Börse am Nachmittag Intershop wird zum Pennystock

Feste US-Börsen stützen den Dax: Preussag, Lufthansa und Autowerte legen zu. Auch Technologiewerte drehen bis auf die T-Aktie ins Plus. Am Neuen Markt droht Intershop zum Pennystock zu werden.


New York / Frankfurt am Main - Freundliche Konjunkturdaten haben an der Wall Street für einen festen Start gesorgt. Die US-Einzelhandelsumsätze sind im Januar besser ausgefallen als erwartet. Der Dow Jones legte bis 16 Uhr um 0,7 Prozent auf 9936 Zähler zu, während der Nasdaq Composite um 1,3 Prozent auf 1857 Punkte kletterte.

Zahlen von HP und Stellungnahme von Liberty erwartet

Börsianer erwarten die Zahlen von Hewlett-Packard für das erste Quartal. Analysten rechnen mit einem Rückgang des Gewinns je Aktie auf 24 Cent nach 41 Cent im Vorjahreszeitraum. Die Aktie des Kabelnetzbetreibers Liberty Media dürfte von der Ankündigung bewegt werden, dass Liberty wenige Tage vor Fristende eine Stellungnahme beim Bundeskartellamt zum Kauf der Kabelnetze von der Deutsche Telekom Chart zeigen angekündigt hat.

Der Hersteller von Speicherprodukten Network Appliance hat die Gewinnerwartungen übertroffen und legte zur Eröffnung an der Nasdaq deutlich zu. Auch die Aktie von Applied Materials startete behauptet. Am Vortag nach Börsenschluss hat der Halbleiter-Hersteller für das erste Geschäftsquartal rote Zahlen gemeldet. Die Ergebnisse lagen aber noch über den Prognosen der Analysten. Auch die Aktien des Netzwerkspezialisten Cisco Systems erholten sich zunächst von ihren Verlusten, die sie am Vortag erlitten hatten.

Erneute Kehrtwende im Dax

Der Dax war bereits kurz vor Handelsbeginn an der Wall ins Plus gedreht und notierte um 16 Uhr 1,0 Prozent fester bei 4932 Zählern. Der Nemax 50 begrenzte seine Verluste auf zuletzt 0,7 Prozent und notierte bei 1069 Punkten.

Nach den herben Verlusten der vergangenen Tage wechselten die Autotitel DaimlerChrysler Chart zeigen, BMW Chart zeigen und Volkswagen Chart zeigen am Nachmittag auf die Gewinnerseite. Auch der Touristikkonzern Preussag Chart zeigen baute ebenso wie die Lufthansa Chart zeigen seine Gewinne weiter aus. Bei diesen Titeln sehen Investoren offenbar wieder Einstiegskurse, obwohl fundamentale Unternehmensnachrichten fehlen.

Hightechs: Genug geprügelt?

Auch die Technologiewerte, die zunächst von den schwachen Nortel-Zahlen belastet worden waren, erholten sich. Infineon Chart zeigen, Epcos Chart zeigen und SAP Chart zeigen legten jeweils knapp ein Prozent zu. Infineon führte die Technologietitel an, obwohl die Kooperationsgespräche mit dem südkoreanischen Mitbewerber Hynix laut Presseberichten gescheitert sind.

Auf der Aktie der Deutschen Telekom Chart zeigen , die im Handelsverlauf erneut unter 16 Euro fiel, lastet jedoch weiterhin ein mögliches Platzen des Liberty-Deals sowie die Angst vor massiven Verkäufen in den USA. Zuletzt notierte die Aktie leicht erholt bei 15,70 Euro. Der US-Kabelnetzbetreiber Liberty Media hat eine Stellungnahme beim Bundeskartellamt zum Kauf der Kabelnetze angekündigt. "Wir werden sie fristgerecht bis Freitag beim Kartellamt einreichen", sagte ein Liberty-Sprecher am Mittwoch in Berlin.

Während die Allianz Chart zeigen und die Münchener Rück Chart zeigen bei den Finanztiteln ihre Erholung fortsetzten, notierten die Deutsche Bank Chart zeigen und die HypoVereinsbank Chart zeigen jeweils um ihren Vortagesschluss. Die zum Versicherungskonzern gehörende Dresdner Bank will nach Medienberichten mit einem Gegenangebot für die von der KirchGruppe gehaltenen Anteile am Axel Springer Verlag das Milliardenangebot der HypoVereinsbank Chart zeigen übertreffen.

Fresenius: Rechtsstreit in den USA

Die Aktien des Dialyse- und Pharmakonzerns Fresenius Medical Care (FMC) blieben auf Grund der Rückstellungen wegen Rechtsstreitigkeiten in den USA weiter im Minus. Die Rückstellungen von 177 Millionen Dollar nach Steuern seien höher als ursprünglich geplant ausgefallen, sagte ein Händler. Der Rechtsstreit steht im Zusammenhang mit dem laufenden Insolvenzverfahren von W.R. Grace und dient der Beilegung der Auseinandersetzungen mit privaten amerikanischen Krankenversicherungen, hieß es.

Neuer Markt: Intershop im Tiefenrausch

Zu den wenigen Gewinnern zählten am Nachmittag T-Online Chart zeigen und der Anlagenbauer Aixtron Chart zeigen . Sie gehören zu den wenigen Nemax-Werten, für die sich Fondsmanager noch interessieren. Das Biotechnologie-Schwergewicht Qiagen Chart zeigen konnte seine Verluste zunächt begrenzen: Die Aktie hatte deutlich nachgegeben, nachdem CSFB die Aktie auf "Halten" heruntergestuft hat.

Softmatic: Die nächste Pleite

Schlusslicht im Nemax 50 war Carrier1, die nach dem Insolvenzantrag um weitere 20 Prozent auf 0,16 Euro fielen. Auch Intershop Chart zeigen fiel nach den schwachen Zahlen gestern um weitere 12,1 Prozent und notiert nur noch bei 1,21 Euro.

Mit der Softmatic AG stellte ein weiteres Unternehmen vom Neuen Markt einen Insolvenzantrag. Bereits vor der Handelsaussetzung bis 12.20 Uhr war der Aktienpreis um 29,73 Prozent auf 0,26 Euro eingebrochen. "Das ist bestimmt ein Fall für das Bundesaufsichtsamt", sagte ein Händler. Seit vergangenem Freitag war das Handelsvolumen bei Softmatic-Aktien deutlich angestiegen.

Euro erneut schwächer

Gegen 15 Uhr notierte die europäische Gemeinschaftswährung mit 0,8733 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch bei 0,8753 (Dienstag: 0,8794) Dollar festgesetzt. Die Entscheidung der EU-Finanzminister, Deutschland und Portugal von einem "Blauen Brief" zu verschonen, hatte am Vortag den Euro nicht nachhaltig belastet. Die US-Einzelhandelsumsätze stärkten dagegen den Dollar gegenüber dem Euro.



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