Börse am Vormittag Dax gibt weiter nach

Verluste der Index-Schwergewichte Deutsche Telekom, Allianz und Münchener Rück drücken den Dax tiefer ins Minus. Adidas sprintet an die Spitze des Dax.


Frankfurt am Main – Die deutschen Aktienmärkte haben am Vormittag ihre Verluste ausgebaut. Der Dax gab bis 11.10 Uhr 1,9 Prozent nach und rutschte damit unter die Marke von 4900 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax 50 präsentierten sich 2,6 Prozent leichter auf 1208 Punkte. Nur einige defensive Werte lagen im Plus.

Händler sprachen von Unsicherheit im Markt. Neben der Besorgnis über die weitere politische Entwicklung im Nahen Osten nach den Anschlägen am Wochenende drückten auch Zweifel am Konjunkturoptimismus für 2002 die Kurse. Offenbar zeigte aber auch die Umstellung der MSCI-Indizes vom Wochenende heute ihre Wirkung. Aktien von Konzernen mit einem vergleichsweise geringen Streubesitz wie Deutsche Telekom, Allianz und Münchener Rück gaben nach.

An die Dax-Spitze spurteten die Papiere von Adidas Chart zeigen mit einem Kursplus von 3,3 Prozent auf 73,45 Euro. Die Investmentbank Morgan Stanley hat ihr Kursziel für das Papier des Sportartikelkonzerns angehoben und den Titel weiter als "Strong Buy" eingestuft. Für die Aktie gelte nun ein Kursziel von 92 Euro nach bisher 86 Euro. Zu den wenigen Gewinnern zählten zudem MAN Chart zeigen und Henkel Chart zeigen , die ohne neue Nachrichten rund 0,6 Prozent zulegten.

Unter Druck standen Epcos Chart zeigen (minus 2,9 Prozent auf 50,50 Euro) und Siemens Chart zeigen (minus zwei Prozent auf 64,65 Euro). Dabei hatte die Siemens-Sparte Power Generation einen Auftrag über rund eine Milliarde Euro aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an Land gezogen, wie der Münchener Konzern mitteilte.

Die Papiere der Deutschen Telekom Chart zeigen gaben nach. Die T-Aktie verlor 2,7 Prozent auf 18,63 Euro und zählte damit zu den schwächsten Werten im Dax. Die T-Aktie könnte durch neue Verkäufe ehemaliger Voicestream-Aktionäre unter Druck geraten. Zugleich dürfte das Papier nach der Umstellung der MSCI-Indizes auf Streubesitz darunter leiden, dass große Fonds in ihrem Portfolio diesen Wert nun untergewichten.

Die Tarifparteien Gesamtmetall und IG Metall haben den Versicherungskonzern Allianz Chart zeigen und dessen Tochter Dresdner Bank als Konsortialführer ihres gemeinsamen Versorgungswerks "Metall-Rente" ausgewählt. Diese Woche würden die Details des Vertrages ausgehandelt, schreibt das "Handelsblatt". Allianz und Dresdner Bank könnten sich auf Beitragseinnahmen in Milliardenhöhe freuen. Die Aktie notierte dennoch 1,9 Prozent schwächer bei 259 Euro. Mit Blick auf die MSCI-Umstellung könnte die Aktie des Versicherungskonzerns ebenso wie die T-Aktie und die Papiere der Münchener Rück Chart zeigen (minus 1,70 Prozent auf 294 Euro) wegen ihres vergleichsweise Streubesitzes unter Verkäufen von Fonds leiden.

Nach einem festen Auftakt fielen die Papiere des Energiekonzerns Eon Chart zeigen mit 1,30 Prozent auf 55 Euro ab. Das Bundeskartellamt hat den Einstieg des Konzerns bei der Ruhrgas AG abgemahnt hat. Wie die Wettbewerbshüter erklärten, würde das Vorhaben "zur Verstärkung marktbeherrschender Stellungen sowohl beim Absatz von Gas als auch beim Absatz von Strom" führen. Die Entscheidung der Kartellwächter ist noch nicht endgültig. Die Unternehmen haben vor einer endgültigen Entscheidung bis zum 7. Dezember die Möglichkeit, zu den Bedenken Stellung zu nehmen.

Am Neuen Markt kletterten die Aktien von Thiel Logistik Chart zeigen zuletzt noch um 1,4 Prozent auf 24,44 Euro und zählten damit zu den wenigen Gewinnern im Nemax 50. Der Logistikspezialist hat vor Handelsbeginn einen Großauftrag von 750 Millionen Euro gemeldet. Die Schieder Möbel Holding GmbH &Co KG vertraue ihre komplette Logistik dem Luxemburger Dienstleister an. Das Volumen betrage 75 Millionen Euro pro Jahr bei einer garantierten Vertragsdauer von mindestens zehn Jahren, heißt es in der Pflichtmitteilung.



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