Börse am Vormittag Gewinnmitnahmen vor Zinsentscheidung

Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank nehmen Anleger besonders bei Technologietiteln Gewinne mit. MLP und Versorgerwerte sind gefragt. Consors wird von Verkaufsgerüchten gestärkt.


Frankfurt am Main –Die Indizes sind bei geringen Umsätzen knapp behauptet in die neue Woche gestartet. Der Dax gab nach rund zwei Handelsstunden um 0,3 Prozent nach und notierte bei 5184 Punkten. Der Nemax 50 tendierte 0,4 Prozent schwächer bei 1297 Zählern. Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am morgigen Dienstag hielten sich Anleger zurück, sagten Händler in Frankfurt. Skeptische Zeitgenossen verkaufen diejenigen Titel, die in der vergangenen Wochen zugelegt haben.

Verkauft Eon Mobilfunktochter?

Die Aktie des Finanzdienstleisters MLP Chart zeigen gehörte am Montag gemeinsam mit den Versorgern Eon Chart zeigen und RWE Chart zeigen zu den wenigern Gewinnern. Am Markt werde spekuliert, dass Eon seine österreichische Mobilfunktochter One an France Telecom verkauft, sagten Händler.

Auch die Papiere der Lufthansa Chart zeigen legten 0,6 Prozent zu: Zur heutigen Betriebsversammlung der angeschlagenen Airline wird auch Bundeskanzler Gerhard Schröder erwartet. Konkurrent British Airways hat unterdessen Berichte dementiert, die Fluglinie würde im Zuge der Branchenkrise mehr Stellen abbauen als erwartet.

Zinssenkung eingepreist

Die deutliche Kurserholung im Wochenverlauf halten viele Marktteilnehmer auf Grund der nach wie vor schwachen Unternehmensdaten für fundamental nicht gerechtfertigt. Lediglich die hohe Liquidität im Markt und eine weitere Zinssenkung könne auf diesem hohen Niveau für weiteren Zuwachs zum Jahresende sorgen. Anleger erwarten, dass US-Notenbankchef Alan Greenspan am Dienstag die Zinsen um mindestens 25 Basispunkte auf 1,75 Prozent senkt. Eine Zinssenkung in dieser Höhe ist bereits eingepreist: Greenspans Ausblick auf die Lage der US-Konjunktur wird dann über die weitere Richtung an den Aktienmärkten entscheiden.

Unsicherheit im Tech-Sektor

Für die zinssensiblen Technologietitel könnte es auf Grund der Fed-Entscheidung und der Quartalszahlen von Oracle eine turbulente Woche werden. Infineon Chart zeigen war mit Verlusten von mehr als vier Prozent der größte Verlierer im Dax: Ein langsames Anziehen der Chippreise hatte dem Chiphersteller in der vergangenen Woche einen rasanten Kursaufschwung beschert.

Auch Epcos Chart zeigen und SAP Chart zeigen gehörten mit Abschlägen von jeweils rund ein Prozent zu den Verlierern. Berichte über Auftragsverschiebungen und einen massiven Stellenabbau lasteten weiterhin auf der Aktie. Die Aktien von Siemens Chart zeigen gaben 0,6 Prozent nach. Der Münchener Elektronikkonzern rechnet bei seiner Netzwerksparte ICN im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang von bis zu einer Milliarde Euro.

Banken: Strafen wegen Preisabsprachen

Die Finanztitel tendierten zum Wochenstart uneinheitlich. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will nach Medienberichten gegen vier deutsche Banken ein Bußgeld wegen Preisabsprachen im Sortengeschäft verhängen. Monti werde voraussichtlich an diesem Dienstag die Commerzbank Chart zeigen , die Dresdner Bank, die HypoVereinsbank Chart zeigen und die Deutsche Verkehrsbank mit einer Strafe von ingesamt rund 100 Millionen Euro belegen, berichtet die "Financial Times Deutschland" in ihrer Montagausgabe. Die Banken hätten sich 1997 zusammengetan, um ihre Preispolitik für Sortengeschäfte abzusprechen. Die Commerzbank gab 0,8 Prozent nach, während die HypoVereinsbank leicht zulegen konnte.

Neuer Markt: Gerüchte beflügeln Consors

Im Nemax 50 erwischten die Aktien von PrimaCom Chart zeigen und Consors Chart zeigen mit neun bzw. acht Prozent Zuwachs den besten Start. Nach einer Aussage des Sanierers der Schmidt-Bank, Paul Wieandt, soll der ConSors-Verkauf sofort eingeleitet werden.

Auch der Filmrechtehändler Highlight Chart zeigen setzte mit einem Plus von drei Prozent seine Klettertour fort. Spekulationen um die Champions-League-Rechte haben der Aktie seit Ende November zu einem Höhenflug verholfen. Einer der größten Verlierer war das Medienunternehmen EM.TV Chart zeigen mit einem Verlust von knapp sechs Prozent.

Tokio folgt schwacher Wall Street

An der Wall Street hatte zum Wochenschluss ein überraschend deutlicher Anstieg der US-Arbeitslosenquote den Aufwärtstrend gestoppt. Der Dow Jones büßte 50 Punkte ein, der Nasdaq gab um 33 Punkte nach. Nach Angaben des Labor Department kletterte die US-Arbeitlosenquote im November auf 5,7 Prozent, dem höchsten Stand seit August 1995. Die asiatische Leitbörse in Tokio hat daraufhin am Montag schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte um 225,88 Punkte oder 2,1 Prozent auf 10.571 Punkte. Der Euro notierte am Morgen leichter mit 0,8907 Dollar nach 0,8934 Dollar am Freitag.



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