Börse am Morgen T-Aktie nur noch knapp über 13 Euro

Die Zahlen von Volkswagen kommen bei der Börse gut an. Nach dem Kursrutsch an der Nasdaq geben Technologiewerte nach. Die Kursverluste bei der T-Aktie gehen weiter und nehmen mittlerweile dramatische Zustände an. Das Papier notiert nur noch knapp über dem Allzeit-Tief von 13,12 Euro.


Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte haben am Freitag nach den schwachen Vorgaben der Wall Street leichter eröffnet. Der Dax fiel zunächst bis 9.20 Uhr 0,1 Prozent auf 4963 Zähler ab. Die Wachstumswerte im Nemax 50 präsentierten sich 1,1 Prozent leichter auf 834 Zähler. Die Technologiebörse in den USA hatte am Vorabend mit Verlusten von rund zwei Prozent geschlossen. Der Dow Jones verteidigte ein kleines Plus von 0,3 Prozent.

Zunächst standen die Quartalszahlen von Volkswagen Chart zeigen im Mittelpunkt des Interesses. Der Konzern hat im ersten Quartal 2002 einen zweistelligen Rückgang beim Gewinn verbucht, geht aber nach wie vor davon aus, im Gesamtjahr mindestens das Ergebnis vor Steuern des Vorjahres zu erreichen. Die Aktie legte zunächst rund 1,50 Prozent auf 54,60 Euro zu.

Wie Volkswagen mitteilte, verringerte sich das Vorsteuerergebnis von Januar bis März um 19,9 Prozent auf 997 Millionen Euro nach 1,245 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Das Ergebnis nach Steuern fiel um 24,4 Prozent auf 627 (Vorjahresquartal: 830) Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte um 5,4 Prozent auf 21,266 Milliarden Euro. VW lag beim Ergebnis über den Erwartungen von Analysten. Volkswagen bekräftigte seine Prognose, im Gesamtjahr vor Steuern an das Rekordergebnis des Vorjahres anknüpfen zu können. Dies gelte aber nur, wenn die ab dem zweiten Halbjahr in Westeuropa und den USA erwartete Konjunkturbelebung auch eintrete, sagte ein Konzernsprecher. 2001 hatte der Konzern vor Steuern 4,41 Milliarden Euro verdient.

Auf Talfahrt befand sich erneut die Aktie der Deutsche Telekom Chart zeigen . Nach Verlusten von rund sieben Prozent am Vortag rutschte die T-Aktie kurz nach Handelsbeginn um weitere 3,35 Prozent auf 13,26 Euro ab und notierte damit nur noch knapp über dem Allzeit-Tief von 13,12 Euro.

Die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs hatten der Telekom bislang die Stange gehalten. Doch am Donnerstag stuften die Experten die T-Aktie von "Outperformer" auf "Marketperformer" zurück, nachdem bereits die Analysten von Merrill Lynch vor wenigen Tagen sogar zum "Reduzieren/Verkaufen" der T-Aktie geraten hatten. Die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein schraubten zudem am Donnerstag ihre Gewinnerwartung für die Telekom zurück.

"Dass einflussreiche Banken ihre Ratings noch auf einem solch niedrigen Kursniveau zurücknehmen, spricht Bände", zitiert die "Welt" einen besorgten Analysten von M.M. Warburg. Sollte die Aktie das Allzeit-Tief von 13,12 Euro nach unten durchbrechen, seien bald auch einstellige Kurse der T-Aktie vorstellbar, zumal die ganze Branche sich in einem gleichgerichteten Abwärtstrend befinde, sagte der Analyst weiter.

Die Aktionäre des Walldorfer Softwareherstellers SAP werden heute in Mannheim zur Hauptversammlung erwartet. Zuletzt hatten sinkende Lizenzeinnahmen das Quartalsergebnis des größten europäischen Softwarehauses gedrückt. Laut Zeitungsberichten könnten Unklarheiten über einen Firmenzukauf und die umstrittene Besetzung eines Postens im Aufsichtsrat zu Diskussionen mit dem Vorstand führen.

Zudem belastete am Donnerstag eine mögliche Übernahme des dänischen Softwarehauses Navision durch den US-Softwarekonzern Microsoft den SAP-Aktienkurs, denn damit könnte Microsoft direkter Wettbewerber im Markt für Programme zur Kundenverwaltung werden. Nach Verlusten von mehr als sieben Prozent rutschte die Aktie heute zu Handelsbeginn um weitere 1,42 Prozent auf rund 132 Euro ab.

Unter Druck standen auch die anderen Technologiewerte. Siemens Chart zeigen , Epcos Chart zeigen und Infineon Chart zeigen gaben zwischen 1,7 und zwei Prozent nach.

Schering Chart zeigen will die Vertriebs- und Herstellungsrechte für das Krebsmedikament Leukine von dem US-amerikanischen Unternehmen Immunex Corporation erwerben. Wie ein Unternehmenssprecher am Freitag mitteilte, sei das Produkt bereits auf dem Markt und Schering beabsichtigt, für die Transaktion 380 Millionen Dollar aufzubringen. Der Verkauf von Leukine stehe im Zusammenhang mit der Fusion zwischen der Immunex und Amgen. Die Aktie von Schering notierte leicht im Plus bei 66,50 Euro.

"Mit Leukine verstärken wir unsere Marktstellung auf dem Gebiet der Onkologie und erweitern unser biotechnologisches Entwicklungsportfolio um eine innovative Technologieplattform", teilte Vorstandschef Hubertus Erlen mit. Die Prognosen für Umsatz und Ergebnis für das Gesamtjahr 2002 blieben auch unter Berücksichtigung der Einflüsse aus dem Erwerb von Leukine unverändert, ergänzte Finanzvorstand Klaus Pohle.



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