Börse am Vormittag T-Aktie wieder im roten Bereich

Zum Wochenschluss ist die Stimmung an den deutschen Börsen schlecht; Dax und Nemax stehen deutlich im Minus. Die Technologiewerte können sich nicht gegen die Hiobsbotschaften aus den USA wehren.


Frankfurt am Main - Eine ganze Reihe von Gewinnwarnungen aus den USA haben den deutschen Anlegern die Stimmung verdorben. Der Dax verlor 1,16 Prozent auf 6515 Punkte. Eine Talfahrt legten die Werte im Nemax 50 hin, die 3,69 Prozent auf 2379 Zähler abrutschten. Leicht im Plus behauptete sich der M-Dax bei 4838 Punkten.

Der leichte Optimismus des Vortages ist angesichts der Hiobsbotschaften aus den USA verflogen. Vor allem Nortel Networks hat mit seiner Ankündigung, im laufenden Geschäftsjahr 15 Prozent weniger Umsatz zu erwirtschaften und 10.000 Stellen abzubauen, am Markt für Unruhe gesorgt. Zudem trüben die schlechten Zahlen von Dell und der verhaltene Ausblick von Hewlett-Packard die Stimmung weiter ein.

In diesem Umfeld fallen die Kurse der Technologiewerte in Frankfurt wieder ins Bodenlose. Nachdem SAP am Donnerstag noch als Sieger des Tages aus dem Handel gegangen war, verlor die Aktie der Walldorfer Software-Schmiede heute wieder stark. Das Papier rauschte um 3,2 Prozent auf 188,55 Euro nach unten.

Die Siemens-Familie notierte ebenfalls deutlich im roten Bereich: Der Mutter-Konzern fiel um drei Prozent auf 143,50 Euro, Infineon rutschte 4,2 Prozent auf 41,15 Euro und Epcos wurde 1,9 Prozent leichter bei 79,80 Euro gehandelt.

Dem miesen Branchentrend konnte sich auch die Deutsche Telekom nicht entziehen. Die T-Aktie verlor 1,5 Prozent auf 28,03 Euro. Das Papier wird zusätzlich von Gerüchten belastet, denen zufolge die Telekom an einer Übernahme des Rivalen Unisys interessiert sei.

Von den 30 Dax-Werten können sich lediglich fünf Titel im Plus behaupten. Sie gehören alle zu den defensiven Werten. Oben in der Gewinnerliste steht Bayer mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent auf 53,72 Euro. Linde, Preussag, Allianz und BASF konnten zwischen 0,4 und ein Prozent zulegen.

Deutlich im Minus zeigen sich auch die Bankentitel. "Nachdem die Europäische Zentralbank die Leitzinsen am Vortag unverändert gelassen hatte, könnte ein wenig Enttäuschung bei den Marktteilnehmern aufgekommen sein", vermutete Andreas Kehl, Aktienhändler bei der Deutschen Bank. "Eine andere Erklärung für die Schwäche sah der Börsianer in möglichen Gewinnmitnahmen in dem Sektor: Die Deutsche Bank-Aktie verlor 0,8 Prozent auf 97,10 Euro. Commerzbank-Anteilsscheine gaben 1,8 Prozent auf 30,36 Euro ab, während die Aktie der Dresdner Bank auf 48,89 Euro abrutschte, ein Minus von zwei Prozent.

Am Neuen Markt verloren die Aktien von Cinemedia 33 Prozent auf 9,50 Euro. Enttäuschende Geschäftszahlen beim Rechtehandel und der Filmproduktion hätten das Unternehmen die Prognose verfehlen lassen, hieß es. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um rund 50 Prozent auf 102 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen kletterte gleichzeitig von 1,7 Millionen Euro auf rund acht Millionen Euro, lag damit jedoch um 40 Prozent unter den Planzahlen.



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