Börse Dax schnellt auf Dreijahreshoch

Der Dax hat heute ein Dreijahreshoch erreicht. Das Börsenbarometer kletterte bis auf 5052 Punkte. Und anders als bei den Höhenflügen der vergangenen Wochen lag der Index auch bei Börsenschluss noch über der wichtigen 5000-Punkte-Marke.


Frankfurt am Main - Die einen sind entsetzt, die anderen freuen sich: An der Börse löste der geplante Jobabbau bei DaimlerChrysler Hochstimmung aus. Unter dem Eindruck der Gerüchte um den Stuttgarter Autobauer, die sich erst nach Börsenschluss bestätigten, schnellte der Dax am späten Nachmittag auf 5052,35 Punkte - der höchste Stand seit mehr als drei Jahren. Zuletzt hatte der Index im Mai 2002 den Wert von 5059,42 Punkten markiert. Gestützt wurden die Kurse auch von den guten Vorgaben aus den USA und Asien sowie dem sinkenden Ölpreis. Von seinem absoluten Höchststand von 8136,16 Zählern im März 2000 ist der Index freilich noch weit entfernt.

Deutsche Börse in Frankfurt am Main: Auch bei Börsenschluss über 5000-Punkte-Marke
DDP

Deutsche Börse in Frankfurt am Main: Auch bei Börsenschluss über 5000-Punkte-Marke

Das wichtigste Signal jedoch: Anders als bei den kurzzeitigen Höhenflügen der letzten Wochen ging der Index auch über der 5000-Punkte-Marke bei 5048,74 Zählern aus dem Handel.

Umsatzspitzenreiter DaimlerChrysler

Umsatzspitzenreiter und größter Gewinner im Dax war DaimlerChrysler. Der Aktienkurs des Stuttgarter Autobauers verzeichnete ein Plus von 3,9 Prozent und stieg so auf 45,65 Euro. Viele Anleger sähen nach dem Einstieg von Porsche bei Volkswagen für die Aktien dieser beiden Konzerne weniger Kurspotenzial und setzten deshalb jetzt auf die Papiere des Stuttgarter Autobauers, erklärten Händler. VW-Aktien legten zuletzt knapp 0,5 Prozent auf 51,70 Euro zu. Die Vorzugsaktien von Porsche verloren knapp vier Prozent, womit sie einen Teil ihrer Vortagesgewinne einbüßten.

Auch der Kurs des Chipherstellers Infineon kletterte um 2,96 Prozent. Der Konzern will sein Werk in München schließen, da eine Modernisierung deutlich teurer ist. Gorße Gewinner des heutigen Tages sind außerdem die Aktien der Finanzkonzerne. Kaufempfehlungen trieben die Papiere von Allianz, Deutsche Bank und Commerzbank um bis zu vier Prozent in die Höhe. Der Allianz half Händlern zufolge auch ein Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wonach der Konzern die komplette Neuausrichtung der Finanztochter Dresdner Bank und eine Abspaltung der Investmenttochter Dresdner Kleinwort Wasserstein plant. Sie solle nahtlos mit dem Firmenkundengeschäft der Dresdner Bank zusammengeführt werden.

Commerzbank-Papiere profitierten kurz vor Handelsschluss zusätzlich von der Nachricht, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) werde wegen der Geldwäsche-Affäre keine weiteren Maßnahmen gegen das Kreditinstitut ergreifen. Das Papier rückte so um 2,6 Prozent auf 22,80 Euro vor.

Mit Erleichterung reagierten die Börsianer außerdem auf eine neue Schadensschätzung der Münchener Rück zu den Wirbelstürmen "Katrina" und "Rita", die binnen der vergangenen vier Wochen im Golf von Mexiko und entlang der Südküste der USA verheerende Schäden angerichtet hatten. Zwar kosten die Schäden den weltgrößten Rückversicherer Milliarden, doch die Kosten sind geringer als einige Analysten befürchtet hatten. Darüber hinaus hält die Münchener Rück an ihren Gewinnzielen für 2005 fest.

Premiere verbilligten sich um 3,8 Prozent auf 23,57 Euro. Der britische Finanzinvestor Permira und weitere Investoren teilten mit, sie würden Aktien des Bezahlfernsehsenders im Wert von bis zu 500 Millionen Euro verkaufen. Das Angebot richte sich an institutionelle Investoren. Der Platzierungspreis beträgt nach Aussagen von Händlern 23,75 Euro je Aktie.



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