Börse am Nachmittag Deutsche Bank belastet den Dax

Dax und Nemax bauen ihre Verluste aus. Und die Wall Street wird die deutschen Börsen voraussichtlich nicht aus dem Keller ziehen: Die Futures zeigen ins Minus.


Frankfurt am Main - Der Dax findet am Donnerstag keinen Halt, er verlor bis zum frühen Nachmittag gut ein Prozent. Die Wachstumswerte im Nemax-50 rutschten um knapp dreieinhalb Prozent ab.

Der Dax wurde vor allem vom Schwergewicht Deutsche Bank in den Keller gezogen. Zwar hatte Deutschlands größte Bank am Morgen einen neuen Rekordgewinn vorgelegt, doch haben Analysten die Zahlen eher negativ eingeschätzt. Der rapide Ertragsrückgang von 20 Prozent vom dritten zum vierten Quartal beunruhigt die Experten. Zudem wird moniert, dass die Bank seine hohen Verwaltungskosten nicht eindämmen konnte. Die Aktie hat nach moderaten Verlusten im frühen Handel mehr als sieben Prozent verloren und rutschte damit wieder deutlich unter die 100 Euro-Marke.

Die Konkurrenten Commerzbank (minus 2,4 Prozent) und Dresdner Bank (minus 1,9 Prozent) gaben ebenfalls nach.

Bessere Nachrichten gab es von Epcos. Die Aktie der Siemens-Tochter hat ihre Gewinne auf annähernd drei Prozent ausbauen können. Der Bauelementehersteller hatte am Morgen seine Geschäftszahlen vorgelegt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich mit 127 (1999/00: 55) Millionen Euro mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz stieg um 55 Prozent auf 574 (369) Millionen Euro. Auch der verhaltene Ausblick konnte das gute Ergebnis nicht trüben. Mit den Zahlen im Rücken hatte die Aktie die Spitzenposition der Dax-Gewinnerliste am Morgen gestürmt und ihre Gewinne von gut drei Prozent bis zum frühen Nachmittag nicht mehr abgegeben.

Die anderen Technologiewerte im Dax präsentierten sich nach Gewinnen am Vortag dagegen schwächer. SAP rutschte mehr als dreieinhalb Prozent in den Keller, Infineon mehr als zwei Prozent, Siemens rund eineinhalb Prozent und die Deutsche Telekom gut ein halbes Prozent.

Am Neuen Markt setzte Intershop seine Verlustreihe vom Vortag fort. Negative Analystenstimmen zu den gestern vorgelegten Zahlen haben die Aktie zusätzlich geschwächt. Nach dem rapiden Kursverfall am Mittwoch verlor die Aktie im Handelsverlauf heute bis zu zehn Prozent.



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