Börse am Nachmittag Versorger drehen ins Plus

Die deutschen Börsen notieren nach einer schwachen Eröffnung der Wall Street uneinheitlich. Gefragt sind defensive Werte.


Frankfurt am Main - Der Dax kann sein Plus auch nach einer uneinheitlichen Eröffnung der Börsen in New York halten. Die Blue Chips gewinnen bis 16.30 Uhr 0,8 Prozent auf 6547 Punkte. Die Wachstumswerte im Nemax 50 steigen um 0,6 Prozent auf 2485 Punkte. Etwas schlechter machen es die Nebenwerte im M-Dax. Sie legen nach einer schwachen Eröffnung um 0,2 Prozent auf 4847 Punkte zu.

In New York präsentiert sich der Dow Jones zum Handelsbeginn fest und legte um 0,30 Prozent auf 10.813 Punkte zu, während die Technologiebörse Nasdaq an die Verluste der vergangenen Handelstage anknüpft und 0,71 Prozent auf 2453 Zähler abgibt.

Der Handel an den Börsen in Frankfurt und New York verläuft ruhig. Marktteilnehmer halten sich mit größeren Engagements zurück und warten auf neue Impulse. Diese könnten schon morgen kommen. Um 16 Uhr (MEZ) spricht der US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Bankenausschuss des Senats. Erwartet wird eine Stellungnahme zur US-Konjunktur. Insbesondere für die Technologiewerte könnte die Rede die Weichen für die kommenden Wochen stellen.

Die Technologiewerte geben sich bei geringen Umsätzen weiter uneinheitlich. Erfolgreich geben sich die Papiere der Deutschen Telekom zum Wochenauftakt. Zwar hat die T-Aktie einen Großteil ihrer Gewinne wieder abgeben müssen, doch bleiben die Papiere mit einem Gewinn von 0,6 Prozent noch deutlich im grünen Bereich. Ebenfalls freundlich notieren Infineon, die mit 1,2 Prozent im Plus stehen. Der Wert profitiert von einer freundlichen Bewertung des US-Investmenthauses Goldman Sachs. Ins Minus gedreht haben hingegen Siemens, SAP und Epcos, die zwischen 0,5 und 0,8 Prozent abgeben müssen.

Die großen Versorger, die am Morgen noch deutliche Verluste einstecken mussten, haben am Nachmittag ins Plus gedreht. e.on preschte mit einem Aufschlag von 2,26 Prozent auf Platz zwei der Dax-Gewinnerliste. RWE legte um 0,8 Prozent zu. An die Spitze der Gewinnerliste hat sich am Nachmittag der Tourismuskonzern Preussag gestellt. Die Aktie gewann 2,3 Prozent.

Die rote Laterne hält weiterhin adidas Salomon. Das Aktie verbilligte sich um 1,5 Prozent auf 71,95 Euro. Besser halten sich die Karstadt-Quelle-Aktien, die 0,4 Prozent nachgaben. Einer dieser beiden Konzerne wird am Mittwochabend erfahren, dass er sich aus dem Club der ausgewählten 30 DAX-Aktien verabschieden muss und fortan nicht mehr im Dax gelistet sein wird. Da die Deutsche Börse ab dem nächsten Monat die Post-Aktie in den Index aufnehmen will, muss ein anderes Unternehmen weichen.

Am Neuen Markt bewegt sich aufgrund fehlender Unternehmensmeldungen nur sehr wenig. Mobilcom notiert einen Tag vor seiner Bilanzpressekonferenz unverändert. Morgen wollen die Büdelsdorfer ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen. Der einstige Börsenstar steht unter Erfolgsdruck, nachdem der Aktienkurs in den vergangenen Monaten eingebrochen ist und nun bei 30 Euro verharrt.

Am Devisenmarkt konnte der Euro wieder leicht zulegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 0,929 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs des Euro auf 0,9288 (Freitag: 0,9227) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1058 (2,1197) Mark.



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