Börse am Vormittag Dax fällt unter 4000 Punkte

Münchener Rück und Allianz drücken den Dax ins Minus. Lufthansa gibt nach der Gewinnwarnung weiter nach. Nach DaimlerChrysler gerät nun auch BMW stark unter Druck. Nur SAP trotzt der Schwäche.


Frankfurt am Main - Die neuen Schadensschätzungen der Münchener Rück und die Gewinnwarnung der Lufthansa wiegen schwerer als die späte Erholung an den US-Märkten gestern. Der Dax rutschte am Vormittag um 2,1 Prozent ab und durchschlug die 4000-Punkte-Marke. Der Nemax 50 zeigte sich 1,6 Prozent schwächer und notierte zeitweise wieder unter 800 Punkten.

Zu den wenigen Gewinnern zählten SAP Chart zeigen und die Post AGChart zeigen . Der Softwarehersteller SAP hat erneut seine Gewinnprognosen bestätigt. Bei der Post AG dauert die Erholung an, da sie als defensiver, von der US-Konjunktur weitgehend unabhängiger Wert gesucht bleibt.

Belastung bei Münchener Rück verdoppelt

Die Münchener Rück Chart zeigen rechnet inzwischen mit einer möglichen Belastung aus den Terroranschlägen in den USA von 2,1 Milliarden Euro vor Steuern nach bisher geschätzten 1,0 Milliarden Euro. Dies wäre die größte Belastung in der Geschichte des Unternehmens. Diese Zahlen belasteten auch die Allianz Chart zeigen. Die Investmentbank Merrill Lynch hat indessen ihr "Outperformer"-Rating für die gesamte Versicherungsbranche bestätigt.

Die Aktien der Münchener Rück und von amerikanischen Airlines stehen weiterhin im Zentrum von Untersuchungen: Der Verdacht, Terroristen könnten vor den Attentaten mit Put-Optionen spekuliert haben, erhärtet sich. In Japan waren angeblich 500 Millionen Einsatz im Spiel.

Größter Verlierer am Vormittag war Adidas Chart zeigen , die nach dem angekündigten Einstieg beim FC Bayern und auf Grund von Absatzsorgen in den USA weiter verlor und unter 50 Euro rutschte.

Deutsche Bank in kritischer Verfassung

Die Rezessionsangst hat die Titel der Deutsche Bank Chart zeigen bereits gestern um mehr als neun Prozent abwärts geschickt. Die Talfahrt an den Börsen und die Zurückhaltung von Unternehmen bei Investitionen belasten den Finanzsektor. Die Aktie konnte sich heute im frühen Handel leicht erholen, gab am Vormittag aber wieder nach.

Auch DaimlerChrysler Chart zeigen rutschte erneut ins Minus und steuert die Marke von 30 Euro an. Noch deutlichere Verluste musste BMW Chart zeigen hinnehmen, die ebenfalls auf dem US-Markt sehr aktiv sind. Die Ratingagentur Moody's hat außerdem den Ausblick für DaimlerChrysler von "stabil" auf "negativ" heruntergesetzt.

Gewinnwarnung von Lufthansa

Die Krise in der Flugzeugbranche weitet sich aus. Lufthansa Chart zeigen gab am Vormittag weiter nach. Die Fluggesellschaft hat gestern abend eine Gewinnwarnung heraus gegeben und kündigte an, bis zu 15 Airbus-Bestellungen zurückzustellen.

Die beiden weltgrößten Fluggesellschaften, American Airlines und United Airlines, wollen jeweils 20.000 Mitarbeiter entlassen. Damit hat sich die Zahl der von amerikanischen Fluggesellschaften nach den Terroristenattacken angekündigten Entlassungen auf rund 70.000 erhöht.

Großauftrag für Deutsche Telekom und DaimlerChrysler?

Die Aktien der Deutschen Telekom Chart zeigen gaben am Donnerstag wieder leicht nach, zeigten sich gegenüber dem schwachen Markt aber weiter robust. Die Telekommunikationsbranche ist für spekulative Investoren wieder interessant: Sie rechnen mit einer technologischen Aufrüstung und einer stärkeren Nutzung auf Grund des Rückgangs im Reiseverkehr. Videokonferenzen würden zum Beispiel Geschäftsreisen in noch stärkerem Maße ersetzen.

Ein möglicher Großauftrag für Deutsche Telekom und Daimler Chrysler konnte die Kurse bislang nicht beflügeln. Einem Bericht des "Handelsblattes" zufolge dürften die Deutsche Telekom gemeinsam mit DaimlerChrysler den Zuschlag der Bundesregierung für das elektronisches Mautsystem für LKW erhalten.

US-Märkte: Späte Erholung nach tiefem Sturz

Der Dow Jones, der zwischenzeitlich um mehr als vier Prozent gefallen war, konnte sich in der letzten Handelsstunde deutlich erholen und reduzierte seine Verluste auf 1,6 Prozent (8759 Zähler). Der Nasdaq Composite schloss 1,8 Prozent schwächer. Das Beige Book der US Federal Reserve weist in allen zwölf Distrikten der regionalen Notenbanken eine nur mäßige Wirtschaftsentwicklung für August und Anfang September aus - bereits vor den Anschlägen war die Entwicklung schwächer als von Volkswirten erwartet. Die Steuersenkungen in den USA haben die Konsumausgaben bislang nicht stimuliert. Rund 50 Unternehmen haben inzwischen Gewinnwarnungen herausgegeben: Eastman Kodak Chart zeigen stürzte nach einer Gewinnwarnung ab, und Adobe Systems belastete den Technologiesektor.

Tokio schwächer

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstag in Folge der schwachen Vorgaben der Wall Street wieder nachgegeben. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel um 1,6 Prozent auf 9785 Punkte. Der Außenhandelsüberschuss in Japan ist außerdem deutlich gesunken. Der Euro legte bis Donnerstag Vormittag leicht zu. Er wurde mit 0,926 Dollar notiert nach 0,9255-58 Dollar am Vortag.



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