Börse am Nachmittag Dow Jones unter 10.000 Punkten

Der positive Schub von der Wall Street ist wieder vorbei. Im Gegenteil: Der Dow Jones rutschte unter die Marke von 10.000 Punkten und auch der Nasdaq näherte sich wieder bedenklich der Linie von 2000 Punkten. Dax und Nemax fielen wieder tiefer in den roten Bereich.


Frankfurt am Main - Der Dow Jones lag gegen 18.45 Uhr rund 0,7 Prozent unter Vorwochenschluss bei 9976 Punkten. Auch der Nasdaq notierte bei 2012 Punkten rund ein halbes Prozent schwächer als am Freitag. Der Dax rutschte daraufhin wieder auf ein Minus von 1,3 Prozent bei 5130 Punkten. Am Neuen Markt verlor der Nemax 50 um 2,2 Prozent auf 1273 Zähler.

Die meisten Händler in Frankfurt und New York würden sich bis zur morgigen Sitzung der US-Notenbank noch zurückhalten, hieß es auf dem Parkett. Zwar würden die meisten Marktteilnehmer eine Zinssenkung von 25 Basispunkten erwarten, wichtiger sei jedoch der Ausblick, den Fed-Chef Alan Greenspan geben wird. Beobachter erhoffen sich Hinweise auf eine konjunkturelle Erholung der angeschlagenen US-Wirtschaft.

Tech-Titel auf Talfahrt

Die Technologiewerte führten die Verliererliste im Dax an. Die Aktien von Infineon Chart zeigen verbilligten sich um 4,3 Prozent auf 26,14 Euro. "Die Technologieaktien sind in der vergangenen Woche sehr gut gelaufen und die Anleger nehmen nun Gewinne mit", sagte ein Broker. Zudem belaste eine Wandelanleihe von Europas größten Chip-Produzenten STMicroelectronics die gesamte Branche.

Aber auch die anderen Tech-Titel ließen Federn. Deutlich im roten Bereich notierten die Aktien von Siemens Chart zeigen (minus 2,4 Prozent auf 70,37 Euro), SAP Chart zeigen (minus 2,2 Prozent auf 146,30 Euro) und Epcos Chart zeigen (minus 1,9 Prozent auf 56,80 Euro).

Die kurze Gewinnerliste wurde angeführt von der Aktie des Finanzdienstleisters MLP Chart zeigen , die 1,8 Prozent auf 85,73 Euro zulegte. Aber auch Eon Chart zeigen , RWE Chart zeigen und Degussa Chart zeigen präsentierten sich freundlich. Am Markt werde spekuliert, dass Eon seine österreichische Mobilfunktochter One an die France Telecom-Tochter Orange verkauft, sagten Händler.

Die Finanztitel tendierten zum Wochenstart uneinheitlich. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will nach Medienberichten gegen vier deutsche Banken ein Bußgeld wegen Preisabsprachen im Sortengeschäft verhängen. Betroffen davon sind Commerzbank Chart zeigen , Dresdner Bank, HypoVereinsbank Chart zeigen und die Deutsche Verkehrsbank. Insgesamt geht es um eine Geldbuße in Höhe von insgesamt rund 100 Millionen Euro, berichtet die "Financial Times Deutschland". Die Banken hätten sich 1997 zusammengetan, um ihre Preispolitik für Sortengeschäfte abzusprechen. Die Commerzbank-Aktie gab zuletzt 1,1 Prozent nach, während HypoVereinsbank-Titel 0,5 Prozent verloren.

Neuer Markt: Übernahmefantasien treiben Primacon

Die Primacom-Aktie Chart zeigen führte mit einem Kursaufschlag von 7,7 Prozent auf 4,20 Euro die Gewinnerliste im Nemax 50 an. Ein Bericht in der "Euro am Sonntag" soll Händlern zufolge wieder Übernahmespekulationen entfacht haben.

Auch Consors Chart zeigen stand wieder im Mittelpunkt der Gerüchteküche. Erst vorigen Freitag hatte der Online-Broker steigende Abwicklungszahlen bekannt gegeben, am Montag sagte Paul Wieandt, Chef-Sanierer des angeschlagenen Mutterhauses Schmidt-Bank, dass der Consors-Verkauf sofort eingeleitet werden soll. An der Börse stieg die Aktie daraufhin um sieben Prozent auf 11,57 Euro.

Die Titel des Filmrechtehändlers Highlight Chart zeigen gaben ihre frühen Gewinne ab und rutschten mit über sechs Prozent ins Minus auf 5,49 Euro. Spekulationen um die Champions-League-Rechte haben der Aktie seit Ende November zu einem Höhenflug verholfen.

Größter Verlierer im Auswahlindex war das Papier von Teleplan Chart zeigen , das mehr als zehn Prozent auf 15,29 Euro abgab. Aber auch T-Online Chart zeigen und EM.TV Chart zeigen gaben mit rund sechs Prozent deutlich nach.

Kurs des Euro deutlich gefallen

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro bei 0,8850 (Freitag: 0,8911) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2100 (2,1948) Mark. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6198 (0,6241) Pfund, 111,82 (111,50) Yen und 1,4806 (1,4787) Schweizer Franken fest.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.