Börse am Vormittag Preussag fällt zurück

Gewinnmitnahmen reißen die deutschen Aktienmärkte tief ins Minus. Anleger halten sich angesichts der unsicheren Marktlage zurück. Die Probleme bei der LTU belastet Lufthansa und Preussag.


Frankfurt am Main - Der Dax hat seine Verluste am Morgen deutlich ausgebaut und notierte um 11.30 Uhr mit 1,8 Prozent im Minus auf 4734 Punkten. Gegen den Abwärtstrend hat sich am Vormittag kein Blue-Chip wehren können, alle 30 Dax-Titel notierten im Minus. Am Neuen Markt rutschte der Nemax 50 auf 1101 Zähler, ein Minus von 1,7 Prozent.

"Wir sehen heute ganz normale Gewinnmitnahmen", sagte ein Händler. Die Kursverluste seien nach den guten Tagen in der vergangenen Woche völlig normal. Zudem bauten die Anleger vermehrt Sicherungspositionen an der Terminbörse auf, hieß es am Markt. Damit sicherten sie ihre Positionen vor den diese Woche anstehenden Konjunktur- und Unternehmensdaten ab. Auch die ungewissen Aussichten für das kommende Jahr wirkten belastend auf die Stimmung, fügte ein Beobachter hinzu.

LTU-Pleite lastet auf Preussag

Der Tourismuskonzern Preussag Chart zeigen führte die Dax-Verliererliste an, nachdem über eine mögliche Pleite der LTU spekuliert wurde. Der "FTD" zufolge kämpft die Charterfluggesellschaft ums Überleben. Wie die Zeitung berichtet, reicht die Zahlungsfähigkeit nach Angaben unternehmensnaher Kreise noch bis Mitte November. Für LTU sei die Lage besonders dramatisch, weil der Anteilseigner Rewe keine zusätzliche Hilfe in Aussicht stelle. Die schlechten Branchennachrichten rissen die Preussag-Aktie um mehr als vier Prozent auf 27,10 Euro in die Tiefe. Lufthansa-Titel Chart zeigen verloren 2,1 Prozent auf 12,88 Euro.

Die Aktie der Commerzbank Chart zeigen verlor 1,1 Prozent auf 17,80 Euro. Auslöser für den Kursrutsch: Vorstandschef Klaus-Peter Müller räumte für das Gesamtjahr rote Zahlen ein. "Ich kann einen Verlust zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dafür ist das gesamte Umfeld zu unklar", sagte er im Gespräch mit Tageszeitung "Die Welt". Ursache für die drohenden Verluste sei das Privatkundengeschäft und die Vermögensverwaltung. Auch die Anteilsscheine der Rivalen Deutsche Bank Chart zeigen (minus 2,3 Prozent auf 62,66 Euro) und HypoVereinsbank Chart zeigen (minus 1,3 Prozent auf 35,64 Euro) notierten deutlich schwächer.

Bayer Chart zeigen scheint im Streit um das Milzbrand-Medikament Ciprobay in den USA nun wohl doch zu verlieren. In der vergangenen Woche hatte sich der Chemie- und Pharmakonzern mit der US-Regierung noch auf eine neue Preisstruktur geeinigt, nun heißt es, dass Washington doch lieber das billigere Konkurrenz-Produkt Doxyzyklin einsetzen möchte. An der Börse ist die Nachricht negativ aufgenommen worden, die Bayer-Aktie gab 2,4 Prozent auf 33,19 Euro nach.

Die T-Aktie Chart zeigen sackte um 2,3 Prozent auf 18,73 Euro, obwohl Konzernchef Ron Sommer in einem Gespräch mit dem Handelsblatt die Prognosen bestätigt hatte. Das Dax-Schwergewicht wird voraussichtlich am Mittwoch seine Geschäftszahlen vorlegen.

Die ThyssenKrupp-Aktie Chart zeigen ist von einer negativen Analystenstudie belastet worden und verlor 3,2 Prozent auf 11,74 Euro. Die Wertpapierexperten von Morgan Stanley haben ihren Erwartungen für den Gewinn je Aktie nahezu auf Null reduziert. Ein Gewinn wird erst wieder für das Jahr 2003 prognostiziert.

Immer mehr Pennystocks wollen am Neuen Markt bleiben

Im Auswahlindex Nemax 50 hat die Aktie von IDS Scheer Chart zeigen mit einem Aufschlag von über sieben Prozent auf 7,52 Euro die Gewinnerliste angeführt. Die Softwareschmiede profitierte von einem Auftrag der Krankenkasse Bulgariens. Ersten Angaben zufolge soll IDS Scheer das Informationssystem liefern.

Ebenfalls deutlich zulegen konnten EM.TV Chart zeigen . Die Titel des Rechtehändler kletterten um über sechs Prozent auf 2,60 Euro. Größter Verlierer war Pixelpark Chart zeigen (minus elf Prozent auf 8,90 Euro).

Im breiter gefächerten Nemax All Share sorgten die Delisting-Regeln der Deutschen Börse wieder für Aufruhr. Mit Ejay Chart zeigen (plus 36,5 Prozent auf 0,71 Euro) und Tiscon Chart zeigen (plus 25 Prozent auf 1,55 Euro) haben sich nun 18 Unternehmen erfolgreich gegen einen Zwangsausschluss der Wachstumsbörse gewehrt. Einen anderen Weg schlug Dino Entertainment Chart zeigen ein. Der Medienkonzern verlässt freiwillig den Neuen Markt, da das Segment eigenen Angaben nach zu teuer sei. Stattdessen werde ein Wechsel in den Geregelten Markt angestrebt. Die Börse honorierte die Ankündigung mit einem Plus von 15,4 Prozent auf 3,60 Euro.

Wichtige Unternehmensdaten in den kommenden Tagen

Im Laufe der Woche werden noch etliche kursbewegende Nachrichten erwartet. Von Unternehmensseite her sollten am Dienstag die Neunmonatszahlen von Fresenius Medical Care Chart zeigen und Volkswagen Chart zeigen im Fokus der Anleger stehen. Der Einzelhandelskonzern Metro Chart zeigen berichtet am selben Tag über das Neunmonats-Ergebnis. Am Donnerstag ist schließlich das größte Bankhaus der Republik an der Reihe: Die Deutsche Bank Chart zeigen gibt ihr Ergebnis für das dritte Quartal bekannt.

In den USA stehen ebenfalls eine Reihe von Daten an: Das Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal dokumentiert nach Ansicht der Analysten der DGZ-DekaBank den "Einstieg in die Rezession". Das Verbrauchervertrauen am Dienstag und der Einkaufsmanager-Index (NAPM) am Donnerstag jeweils für Oktober dürften die Stimmung eintrüben. Am Freitag schließlich wird der Arbeitsmarktbericht den Experten zufolge für "eine negative Überraschung sorgen".

Tokios Börse schließt schwach

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Montag schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte 182,85 Punkte oder 1,7 Prozent ein und ging mit 10.612 Punkten aus dem Markt. Der breiter angelegte Topix gab um 18,57 Punkte oder ebenfalls rund 1,7 Prozent nach und schloss mit 1082 Punkte.



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