Börse Dax steckte herbe Verluste ein

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag auf breiter Front deutliche Verluste hinnehmen müssen. Bei den Standardwerten hielten lediglich die Dax-Schwergewichte SAP, Siemens und Deutsche Telekom das Minus in Grenzen. Der Blue-Chip-Index verlor 1,77 Prozent und ging mit 6809,64 Punkten aus dem Handel.


Frankfurt am Main - In den letzten zehn Minuten fiel der Dax in Frankfurt rapide ab. Händler sagten, derzeit stehe der Markt stark unter dem Einfluss der USA. Bis Anfang Februar, wenn die US-Notenbank die Anleger über mögliche Zinsschritte informiert, werde es erst einmal weiter nach unten gehen. "Der deutsche und der US-Markt sind in der Vergangenheit von Einzelwerten getragen worden. Ein solides Fundament war damit nicht gegeben", erläutere ein Aktienhändler.

Der Rentenmarkt koppele sich immer mehr von der Aktienbörse ab, "und das passt nicht zusammen", warnte der Börsianer. Die Börse habe in den vergangenen Wochen die Zinssteigerungen und die sich abzeichnende Leitzinserhöhung der US-Notenbank ignoriert. Nun erst realisiere der Markt diese Problematik.

Die Renten tendierten freundlich, der Bund Future legte um 0,4 Prozent oder 38 Stellen auf 103,12 Zähler zu. Der Rex behauptete sich gut und gewann um 0,2 Prozent auf 109,84. Die Umlaufrendite wurde bei 5,34 (5,37) Prozent festgestellt.

Gegen den Abwärtstrend im Dax stemmte sich vor allem die Aktie der SAP, die um 17 Euro auf 772 Euro kletterte. Nach der positiv verlaufenen Analysten-Konferenz vom Montag überschütteten Investmentbanken den Titel mit Kaufempfehlungen, die bis zu einem Kurs von 1000 Euro reichten. Auch Siemens wurden nach den Quartalszahlen mit positiven Analysten-Einschätzungen bedacht und stiegen um 0,96 Prozent auf 142 Euro an.

Die Telekom-Aktie, die mit einem Zuwachs von 2,50 Prozent auf 66,01 Euro den Tagesgewinner markierte, sei ein unsicherer Wert, warnte ein Händler. Ein Unternehmen, das noch nicht einmal seine Dividende durch Gewinn erwirtschafte, sei mit Vorsicht zu genießen. Die Telekom-Aktie profitierte allerdings von der geplanten Abspaltung der Tochter T-Online Mitte April.

Der Nemax-50 schloss mit einem Rückgang von 2,16 Prozent bei 6003,67 Punkten. Der M-Dax gab 1,96 Prozent ab und landete bei 4149,08 Punkten. Auch die europäischen Aktien bewegten sich abwärts, der EuroStoxx ging mit einem Minus von 1,4 Prozent auf 4653,61 Punkten aus dem Handel.

Am Abend kostete der Euro 1,0042 Dollar. Die US-Währung war somit 1,9477 Mark wert. Die EZB hatte den Euro-Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,0008 (Vortag: 1,0027) Dollar festgelegt.



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