Börse am Morgen Verhaltener Auftakt

Wenig Bewegung in Dax und Nemax: Anleger warten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am morgigen Dienstag. Die Lufthansa und MLP legen zu, während Technologiewerte nachgeben.


Frankfurt am Main –Der Dax gab zum Start in die neue Woche minimal um 0,1 Prozent nach und notierte bei 5198 Punkten. Der Nemax 50 tendierte zum Auftakt 0,1 Prozent stärker auf 1304 Zähler. Die Aktie der Lufthansa Chart zeigen gehörte mit einem Plus von 1,3 Prozent gemeinsam mit dem Finanzdienstleister MLP Chart zeigen zu den Gewinnern. Zur heutigen Betriebsversammlung der angeschlagenen Airline wird auch Bundeskanzler Gerhard Schröder erwartet. Für Unruhe sorgen Gerüchte, dass auch der Konkurrent British Airways mehr Stellen abbauen wird als zunächst geplant.

Zinssenkung eingepreist

Die deutliche Kurserholung im Wochenverlauf halten viele Marktteilnehmer auf Grund der nach wie vor schwachen Unternehmensdaten für fundamental nicht gerechtfertigt. Lediglich die hohe Liquidität im Markt und eine weitere Zinssenkung könne auf diesem hohen Niveau für weiteren Zuwachs zum Jahresende sorgen. Anleger erwarten, dass US-Notenbankchef Alan Greenspan am Dienstag die Zinsen um mindestens 25 Basispunkte auf 1,75 Prozent senkt. Eine Zinssenkung in dieser Höhe sei bereits eingepreist: Greenspans Ausblick auf die Lage der US-Konjunktur wird dann über die weitere Richtung an den Aktienmärkten entscheiden.

Banken: Strafen wegen Preisabsprachen

Die Finanztitel tendierten zum Wochenstart trotz schlechter Nachrichten behauptet. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will nach Medienberichten gegen vier deutsche Banken ein Bußgeld wegen Preisabsprachen im Sortengeschäft verhängen. Monti werde voraussichtlich an diesem Dienstag die Commerzbank Chart zeigen , die Dresdner Bank, die HypoVereinsbank Chart zeigen und die Deutsche Verkehrsbank mit einer Strafe von insgesamt rund hundert Millionen Euro belegen, berichtet die "Financial Times Deutschland". Die Banken hätten sich 1997 zusammengetan, um ihre Preispolitik für Sortengeschäfte abzusprechen. Die Dax-Werte Commerzbank und HypoVereinsbank legten dennoch leicht zu.

Techtitel auf Verkaufsliste

Für die zinssensiblen Technologietitel könnte es auf Grund der Fed-Entscheidung und der Quartalszahlen von Oracle eine turbulente Woche werden. Infineon Chart zeigen und Epcos Chart zeigen gehörten mit Abschlägen zwischen zwei und fünf Prozent am Montag zu den größten Verlierern im Dax. Auch die Aktien der Softwareschmiede SAP Chart zeigen starteten mit einem Verlust von rund einem Prozent. Berichte über Auftragsverschiebungen und einen massiven Stellenabbau lasteten weiterhin auf der Aktie. Auch die Aktien von Siemens Chart zeigen gaben 0,9 Prozent nach. Der Münchener Elektronikkonzern rechnet bei seiner Netzwerksparte ICN im laufenden Geschäftsjahr 2001/2002 (zum 30. September) durch die Konzentration auf den Verkauf nur noch eigener Produkte mit einem Umsatzrückgang von bis zu einer Milliarde Euro.

Murdoch sorgt für Wirbel in der Medienbranche

Die Spekulationen, der Medienmogul Rupert Murdoch werde die gesamte Kirch-Gruppe übernehmen, reißen nicht ab. Nach einem Bericht des "Spiegel" bereitet die Kirch-Gruppe in München bereits Abwehrstrategien gegen eine feindliche Übernahme vor.

Neuer Markt knapp behauptet

Im Nemax 50 erwischten die Aktien von PrimaCom Chart zeigen und Heyde Chart zeigen mit jeweils vier Prozent Zuwachs den besten Start. Ihnen folgte Consors einem Aufschlag von 5,1 Prozent auf 11,37 Euro. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" hat SchmidtBank-Vorstand Paul Wieandt das Bankhaus Metzler mit dem Verkauf der Direktbank beauftragt. Einer der größten Verlierer war das Medienunternehmen EM.TV Chart zeigen mit einem Verlust von vier Prozent.

Tokio folgt schwacher Wall Street

An der Wall Street hatte zum Wochenschluss ein überraschend deutlicher Anstieg der US-Arbeitslosenquote den Aufwärtstrend gestoppt. Der Dow Jones büßte 50 Punkte ein, der Nasdaq gab um 33 Punkte nach. Nach Angaben des Labor Department kletterte die US-Arbeitlosenquote im November auf 5,7 Prozent, dem höchsten Stand seit August 1995. Der Abbau von 331.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft lag deutlich über den Markterwartungen.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat daraufhin am Montag schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte um 225,88 Punkte oder 2,1 Prozent auf 10.571 Punkte. Der Euro notierte am Morgen leichter mit 0,8907 Dollar nach 0,8934 Dollar am Freitag.



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