Börse am Vormittag T-Aktie verliert an Schwung

Die deutschen Aktienmärkte bleiben im roten Bereich. Die T-Aktie kann sich gegen den Trend behaupten, allerdings hat sie einen Teil ihrer Gewinne eingebüßt.


Frankfurt am Main - Der Dax verlor am Vormittag 0,6 Prozent auf 6158 Punkte. Die Wachstumswerte im Nemax 50 verbilligten sich im Schnitt um 1,2 Prozent auf 1624 Punkte und folgten damit den schwachen Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq.

Die Deutsche Telekom und British Telecom haben ein Bündnis für den neuen Mobilfunkstandard UMTS geschlossen. Die Vereinbarung umfasse den gemeinsamen Aufbau und Betrieb der UMTS-Netze in Deutschland und Großbritannien. Die T-Aktie legte 1,39 Prozent auf 24,11 Euro zu.

Händler begründeten die Kurszuwächse auch mit der am Freitag anstehenden höheren Gewichtung im Dax. Fonds müssten deshalb T-Aktien nachkaufen.

Die Aktien der HypoVereinsbank führten den Dax mit plus 1,7 Prozent auf 57,58 Euro an: Die HVB-Gruppe will ihr Privatkundengeschäft künftig einheitlich unter dem Namen HypoVereinsbank über die Filialnetze der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG, der Vereins- und Westbank AG und der Norisbank anbieten.

Trotz einer leichten Erholung der Auftragslage ist es nach den Worten des Chefs des deutschen Technologieunternehmen Epcos, Gerhard Pegam, noch zu früh, um von einer Erholung des Marktes zu sprechen. Die Auftrags-Stornierungen seien in den letzten vier bis fünf Wochen substanziell zurückgegangen, während die Aufträge angestiegen sind, sagte Pegam. Es seien jedoch stärkere Anzeichen nötig, um von einer Erholung des Marktes sprechen zu können. Der verhaltene Optimismus schlug sich auf den Kurs der Aktie kaum aus. Das Papier verzeichnete Abschläge von 0,23 Prozent auf 73,50 Euro. Damit stand der Wert allerdings noch in der Dax-Spitze.

Unter Kursabschlägen litten erneut die Aktien der Lufthansa. Die Papiere verloren 1,83 Prozent. Nach dem Tarifabschluss der Piloten befürchten Marktteilnehmer offenbar nun auch Nachverhandlungen des Bodenpersonals.

Am Neuen Markt befanden sich die Papiere des Softwareherstellers Brokat auf leichtem Erholungskurs. Die Aktie legte um 1,61 Prozent auf 6,32 Euro zu, nachdem sie am Vortag 11,52 Prozent verloren hatte. Durch die Neubewertung von Tochtergesellschaften und Beteiligungen sei inzwischen die Hälfte des Grundkapitals des Unternehmens aufgebraucht, meldete Brokat am Vortag. Das Unternehmen will rund 300 Stellen abbauen und mehrere Filialen schließen. Auch ADVA, die am Vortag mehr als zehn Prozent verloren hatten, gehörten zu den Gewinnern: plus 1,83 Prozent auf 7,80 Euro.

Die Biodata Information Technology AG hat eine Inhaberschuldverschreibung begeben. Aus der privat platzierten Inhaberschuldverschreibung resultieren einer Pflichtveröffentlichung zufolge insgesamt rund 35 Millionen Euro zusätzliche Liquidität. Biodata waren zunächst schwach gestartet, setzten sich dann aber mit Kurszuwächsen von rund 1,6 Prozent auf 25,50 Euro in der Spitze des Nemax 50 fest.

Die Basler AG hat einen Großauftrag von "einem renommierten Hersteller aus der Flachbildschirmindustrie" über mehrere Inspektionsanlagen "in Euro-Millionenhöhe" gewonnen, teilte das Unternehmen in einer Pflichtveröffentlichung mit. Basler verbesserten sich um 5,93 Prozent auf 9,11 Euro.

Die auf Software für "E-Government" spezialisierte Fabasoft AG hat für das abgelaufene Geschäftsjahr 2000/2001 einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 2,62 Millionen Euro ausgewiesen. Der Umsatz habe um 18,6 Prozent auf 8,98 Millionen Euro zugelegt. Fabasoft stiegen 1,94 Prozent auf 2,10 Euro.

Schwache Vorgaben aus New York

Der Dow Jones verlor ein halbes Prozent auf 10.922 Zähler. Die US-Technologiebörse Nasdaq rutschte um rund zwei Prozent auf 2170 Zähler ab. Vor allem Technologiewerte standen unter Verkaufsdruck und könnten heute auch die Kurse deutscher Tech-Aktien belasten.

Ein Frankfurter Händler prognostizierte einen "recht ereignislosen" Handelstag. Insgesamt sei in den kommenden Tagen weder mit enormen Umsätzen noch mit großartigen Kursbewegungen zu rechnen. Bis zum Feiertag am Donnerstag und dem so genannten Hexensabbat am Freitag, dem Verfallstermin für Optionsscheine und Futures, würden sich die Investoren vermutlich zurückhalten.

Merrill Lynch: Ende der Konsolidierungsphase in Sicht

An den New Yorker Börsen fragen sich die Händler, ob man vielleicht schon vorzeitig in ein Sommerloch gefallen sei. An der New Yorker Stock Exchange waren lediglich 830 Millionen Aktien gehandelt worden. Die Investoren hielten sich aus Besorgnis vor neuen Gewinnwarnungen zurück. Zudem stehen in dieser Woche noch wichtige Konjunkturdaten an.

Bleibt zu hoffen, dass das Investmenthaus Merrill Lynch Recht behält und die Konsolidierungsphase tatsächlich nur noch ein bis zwei Wochen anhalten wird. Danach soll es nach Einschätzung der Experten vor allem an der Nasdaq wieder aufwärts gehen.



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