Börse am Nachmittag Banken an Dax-Spitze

Von der Schwäche im Technologiesektor profitieren die defensiven Titel im Dax. Händler erwarten eine anhaltende Erholung bei den Finanztiteln.


Frankfurt am Main – Der Dax kommt zum Wochenausklang nicht in Schwung und bewegt sich bei niedrigen Umsätzen seitwärts. Bis 14 Uhr hat der Blue-Chip-Index 0,2 Prozent auf 6254 Punkte abgegeben. Die Wachstumswerte im Nemax 50 sind um 2,3 Prozent auf 1944 Zähler gefallen. Der M-Dax verlor 0,9 Prozent auf 4772 Punkte.

Die Finanztitel haben an die freundliche Kurserholung vom Donnerstag angeknüpft und zugelegt. Am späten Mittag hat die Commerzbank einen Gewinn von 2,7 Prozent auf 30 Euro verbucht und damit die Gewinnerliste angeführt. Die Rivalen Dresdner Bank (plus 1,6 Prozent) und Deutsche Bank (plus 0,3 Prozent) präsentierten sich ebenfalls freundlich. Die HypoVereinsbank hat ihre frühen Gewinne abgeben müssen und verlor 0,5 Prozent.

Händler führten die Entwicklung der Commerzbank auf eine technische Reaktion zurück. Die Commerzbank-Aktien hatten sich in den vergangenen Tagen nach ihrem 52-Wochen-Tief von 28,04 Euro leicht erholt. Analyst Victor Heese von der WGZ Bank geht davon aus, dass die Bankenwerte insgesamt wieder anziehen: "Langsam aber sicher geht es beständig aufwärts." Dafür seien unter anderem Kostensenkungsprogramme und der geplante Bankenumbau verantwortlich.

Die Lufthansa hat von der Meldung über einen bevorstehenden Einstieg bei der Spanair profitiert. Über eine Kapitalverflechtung mit der spanischen Fluglinie soll die Kranichlinie ihre Präsenz in Europa deutlich ausbauen können. Zwischenzeitlich legte die Aktie drei Prozent zu.

Nach frühen Verlusten hat die DaimlerChrysler-Aktie ins Plus gedreht und 1,6 Prozent auf 56,25 Euro gewonnen. Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge könnten auf den Konzern jedoch weitere Schwierigkeiten zukommen. Die Probleme mit Freightliner im US-LKW-Geschäft seien größer, als zunächst angenommen, hieß es. Rund 45.000 gebrauchte Trucks sollen derzeit auf Halde stehen, für die Fahrzeuge müssten nun mittels eines kostenintensiven Programms Käufer gefunden werden. BMW und Volkswagen notierten mit Aufschlägen zwischen 0,4 und 1,4 Prozent ebenfalls im grünen Bereich.

Intel stürzt die Tech-Werte ins Minus

"Keiner will Technologiewerte übers Wochenende halten", sagte ein Händler. Die deutlichen Verluste führten Händler auf die schwachen Vorgaben der Nasdaq zurück. Diese hatten im Sog einer Reihe von Hiobsbotschaften leichter geschlossen. Neben Intel, dessen Umsatz im ersten Quartal deutlich geringer ausfallen wird als zunächst erwartet, hatte auch der US-Halbleiterspezialist National Semiconductor wenig Gutes berichtet. Das Unternehmen reduzierte erneut seine Erwartungen für das vierte Quartal. Nun sei das Vertrauen, das die Anleger in den vergangenen Tagen langsam aufgebaut hätten, erst einmal weg, hieß es.

Dies ließ die deutschen Technologiewerte im Dax nicht unbeeindruckt. Infineon führten mit minus 5,3 Prozent auf 38 Euro die Verliererliste an. Aber auch die restlichen Mitglieder der Siemens-Familie notierten schwächer: Epcos fielen um 2,6 Prozent auf 68 Euro, während die Aktien des Mutterunternehmens um 2,4 Prozent auf 129,40 Euro abgaben. SAP bröckelten um 3,2 Prozent auf 157,80 Euro ab.

"Die Intel-Umsatzwarnung hat nur eine kurzfristige Auswirkung auf die Halbleiterhersteller am Neuen Markt", sagte Ingolf Böhle von Delbrück Asset Management. Intel sei in einem anderen Bereich tätig als Dialog Semiconductor, Kontron Embedded, Elmos Semiconductor und Jumptec. "Mittel- und langfristig ist das Geschäftsmodell dieser Unternehmen durch die Intel-Warnung nicht gefährdet", so Böhle. Die genannten Unternehmen haben sich seiner Einschätzung nach in den hochprofitablen Bereichen der Spezialanwendungen der Halbleiter- und Chipproduktion angesiedelt.

Der im M-Dax notierte Medienwert ProSieben Sat 1 ist nach einer Herabstufung durch das amerikanische Investmenthaus Morgan Stanley Dean Witter unter Druck geraten und hat 6,7 Prozent auf 25 Euro verloren. Die Analysten haben aufgrund des Marktumfeldes die Wachstumsaussichten gesenkt.

Aixtron führt den Nemax 50 an

Am Neuen Markt profitierte Aixtron von den soliden Zahlen, die das Unternehmen am Vortag präsentiert hatte. Das Papier führte mit einem Aufschlag von rund sieben Prozent auf 85,60 Euro die Gewinnerliste im Nemax 50 an. Im gestrigen Handel stand das Aachener Unternehmen mit einem Minus von rund 13 Prozent noch an erster Stelle der Verlierer. Doch die nach Börsenschluss veröffentlichten Geschäftszahlen überzeugten offenbar die Anleger.

Starke Verluste musste dagegen Gauss Interprise einstecken. Das Hamburger Softwareunternehmen setzte damit erst einmal seine Berg- und Talfahrt der vergangenen Tage fort. Die Papiere verloren am Vormittag mehr als sechs Prozent, reduzierten die Verluste später aber auf minus 3,9 Prozent bei 2,48 Euro. Größter Verlierer waren die Aktien von Pixelpark. Sie gaben annähernd 15 Prozent auf 12,59 Euro ab.

Im breiter gefassten Nemax All Share, der um 2,1 Prozent auf 2049 Punkte abgab, konnte Fluxx überzeugen. Das Unternehmen hatte vor Börseneröffnung mitgeteilt, die Gewinnschwelle voraussichtlich früher als geplant zu erreichen. Noch schreibt die Internet-Firma jedoch rote Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) nach vorläufigen Angaben von 6,2 Millionen Euro auf 7,3 Millionen Euro. Dank des positiven Ausblicks konnte die Aktie dennoch gewinnen und stieg um über 14 Prozent auf 6,86 Euro.

Der Euro hielt sich stabil über der 93-Cent-Marke und wurde in Frankfurt mit 0,9355 zum Dollar gehandelt.



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