Börse am Nachmittag Stillstand in New York

Die US-Börsen treten nach Negativnachrichten aus der Finanzbranche auf der Stelle. Im Dax sind Lufthansa und Siemens weiter gefragt.


New York / Frankfurt am Main - Der Standardwerteindex Dow Jones notierte im frühen Handel fast unverändert bei 9829 Punkten, während der Technologieindex Nasdaq Composite 0,8 Prozent schwächer bei 1888 Punkten tendierte. Chipwerte gerieten zu Handelsbeginn unter Druck. Die negativen Quartalszahlen des US-Halbleiterausrüsters Applied Materials trüben die Stimmung.

Zudem setzten kritische Kommentare von UBS Warburg dem Finanzsektor zu: UBS hat nahezu sämtliche namhafte Investmentbanken auf Halten herabgestuft, da diese Werte seit dem 11. September trotz schwacher Zahlen bereits sehr stark zugelegt haben. Hinzu kommt die Nachricht, dass der Finanzkonzern Citigroup Chart zeigen weitere 7.800 Stellen weltweit streichen will.

Microsoft präsentiert X-Box

Die Aktie von Microsoft Chart zeigen startete nahezu unverändert. Der Konzern hat am Donnerstag mit dem Verkauf der Spielekonsole X-Box begonnen. Händler gehen davon aus, dass der Konzern beim Verkauf der Konsole kräftig draufzahlt, die Gewinne aber durch den Softwareverkauf erzielen will: Zur Markteinführung der Xbox sind bereits 19 Titel verfügbar - 10 exklusiv für die Xbox programmiert.

Konjunkturdaten konnten die Indizes nicht in Bewegung versetzen, sagten Händler in New York. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind zwar nicht so stark gestiegen wie befürchtet, jedoch ist die Zahl der Arbeitslosen immer noch auf dem höchsten Stand seit 1993.

Gewinne im Dax schrumpfen

Die Gewinne im Standardwerteindex Dax halbierten sich bis 16 Uhr auf 1,1 Prozent, der Index hielt sich aber noch knapp über 5000 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax 50 notierten im Sog der schwachen Nasdaq nur noch 1,8 Prozent fester auf 1214 Punkte.

Die Aktie von Lufthansa Chart zeigen setzte am Nachmittag mit einem Plus von knapp acht Prozent ihre rasante Erholung fort. Die Fluglinie hatte am Vortag Geschäftszahlen vorgelegt. Der Wert profitierte von positiven Analystenkommentaren der Deutschen Bank, die das Kursziel auf 17 Euro festgesetzt haben. Zudem hat Dresdner Kleinwort Wasserstein die Papiere auf "Kaufen" hochgestuft. Positiv für das Unternehmen sei auch der deutlich gesunkene Ölpreis, sagte ein Händler. Die Lufthansa-Aktie war nach den Anschlägen am 11. September bis auf 8,08 Euro eingebrochen.

Siemens und T-Aktie im Vorwärtsgang

Die Papiere von Siemens Chart zeigen verringerten ihre Gewinne, notierten zuletzt aber immern noch fünf Prozent im Plus auf 65,22 Euro. Die Deutsche Bank hat Siemens zum "Kauf" empfohlen und ein Kursziel von stolzen 90 Euro gesetzt. "Beflügelnd auf das Papier hat sich zudem ausgewirkt, dass Morgan Stanley Dean Witter seine Prognosen für den Gewinn je Aktie deutlich erhöht hat", sagte ein Händler.

Im Zentrum des Interesses standen auch die Aktien der Deutsche Telekom Chart zeigen , die sich wenige Tage vor ihrem fünften Geburtstag um 2,6 Prozent auf 19,95 Euro verteuerten. Am Tag der Terroranschläge in den USA war die T-Aktie noch für 14,50 Euro zu haben. Voicestream, die US-Mobilfunktochter der Telekom, hat im abgelaufenen dritten Quartal des Jahres 2001 geringere Verluste erwirtschaftet als im Vorquartal. Gleichwohl wird Voicestream die Bilanz der Deutschen Telekom in diesem Jahr mit einem Milliardenverlust belasten.

MLP wächst kräftig

Der Finanzdienstleister MLP Chart zeigen hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres die Umsätze um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöht. MLP gehe für das Gesamtjahr von einem Wachstum von 30 Prozent aus. Die Aktie legte zuletzt 3,1 Prozent auf 82,30 Euro zu.

Der Düsseldorfer Versorger Eon Chart zeigen gewannen nach Vorlage der Bilanz zuletzt noch 2,3 Prozent hinzu. Der Düsseldorfer Versorger steigerte in den ersten neun Monaten das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent. Damit verfehlte Eon zwar leicht die Erwartungen der Analysten. Allerdings bekräftigten die Düsseldorfer trotz der gesenkten Ergebnisprognose für das Chemiegeschäft ihre Erwartungen für das Betriebsergebnis im Gesamtjahr. Die Aktien von Linde Chart zeigen, die ebenfalls am Donnerstag ihr Zahlenwerk vorgestellt hatten, notierten dagegen minimal schwächer.

Versicherer bauen ihre Verluste aus

Die Aktien der Versicherungsgesellschaften Allianz Chart zeigen und Münchener Rück Chart zeigen bauten am Nachmittag ihre Verluste aus. Bereits am Vortag hatten die Papiere zu den größten Verlierern im Dax gehört.

Nach einer Herabstufung durch Merrill Lynch gab die Aktie von SAP Chart zeigen nur minimal nach. Die Investmentbanker haben das Kursziel von 160 auf 143 Euro gesenkt. Merrill Lynch erwartet, dass die Lizenzerlöse im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent auf 686 Millionen Euro sinken werden.

Neuer Markt: Gewinne schrumpfen

Am Neuen Markt schmolzen die Gewinne im Sog der schwachen Nasdaq dahin, der Aufwärtstrend ist jedoch nach wie vor intakt. Die Titel von Adva Chart zeigen, Constantin Chart zeigen, Broadvision Chart zeigen und Aixtron Chart zeigen verzeichneten erneut zweistellige Zuwächse.

Thiel Logistik Chart zeigen , der im Nemax 50 notierte Logistikdienstleister, hat in den ersten neun Monaten 2001 beim Umsatzzuwachs die Erwartungen der Analysten klar übertroffen und sein Ergebnis deutlich gesteigert. Die Aktien stiegen zuletzt um 2,1 Prozent auf 24,16 Euro.

Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen notierten die Aktien der DAB Bank Chart zeigen am Nachmittag um den Vortagesschluss. Anleger sind uneins über die Zukunft der Direktbanken, die als reine Onlinebroker den Mutterbanken zunehmende Konkurrenz machen.

Euro fester

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8825 (Mittwoch: 0,8803) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2162 (2,2218) Mark. Um 16 Uhr wurde die Gemeinschaftswährung für 0,882 Dollar gehandelt.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.