Börse am Nachmittag SAP unter Druck

Angesichts der schwachen Eröffnung der New Yorker Börsen konnten sich auch die deutschen Aktien nicht erholen. SAP und Deutsche Bank gaben kräftig nach.


Frankfurt am Main - Dax und Nemax haben ihre Verluste zum Nachmittag ausgebaut. Der Blue-Chip-Index gab bis 16.30 Uhr 1,07 Prozent auf 6722 Punkte ab. Die Wachstumswerte im Nemax-50 rutschten um 4,65 Prozent auf 2665 Punkte.

Die Eröffnung der Börsen in New York brachte keine Erholung. Der Dow Jones fiel nach einer festen Eröffnung auf das Vortagesschlussniveau zurück, während die Nasdaq von Beginn an um 0,6 Prozent in den Keller fiel.

In Frankfurt hat sich die Lufthansa-Aktie im Handelsverlauf beständig nach oben in der Gewinnerliste geschoben. Der Händler gehen bei dem Kursanstieg um 4,8 Prozent von einer technischen Gegenreaktion aus, da es keine Neuigkeiten aus dem Unternehmen geben würde.

Epcos hielt sich auch am Nachmittag noch deutlich im Plus. Die Aktie des Bauelementeherstellers legte gut vier Prozent zu. Das Unternehmen hatte am Morgen seine Geschäftszahlen vorgelegt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich mit 127 (1999/00: 55) Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz stieg um 55 Prozent auf 574 (369) Millionen Euro. Auch der verhaltene Ausblick konnte das gute Ergebnis nicht trüben.

Betrüblich dagegen das Bild der restlichen Technologiewerte im Dax: Die SAP-Aktie verlor mehr als 4,5 Prozent, Die Deutsche Telekom fiel um 1,64 Prozent, Siemens 1,59 Prozent und Infineon 1,57 Prozent.

Die rote Laterne im Dax wird seit Handelsbeginn von der Deutschen Bank gehalten. Zwar hatte das Unternehmen am Morgen einen neuen Rekordgewinn vorgelegt, doch haben Analysten die Zahlen eher negativ eingeschätzt. Der rapide Ertragsrückgang von 20 Prozent vom dritten zum vierten Quartal beunruhigt die Experten. Zudem wird moniert, dass die Bank seine hohen Verwaltungskosten nicht eindämmen konnte. Die Aktie hat nach moderaten Verlusten im frühen Handel bis zum Nachmittag mehr als 6,7 Prozent verloren und rutschte damit wieder deutlich unter die 100 Euro-Marke.

Auch die anderen Bankenwerte präsentierten sich schwach. Die Commerzbank gab 3,31 Prozent nach, die Dresdner Bank 1,31 Prozent und die HypoVereinsbank 0,63 Prozent.

Die Autowerte gaben am Nachmittag hingegen wieder Gas. Nach einer flauen Eröffnung verteuerte sich die BMW-Aktie um 1,75 Prozent, gefolgt von Volkswagen (1,12 Prozent) und DaimlerChrysler (ein Prozent).

Am Neuen Markt führte Medigene die kurze Liste der Gewinner im Nemax-50 an. Das Biotech-Unternehmen konnte einen Aufschlag von 13,50 Prozent verzeichnen. Ein Frankfurter Händler führte das Interesse für den Biotech-Titel auf ein Patent zurück, das Medigene in den USA für ein Herstellungsverfahren für Tumorimpfstoffe erhalten hatte. Die Firma verspricht sich von dem Verfahren jährliche Mehrumsätze in Höhe von 200 Millionen Euro.

Intershop knüpfte dagegen an die Verluste vom Vortag an. Negative Analystenstimmen zu den gestern vorgelegten Zahlen haben die Aktie zusätzlich geschwächt. Nach dem rapiden Kursverfall am Mittwoch verlor die Aktie im Handelsverlauf bis zu 15 Prozent.



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