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16. Januar 2001, 10:27 Uhr

Börse am Nachmittag

Sorge um Technologiewerte

Die Deutschen Aktien haben am Dienstag leichter notiert. Die mit Spannung erwartete Eröffnung der amerikanischen Börsen sorgte für wenig Bewegung.

Frankfurt am Main - Der Dax konnte seine Eröffnungsgewinne nur kurze Zeit verteidigen. Schon bald rutschten die Standardwerte ins Minus und fielen bis zum Nachmittag um rund ein halbes Prozent. Der Nemax 50 fiel erneut um rund zwei Prozent zurück. In New York starteten Dow Jones (minus 0,2 Prozent) und Nasdaq (minus 0,5 Prozent) knapp behauptet.

Zu den wenigen Gewinnern unter den deutschen Standardwerten gehörten KarstadtQuelle, die sich um 1,87 Prozent auf 34,80 Euro verteuerten. "Nach tagelangen Verlusten geht es wieder bergauf", sagte Heiko Feber von der Berenberg Bank. Die Gewinne seien wohl eine charttechnische Reaktion nach den vorherigen Verlusten.

Zu den Gewinnern gehörten auch ThyssenKrupp, die nach positiven Analystenkommentaren um 1,71 Prozent auf 19,02 Prozent stiegen. "Die Deutsche Bank rechnet bei der Aktie des Stahlkonzerns mit einem Kurs von 25 Euro", sagte ein Händler. Das stärke den Wert.

Dagegen standen Technologiewerte auf der Verliererseite. Der Markt wartete mit Spannung auf die Veröffentlichung der Geschäftszahlen von Intel Corp nach Börsenschluss. Daher blieben die Anleger erst einmal vorsichtig und nahmen die jüngsten Gewinne bei High-Tech-Werten mit.

Deutsche Telekom verzeichneten lange Zeit die stärksten Abschläge und notierten zuletzt 2,85 Prozent leichter bei 36,52 Euro. Epcos gaben um 2,35 Prozent ab und Siemens verloren 1,97 Prozent auf 144,60 Euro. Infineon legten anfänglich geringfügig zu, büßten jedoch im Tagesverlauf um 1,04 Prozent auf 42,73 Euro ein.

Bei den Versorgern gaben RWE um 2,36 Prozent auf 42,99 Euro ab, während E.ON sich um 0,38 Prozent auf 60,07 Euro verbilligten. Der aus der Fusion von VIAG und VEBA hervorgegangene Konzern verkauft seinen 45-Prozent-Anteil am Mobilfunker VIAG Interkom für 11,4 Miilarden Euro an British Telecommunications.

DaimlerChrysler gaben um 1,03 Prozent auf 44,24 Euro ab. Laut "Financial Times" will der Konzern in den nächsten drei Jahren die Chrysler-Werke für 43 Milliarden US-Dollar sanieren. Während die Sternmarke im vergangenen Jahr ihren Marktanteil in Europa auf 6,2 Prozent steigen konnte, gab der Volkswagen-Konzern geringfügig auf 18,7 Prozent ab. Die VW-Aktie verbilligte sich um 1,34 Prozent auf 55,40 Euro.

Unter den Wachstumswerten am Neuen Markt bescherte die Krise bei den Einstiegsgesprächen zwischen der Kirch-Gruppe und EM.TV den Papieren des Filmrechtehändlers zeitweise einen deutlichen Abschlag von rund elf Prozent. Am Nachmittag erholte sich die Aktie auf Vortagesniveau.

Die von der Comdirect Bank vorgelegten Zahlen scheinen die Anleger nicht zu überzeugen. Der Titel verlor rund sechs Prozent und gehörte damit zu den Verlierern des Nemax-50. Zwar steigerte die Bank die Anzahl ihrer Kundendepots auf 577.000 zum Ende des Jahres 2000. Prognostiziert hatte Bankchef Martin Kohlhaussen aber 600.000 Kunden. Ziel verfehlt, viele Anleger trennen sich von der Aktie. Schwach notierte auch die Konkurrenz: Consors gaben rund acht Prozent nach.

Unter Gewinnmitnahmen litten auch die Titel von Consumer Electronic. Die Papiere des Chipbrokers waren gestern mit einem Plus von mehr als 22 Prozent auf 15,50 Euro aus dem Handel gegangen. Jetzt kassieren die Anleger offenbar die Kursgewinne ein und trennen sich von dem Papier. Der Titel gab rund elf Prozent nach.

Der Euro schaffte den Weg zurück über die Marke von 94 US-Cent. Zuletzt wurde die gemeinsame Devise bei 0,9414 US-Dollar gehandelt. Damit war der Dollar 2,0771 DM wert.

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