Börse DaimlerChrysler auf Rekordtief

An den deutschen Aktienmärkten wird weiter auf das Ergebnis der US-Wahlen gewartet. Die Indizes bewegten sich um ihr Vortagesniveau. Nur die Post-Aktie sorgte für Bewegung.


Frankfurt am Main - Der Dax lag mit rund 0,1 Prozent bis zum Mittag leicht über Vortagesniveau. Am Neuen Markt stieg der Nemax 50 ebenfalls nur rund 0,1 Prozent an.

Aktienhändler bewerteten den Handelsverlauf als verhalten. Investoren hielten sich mit Engagements zurück und warteten auf die Eröffnung der Wall Street. Noch immer liegt kein Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen vor. Dies sorge weiterhin für Unsicherheit an den Aktienmärkten, fügte er hinzu. "Der Börsengang der Deutschen Post trägt aber auf jeden Fall zu einer positiven Grundstimmung an der Börse bei", meinte Händler Rolf Stegemann von der BHF-Bank. Bei der "Aktie Gelb" wurde ein reger Handel registriert.

Der Transrapid hat den Durchbruch in China geschafft. Siemens und ThyssenKrupp gehören zu dem Konsortium rund um die Magnetschnellschwebebahn. ThyssenKrupp stiegen gut zweieinhalb Prozent, Siemens verloren dagegen rund ein halbes Prozent.

Bei den Technologiewerten lagen zunächst Infineon mit knapp zweieinhalb Prozent vorne. Auch SAP konnten gut ein Prozent zulegen. Die T-Aktie verlor rund ein halbes Prozent.

Größter Verlierer waren im frühen Handel DaimlerChrysler, die erneut um rund drei Prozent nachgaben. Nach einer negativen Studie vom US-Investmenthaus Merrill Lynch in der vergangenen Woche veröffentlichten auch die Experten von Lehman Brothers am heutigen Montag eine Analyse zu DaimlerChrysler. Das US-Investmenthaus hatte das Kursziel für die Autoaktie von 43 auf 39 Euro nach unten revidiert. Auch die Gewinnschätzung pro Aktie für das laufende Jahr änderten die Analysten von 4,30 auf 2,90 Euro. Das Rating ließen die Experten unverändert mit "underperform". DaimlerChrysler verloren rund drei Prozent.

Im Zentrum des Interesses steht die Deutsche Post. Sie ist mit einem ersten Kurs von etwa 21,90 Euro gestartet, lag damit also leicht über dem Ausgabepreis von 21 Euro. Analysten bewerteten den Börsenstart als Erfolg.

Die Aktien der vor der Pleite stehenden teamwork information verteuerten sich um über 50 Prozent. Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus hatte am Morgen berichtet, dass die beiden Hauptgläubiger WestLB Düsseldorf und Sparkasse Paderborn das vorläufige Sanierungskonzept unterstützen und die notwendigen Kredite für eine Fortführung der Geschäfte gewähren wollen. Das Sanierungskonzept sieht unter anderem vor, die in- und ausländischen Beteiligungen von teamwork zu verkaufen. Gespräche mit Übernahmeinteressenten verliefen zudem vielversprechend, teilte Kebekus mit.

Easy Software stürzten dagegen mit rund dreizehn Prozent ins Minus. Der Konzern hatte am Morgen seine Neunmonatszahlen vorgelegt. Softmatic verbilligten sich um knapp 30 Prozent, nachdem die Geschäftszahlen für das dritte Quartal hinter den Unternehmensprognosen zurückblieben. Als Grund nannte die Gesellschaft die unerwartete Marktschwäche in der Software-Branche.

Der Euro notierte bei Kursen um 0,849 Dollar wieder etwas schwächer.Von den Unsicherheiten wegen den Wahlen in den USA habe der Euro in der vergangenen Woche nicht profitieren können, sagten Devisenhändler. Mit weiteren Reaktionen der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnen die Analysten nicht. Die EZB habe immer dann interveniert, wenn der Euro nach Verkäufen sich wieder im Steigen befinde. Dieser Punkt sei aber noch nicht erreicht.



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