Börse am Vormittag DaimlerChrysler dreht ins Plus

Die Börsen in Frankfurt haben sich den Vorgaben aus den USA angeschlossen. Während sich die Standardwerte im Dax behaupten, dümpelt der Neue Markt wieder deutlich im roten Bereich.


Der Dax hat sich bis 10.30 Uhr von seinen Tagestiefständen erholt und mit minus 0,12 Prozent bei 6259 Punkten notiert. Die Wachstumswerte im Nemax 50 verharrten mit 0,6 Prozent bei 1978 Zählern deutlich im roten Bereich. Die Nebenwerte im M-Dax verloren 0,4 Prozent auf 4794 Punkte.

Die Gewinnerliste im Dax wird zum Wochenausklang von den defensiven Werten angeführt. Nach den Gewinnwarnungen der Technologie-Schwergewichte Yahoo und Intel befürchten Marktbeobachter, dass die Konsolidierungsphase im Tech-Sektor anhalten wird. Die Devise bei den Anlegern heißt deshalb wieder: Raus aus den Tech-Titeln, rein in die defensiven Werte.

Deutliche Kursaufschläge von über einem Prozent haben die Aktien der Lufthansa, Commerzbank und Metro verbucht. Die Kranichlinie profitiert von einem geplanten Einstieg bei Spanair. Über eine Kapitalverflechtung mit dem Rivalen könnte die Lufthansa ein Standbein in Spanien aufbauen, hieß es.

Nach frühen Verlusten hat die DaimlerChrysler-Aktie ins Plus gedreht und 0,9 Prozent auf 55,86 Euro gewonnen. Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge könnten auf den Konzern jedoch weitere Schwierigkeiten zukommen. Die Probleme mit Freightliner im US-LKW-Geschäft seien größer, als zunächst angenommen, hieß es. Rund 45.000 gebrauchte Trucks sollen derzeit auf Halde stehen. Für diese Fahrzeuge müsse nun mittels eines kostenintensiven Programms Käufer gefunden werden.

Die deutlichen Verluste bei den Tech-Aktien führten Händler auf die schwachen Vorgaben der Nasdaq zurück. Diese hatten im Sog einer Reihe von Hiobsbotschaften leichter geschlossen. Neben Intel, dessen Umsatz im ersten Quartal deutlich geringer ausfallen wird als zunächst erwartet, hatte auch der US-Halbleiterspezialist National Semiconductor wenig gutes berichtet. Das Unternehmen reduzierte erneut seine Erwartungen für das vierte Quartal.

Frankfurt am Main - Dies ließ auch die deutschen Technologiewerte im Dax nicht unbeeindruckt. Infineon führten mit minus 4,6 Prozent auf 38,35 Euro die Verliererliste an. Aber auch die restlichen Mitglieder der Siemens-Familie notierten schwächer: Epcos fielen um 1,6 Prozent auf 68,69 Euro, während die Aktien des Mutterunternehmens um 2,6 Prozent auf 129,20 Euro abgaben. SAP bröckelten um 2,4 Prozent auf 159,10 Euro ab.

Am Neuen Markt profitierte Aixtron von den soliden Zahlen, die das Unternehmen am Vortag präsentiert hatte. Das Papier führte mit einem Aufschlag von rund elf Prozent auf 89,10 Euro die Gewinnerliste im Nemax 50 an. Im gestrigen Handel führte das Aachener Unternehmen mit einem Minus von rund 13 Prozent noch die Verliererliste an. Doch die nach Börsenschluss veröffentlichten Geschäftszahlen überzeugten offenbar die Anleger.

Starke Verluste musste dagegen Gauss Interprise einstecken. Das Hamburger Softwareunternehmen setzte damit erst einmal seine Berg- und Talfahrt der vergangenen Tage fort. Die Papiere verloren mehr als fünf Prozent auf 2,45 Euro. Größter Verlierer waren die Aktien der Multimedia-Agentur Pixelpark. Die Anteile an der Berliner Bertelsmann-Tochter verloren annähernd acht Prozent auf 13,72 Euro.

Im breiter gefassten Nemax All Share, der um 0,61 Prozent auf 2081 Punkte zulegte, konnte Fluxx überzeugen. Das Unternehmen hatte vor Börseneröffnung mitgeteilt, die Gewinnschwelle voraussichtlich früher als geplant zu erreichen. Noch schreibt die Internet-Firma jedoch rote Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) nach vorläufigen Angaben von 6,2 Millionen Euro auf 7,3 Millionen Euro. Dank des positiven Ausblicks konnte die Aktie dennoch gewinnen und stieg um über 13 Prozent auf 6,80 Euro.



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