Börse am Nachmittag Schlechte Zeichen aus New York

Gewinner im Dax und Nemax 50 lassen sich an einer Hand abzählen. Die T-Aktie steht weiter unter Druck. Am Neuen Markt kommen die Aktien von Senator unter die Räder.


Hamburg - Die deutschen Aktienmärkte haben sich am frühen Nachmittag vor Bekanntgabe neuer US-Konjunkturdaten weiter schwach präsentiert. Kursverluste der Schwergewichte drückten bei den Standardwerten auf den Index. Der Dax verlor bis 13.50 Uhr noch 1,5 Prozent auf 4917 Zähler. Die Wachstumswerte im Nemax 50 gaben stärker nach und fielen unter die Marke von 1200 Punkten: ein Minus von 3,8 Prozent. Die für die Eröffnung der US-Börsen maßgeblichen Futures tendierten schwächer. Um 16.00 Uhr (MEZ) wird in den USA der viel beachtete NAPM-Einkaufsmanagerindex veröffentlicht.

"Das ist der entscheidende Indikator für den heutigen Handelsverlauf", sagte ein Händler. Der Frühindikator müsse zeigen, dass sich die Kurserholung der vergangenen zwei Monate nun langsam auch konjunkturell belegen lasse. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen Anstieg auf 41,7 Stellen im November nach 39,8 im Oktober.

Adidas Chart zeigen bauten ihr Kursplus an der Dax-Spitze auf 5,30 Prozent bei 75 Euro aus. Die Investmentbank Morgan Stanley hat ihr Kursziel für das Papier angehoben und den Titel weiter als "starken Kauf" eingestuft. Technologiewerte im Dax gingen getrennte Wege. Infineon Chart zeigen profitierten ebenfalls von positiven Analystenkommentaren durch die Experten von Dresdner Kleinwort Wasserstein, die das Papier von "Halten" auf "Hinzufügen" hochgestuft haben. Infineon könne von einem Anziehen der PC-Nachfrage in den USA profitieren, erklärten die Analysten. Die Aktie legte zuletzt 1,37 Prozent auf 22,23 Euro zu und gehörte damit ebenfalls zu den wenigen Gewinnern im Dax.

Epcos Chart zeigen (minus 1,42 Prozent auf 51,26 Euro) konnten ein wenig von dem Verkaufsdruck abgeben. Auch Siemens Chart zeigen (minus 1,35 Prozent auf 65,11 Euro) konnten ihr Minus leicht reduzieren. Dabei hatte die Siemens-Sparte Power Generation einen Auftrag über rund eine Milliarde Euro aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an Land gezogen, wie der Münchener Konzern mitteilte.

Die Papiere der Deutsche Telekom Chart zeigen gaben zuletzt noch 2,25 Prozent auf 18,72 Euro ab. Händler begründeten die Verluste, die zeitweilig mehr als drei Prozent betrugen, damit, dass ehemalige Voicestream-Aktionäre sich nach Ablauf der Haltefrist am Wochenende von T-Aktien getrennt hätten. Zugleich könnte das Papier nach der Umstellung der MSCI-Indizes auf Streubesitz darunter leiden, dass große Fonds in ihrem Portfolio diesen Wert nun untergewichten.

Bis zu 490 Millionen T-Aktien stehen nach Ablauf der Haltefristen rein rechnerisch zum Verkauf. Wenn Ron Sommers Manager im Gespräch mit Banken und dem Großaktionär Sonera auch einen marktschonenden Rückfluss der T-Aktien vereinbart haben sollen, gilt hingegen der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa mit seinem Chef Canning Fok an der Spitze in dieser Frage eher als flatterhaft. Whampoa besitzt 87 Millionen Aktien der Deutschen Telekom.

Die Tarifparteien Gesamtmetall und IG Metall haben den Versicherungskonzern Allianz Chart zeigen und dessen Tochter Dresdner Bank als Konsortialführer ihres gemeinsamen Versorgungswerks "Metall-Rente" ausgewählt. Diese Woche würden die Details des Vertrages ausgehandelt, schreibt das "Handelsblatt". Allianz und Dresdner Bank könnten sich auf Beitragseinnahmen in Milliardenhöhe freuen. Die Aktie zeigte sich dennoch 1,88 Prozent schwächer auf 259 Euro. Mit Blick auf die MSCI-Umstellung könnte die Aktie des Versicherungskonzerns ebenso wie die T-Aktie und die Papiere der Münchener Rück Chart zeigen (minus 1,44 Prozent auf 294 Euro) wegen ihres vergleichsweise Streubesitzes unter Verkäufen von Fonds leiden.

Nach einem festen Auftakt fielen die Papiere des Energiekonzerns Eon Chart zeigen mit 1,88 Prozent auf 54,66 Euro ab. Das Bundeskartellamt hat den Einstieg des Konzerns bei der Ruhrgas AG abgemahnt hat. Wie die Wettbewerbshüter erklärten, würde das Vorhaben "zur Verstärkung marktbeherrschender Stellungen sowohl beim Absatz von Gas als auch beim Absatz von Strom" führen. Die Entscheidung der Kartellwächter ist noch nicht endgültig. Die Unternehmen haben vor einer endgültigen Entscheidung bis zum 7. Dezember die Möglichkeit, zu den Bedenken Stellung zu nehmen.

Am Neuen Markt gab es im Nemax 50 nur wenige Gewinner. Thiel Logistik Chart zeigen zählten mit einem Plus von 0,21 Prozent auf 24,15 Euro dazu, hatten den Handelstag allerdings mit plus fünf Prozent begonnen. Der Logistikspezialist hat vor Handelsbeginn einen Großauftrag von 750 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren gemeodet.

Auf den Verkaufslisten ganz oben standen die Aktien der Senator EntertainmentChart zeigen . Sie brachen um 19 Prozent auf 2,67 Euro ein. Am Freitag hatte der Filmproduzent gewarnt, er werde im laufenden Jahr weniger verdienen als erwartet. Auch der Umsatz werde zurückgehen. Darüber hinaus mussten einige Filmstarts verschoben werden, um nicht mit den Verkaufsschlagern "Harry Potter" und "Herr der Ringe" zu konkurrieren. Diese Nachrichten belasteten weiterhin den Titel, sagte ein Händler.

Die Aktien des Internetsoftware-Unternehmens Broadvision Chart zeigen setzten die Talfahrt der vergangenen Woche fort. Die Papiere, die im Juli noch mehr als sechs Euro kosteten, fielen um zwölf Prozent auf 3,04 Euro.

Highlight Communications Chart zeigen waren mit einem Plus von 3,53 Prozent auf 4,45 Euro der Toptitel im Nemax 50. Die Aktien profitierten von der Spekulation über den Wettstreit um die Rechte an der Fußball-Champions-League. Das Schweizer Medienunternehmen hält die Rechte bis zum Jahr 2003. Die UEFA will an diesem Mittwoch über die Vergabe bis 2006 entscheiden.



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