutschte um rund zwei Prozent auf 2170 Zähler ab. Vor allem Technologiewerte standen unter Verkaufsdruck und könnten heute auch die Kurse deutscher Tech-Aktien belasten.

Ein Frankfurter Händler prognostizierte einen "recht ereignislosen" Handelstag. Insgesamt sei in den kommenden Tagen weder mit enormen Umsätzen noch mit großartigen Kursbewegungen zu rechnen. Bis zum Feiertag am Donnerstag und dem so genannten Hexensabbat am Freitag, dem Verfallstermin für Optionsscheine und Futures, würden sich die Investoren vermutlich zurückhalten.

Merrill Lynch: Ende der Konsolidierungsphase in Sicht

An den New Yorker Börsen fragen sich die Händler, ob man vielleicht schon vorzeitig in ein Sommerloch gefallen sei. An der New Yorker Stock Exchange waren lediglich 830 Millionen Aktien gehandelt worden. Die Investoren hielten sich aus Besorgnis vor neuen Gewinnwarnungen zurück. Zudem stehen in dieser Woche noch wichtige Konjunkturdaten an.

Bleibt zu hoffen, dass das Investmenthaus Merrill Lynch Recht behält und die Konsolidierungsphase tatsächlich nur noch ein bis zwei Wochen anhalten wird. Danach soll es nach Einschätzung der Experten vor allem an der Nasdaq wieder aufwärts gehen.

Nikkei unter 12.900 Punkte

An der asiatischen Leitbörse in Tokio folgten die Indizes der US-Entwicklung. Der Nikkei stand kurz vor Handelsschluss bei 12.840 Punkten. Das war ein sattes Minus von 2,9 Prozent. Spitzenwerte der Hochtechnologiebranche wie Sony, NEC und Fujitsu standen weiterhin unter Verkaufsdruck. Advantest tendierte indes höher. Die Telekomwerte NTT Data, KDDI und Japan Telecom gaben nach, während sich NTT fester zeigten. Die Aktien von Banken und Wertpapierhäusern präsentierten sich ebenfalls schwächer.

Unternehmensnachrichten aus Deutschland waren am Morgen noch Mangelware. Die am Neuen Markt notierte Basler AG, nach eigenen Angaben weltweit führendes Unternehmen der Technologie für künstlichen Sehens, hat nach Ad-hoc-Meldungen einen Großauftrag von einem renommierten Hersteller aus der Flachbildschirmindustrie über mehrere Inspektionsanlagen in Millionenhöhe erhalten. Genaue Angaben über das Auftragsvolumen machte das Unternehmen nicht. Basler kann derzeit gute Nachrichten gebrauchen. Am Vortag hatte das Unternehmen bei Hamburg seinen Finanzchef vor die Tür gesetzt, was die Aktie um rund fünf Prozent gedrückt hatte.

Rund 500 Aktionäre des Finanzdienstleisters AWD werden heute in Hannover zur Hauptversammlung erwartet. Für einen weiteren Ausbau des Unternehmens will sich Vorstandschef Carsten Maschmeyer die bereits 2000 genehmigte Rückkaufsoption bis Ende 2002 genehmigen lassen. Nach dem Börsenstart im Herbst 2000 hatte die Aktie von rund 70 Euro bis auf rund 30 Euro verloren. Im Mai hatte sich das Papier wieder deutlich erholt und liegt nun bei über 50 Euro.

Zur Hauptversammlung lädt heute auch Beiersdorf. Bei dem Kosmetikkonzern ist Optimismus angesagt. Nach Vorstandsangaben erwartet Beiersdorf, dass Gewinn und Umsatz in den nächsten Jahren um rund zehn Prozent steigen werden.



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