Börse am Nachmittag T-Aktie mit Problemen

Zum Wochenauftakt bestimmt die Old Economy die Spitze der Dax-Gewinnerliste: MAN und ThyssenKrupp legen kräftig zu. Die Voicestream-Übernahme lastet wieder einmal auf der T-Aktie.


Frankfurt am Main – Nach Eröffnung der Wall Street haben die deutschen Aktienmärkte ihre Gewinne wieder abgeben müssen. Der Dax notierte um 16.30 Uhr knapp im Minus auf 5147 Punkten. Das Tageshoch wurde zuvor bei 5217 Punkten gemessen. Am Neuen Markt stand der Nemax 50 bei 1327 Zählern, ein Plus von einem Prozent.

Weiterhin freundlich präsentierten sich jedoch die konjunktursensiblen Titel. Händler erklärten die Kursverläufe damit, dass immer mehr Marktteilnehmer mit einem baldigen Wirtschaftsaufschwung rechnen.

In den USA standen dagegen die Einzelhändler im Fokus der Anleger. Am Freitag hat offiziell das Weihnachtsgeschäft begonnen. Wal-Mart Chart zeigen gab einen Tagesumsatz von 1,25 Milliarden Dollar an. Dies sei der höchste Betrag, den das Unternehmen je an einem einzigen Tag umgesetzt habe, hieß es. Die Aktie profitierte von der Ankündigung und legte leicht zu.

Der Dow Jones eröffnete unentschlossen und pendelte im Verlauf um die Vortagesschlusslinie bei rund 9950 Punkten. Die Nasdaq kletterte innerhalb der ersten Handelsstunde um 1,2 Prozent auf 1925 Zähler.

In Frankfurt stieg die Aktie des Nutzfahrzeug- und Maschinenherstellers MAN Chart zeigen im Handelsverlauf immer höher und notierte zuletzt auf 23,65 Euro, das entspricht einem Plus von 3,8 Prozent. Konzernlenker Rudolf Rupprecht sucht laut Presseberichten nach neuen Wegen, um bei der geplanten Übernahme des schwedischen Lkw-Herstellers Scania voranzukommen. "Der Nutzfahrzeugbereich von MAN könnte von Scania oder VW übernommen werden", sagte ein Händler. MAN sei ein geeigneter Übernahmekandidat, da das Münchener Unternehmen klein sei, aber erhebliche Kenntnisse im Nutzfahrzeugbereich besitze, fügte ein anderer Händler hinzu. Der Nutzfahrzeug- und Maschinenhersteller könnte allerdings selbst als Käufer am Markt auftreten, betonen weitere Börsianer.

Ein weiterer Wert der Old Economy führte mit einem deutlichen Kursanstieg die Gewinnerliste an. ThyssenKrupp-Titel Chart zeigen verteuerten sich um über fünf Prozent auf 16,33 Euro, nachdem die Investmentbank Goldman Sachs der Aktie mit der Aufnahme in die angesehene "Recommended List" den Ritterschlag verlieh.

DaimlerChrysler Chart zeigen (plus 1,4 Prozent auf 50,41 Euro) und Volkswagen Chart zeigen (plus 1,5 Prozent auf 53,51 Euro) tendierten weiterhin fest, nachdem sie bereits am Freitag zu den größten Gewinnern gezählt hatten. Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat erwartungsgemäß die neue Konzernstruktur verabschiedet. DaimlerChrysler könnte von einer Erholung in Nordamerika überproportional profitieren.

In der Riege der Technologiewerte überzeugte vor allem Infineon Chart zeigen . Die Titel des Chipproduzenten legten um über drei Prozent auf 23,60 Euro zu, da viele Marktteilnehmer auf eine Erholung des Speichermarkts setzen. Die Titel von Siemens Chart zeigen , Epcos Chart zeigen und SAP Chart zeigen notierten ebenfalls freundlich. Die T-Aktie Chart zeigen rutschte zwei Tage vor Veröffentlichung der Quartalszahlen in die Verlustzone. Befürchtungen, ehemalige Voicestream-Aktionäre könnten Anfang Dezember den Markt erneut mit Aktien überschwemmen, hatten die Papiere schon in der Vorwoche belastet. Außerdem wird am Freitag der MSCI-Index umgestellt - dort wird die T-Aktie auf Grund ihres geringen Streubesitzes weniger Gewicht haben.

Die Versorgerwerte Eon Chart zeigen (minus 2,2 Prozent auf 58,12 Euro) und RWE Chart zeigen (minus 1,8 Prozent auf 43,70 Euro) standen aufgrund des nachgebenden Ölpreises unter Druck.

Die Aktie der Deutsche Bank Chart zeigen tendierte leicht über dem Vortagesschluss. Nach Berichten des britischen "Independent" könnte Lloyds TSB eine erneute Annäherung an die Deutsche Bank wagen. Dabei setze Lloyds auf den Deutsche-Bank-Kronprinz Josef Ackermann, der im Gegensatz zu Rolf Breuer einem Umzug der Deutschen Bank von Frankfurt nach London weniger abgeneigt sein soll.

Börsendarwinismus am Neuen Markt

An der Wachstumsbörse wird es für einige ehemalige Schwergewichte brenzlig. Nachdem in der vergangenen Woche Biodata Chart zeigen und Brokat Chart zeigen bereits einen Insolvenzantrag stellen mussten, steht nun Kinowelt Chart zeigen voraussichtlich vor der Pleite. Die unsichere Situation quittierte die Börse am Montag mit einem Kursabschlag von 30 Prozent auf 0,63 Euro.

Auslöser für den Kursrutsch: Die niederländische Bank ABN Amro hat ihre Kredite gekündigt. Der Kreditbetrag belaufe sich auf mehr als 100 Millionen Mark, hieß es. Kinowelt ist nach eigenen Abgaben nicht in der Lage, diesen Betrag bis zum 28. November aufzubringen. Wenn keine kurzfristige Einigung mit ABN Amro möglich sei, werde voraussichtlich ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Am Freitag wird Kinowelt ebenso wie Senator Entertainment Chart zeigen Zahlen vorlegen.

Die Aktie des Internet-Dienstleisters T-Online Chart zeigen stieg um 0,9 Prozent auf 14,09 Euro. Die Telekom-Tochter will mit seinen Unterhaltungsangeboten Gebühren im Internet durchsetzen. Marketing-Vorstand Burkard Graßmann sagte der Zeitung "Die Welt", ab Anfang nächsten Jahres würden Gebühren erhoben.

Die Aktien der Online-Broker kletterten trotz der Äußerung des Deutsche-Bank-Vorstands Hermann Josef Lamberti, das reine Online-Brokerage sei tot. Die DAB Bank Chart zeigen gehörte mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent zu den größten Gewinnern im Auswahlindex. Comdirect Chart zeigen legten 2,7 Prozent zu. Auch Consors Chart zeigen , die von den Schwierigkeiten der Schmidt Bank belastet wird, konnte nach zuletzt herben Verlusten am Mittag die Talfahrt zumindest vorläufig stoppen.

An der Spitze der Gewinnerliste im Nemax 50 stand die Aktie von Adva Chart zeigen , die über zwölf Prozent auf 6,41 Euro gewann. "Heut ist halt Adva mal dran", kommentierte ein Händler die Gewinne des Anbieters von optischen Netzwerklösungen. Mit dem aktuellen Plus habe die Aktie den charttechnischen Widerstand bei sechs Euro durchstoßen. Neuigkeiten von Seiten des Unternehmens, die den Kursanstieg rechtfertigen würden, seien ihm nicht bekannt.

Kurs des Euro gestiegen

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Montag bei 0,8818 (Freitag: 0,8795) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2180 (2,2238) Mark.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6220 (0,6219) Pfund, 109,33 (109,10) Yen und 1,4663 (1,4617) Schweizer Franken fest.



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