Börse am Morgen Zurückhaltender Beginn

Trotz guter Vorgaben aus New York sind die deutschen Aktienmärkte etwas schwächer in den Handel gegangen. Vorsicht regiert am Neuen Markt.


Frankfurt am Main - Der Dax sank nach Handelsbeginn rund ein halbes Prozent unter Vortagesniveau. Kursverluste gab es auch im Nemax 50, der sich um rund eineinhalb Prozent verschlechterte.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten die Technologiewerte. Infineon legten um 0,84 Prozent auf 45,88 Euro zu, Deutsche Telekom gewannen um 0,63 Prozent auf 38,16 Euro. Wie bereits am Vortag führten E.ON die Verliererliste mit einem Abschlag von 1,47 Prozent auf 57,54 Euro an.

Börsenausblick um 8.30 Uhr

Den fünften Tag in Folge ging die asiatische Leitbörse in Tokio mit einem Plus aus dem Handel. Der Nikkei-Index verbesserte sich bis zur Schlussglocke um 1,51 auf 13. 873 Punkte. Die amerikanische Technologiebörse Nasdaq schloss mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 2682 Zähler. Der Dow Jones gab leicht um 0,6 Prozent auf 10.584 Punkte nach.

Mit Spannung waren nach Börsenschluss die Quartalszahlen der US-Konzerne Apple, IBM und AMD erwartet worden. Und da hier keine echten Hiobsbotschaften vermeldet wurden, ist mit einem freundlichen Handelsauftakt an der Wall Street als auch in Deutschland zu rechnen.

Wie stark der Markt nach oben will, hatte sich bereits gestern an den Kursreaktionen auf die Zahlen von Intel ablesen lassen. Der weltgrößte Chiphersteller hatte erwartungsgemäß schwache Quartalszahlen vorgelegt und auch der Ausblick war eher mäßig. Dennoch zogen die Technologie- und Wachstumswerte deutlich an. Der Nemax-50 schloss mit einem Plus von 7,7 Prozent. Die Erwartungen der Anleger seien auf grund vorangegangener Enttäuschungen bereits derart niedrig gewesen, dass jede Meldung, die nicht eine Katastrophe darstellte, positiv interpretiert wurde, erklärte ein Händler die Reaktion. Die Befürchtung eine Trendwende nach oben zu verpassen, sei viel größer gewesen als die Angst, neue Tiefststände zu testen. Zudem sei die Liquidität sehr hoch. Institutionelle Anleger pumpten mächtig Geld in den Markt.

Der Verlust bei Apple im ersten Quartal hielt sich in den Erwartungen der Analysten. Die Aktie verhielt sich nachbörslich neutral, konnte dann sogar leicht zulegen. Für das zweite Quartal machte Apple-Chef Steve Jobs allerdings vorerst keine Angaben.

Der zweite amerikanische Computerriese IBM hingegen hat die Erwartungen der Analysten für das mit einem Gewinn je Aktie von 1,48 Dollar leicht übertroffen. Die Aktie von IBM konnte nachbörslich um etwa elf Prozent zulegen.

Einziger Wermutstropfen: Der US-Chip-Hersteller Advanced Micro Devices hat im vierten Quartal 2000 einen Gewinn von 53 US-Cent pro Aktie erwirtschaftet und somit die Erwartungen der Experten um zwei Cent verfehlt. Letztere Meldung wird den Aufwärtstrend bei den Technologietitel allerdings kaum bremsen, zumal diese zinssensitiven Titel von der immer wahrscheinlicher werdenden Zinssenkung der amerikanischen Notenbank Ende Januar profitieren. Von der EZB, die heute tagt, erwarten die Experten allerdings keine Zinssenkung.



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